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Blaulicht: Flüchtlinge fliehen bei Toilettengang aus Abschiebehaft

Von der Toilette aus sind zwei in einem Abschiebegefängnis inhaftierte Flüchtlinge direkt in die Freiheit gelangt. Stunden nach der Flucht fehlte noch jede Spur von ihnen.
Symbolbild Foto: Silas Stein/Archiv Symbolbild
Darmstadt. 

Beim Gang auf die Toilette sind zwei Flüchtlinge aus dem Abschiebegefängnis des Landes Hessen in Darmstadt entkommen. Die beiden 35-Jährigen hätten nach ersten Erkenntnissen in der Nacht zu Montag bei ihrem Toilettengang einen Versorgungsschacht für ihre Flucht genutzt, sagte eine Sprecherin der Polizei. Ausgerüstet mit Decken gelangten die Männer durch den Schacht ins Freie, wo sie über die Sicherheitszäune kletterten. Danach verlor sich ihre Spur. Trotz der Decken hätten sie sich wohl Schnittverletzungen zugezogen, teilte die Polizei weiter mit. Wie es ihnen gelang, den Zugang zum Versorgungsschacht zu öffnen, war am Montag noch unklar. Zuvor hatte «Bild.de» darüber berichtet.

Die Fahndung nach den Männern aus Algerien und Tunesien blieb trotz des Einsatzes eines Hubschraubers und mehrerer Polizeistreifen zunächst erfolglos. Beide Flüchtlinge sollten demnächst abgeschoben werden. Der Algerier ist wegen verschiedener Eigentumsdelikte polizeibekannt, der Tunesier hatte sich Leistungen erschlichen.

Eine Gefahr für die Öffentlichkeit bestehe nach bisherigen Erkenntnissen nicht, erklärte die Polizei. Das umstrittene Abschiebegefängnis ist eine Einrichtung des Landes Hessen. Mit der Rolle des Betreibers ist das Polizeipräsidium Südhessen in Darmstadt betraut. Polizeiangaben zufolge haben Insassen größere Freiheiten als in Strafgefängnissen: Sie können eigene Kleidung tragen, Post empfangen und versenden sowie Internet und Telefon nutzen. Das Hessische Innenministerium äußerte sich auf Nachfrage nicht zu dem Vorfall.

(dpa)

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