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Oliver Debus begeistert ZING-Reporter: Astronomie-Schule Bad Homburg: Unendliche Weiten

Die Klasse 4d der Friedrich-Ebert-Schule besuchte mit ihrer Lehrerin Yvonn Kretzschmar die Astronomie-Schule Bad Homburg und schaute sich das Weltall aus der Nähe an. Leiter Oliver Debus erzählte über sich, seine zahlreichen Aufgaben, führte durch seine kleine, super ausgestattete Astronomieschule und beantwortete Fragen zum Universum.
Der Blick in die Weiten des Alls ist vor allem für den Nachwuchs faszinierend. Bilder > Der Blick in die Weiten des Alls ist vor allem für den Nachwuchs faszinierend.
Bad Homburg. 

1969 wurde Oliver Debus sein Hobby und Beruf in die Wiege gelegt. Denn er wurde genau an dem Tag geboren, an dem Apollo 9 zurückkehrte, und in dem Jahr, in dem der erste Mensch seinen Fuß auf den Mond setzte.

Oliver Debus studierte Physik und ist Amateur-Astronom, macht kleine Videos zusammen mit seinem Mentor zum Thema Weltall, schreibt als Autor kleine Bücher oder in einem Blog im Internet. Außerdem ist er Astrofotograf, zeigt seine Filme auf Youtube und erklärt einmal im Monat, was am Himmel zu sehen ist. Er sagt, in städtischen Umgebungen wie Bad Homburg oder Frankfurt sei es leider zu hell aufgrund der vielen Straßenlaternen, die nachts leuchten, um den Himmel beobachten zu können. Dazu müsse man schon weit in den Taunus fahren. Oliver Debus besitzt richtige Teleskope und sogar ein Spezialteleskop, mit dem man die Sonne als rotes Licht und mit ihren Gasausbrüchen sichtbar machen kann.

Seit seinem siebten Lebensjahr interessiert er sich für das Weltall und die Raumfahrt. Er schaute gern die Science-Fiction-Serie „Star Treck/Raumschiff Enterprise“. Mit 13 Jahren bekam er sein erstes Fernrohr. Er besitzt es noch heute und hält es in Ehren neben seinen anderen modernen Apparaten.

Seine Astronomieschule gründete er 2005, weil viele Kindergärten und Schulen immer wieder danach fragten. Seit elf Jahren ist er der Chef. Er arbeitet dort allein und ist „Mädchen für alles“, arbeitet Vorträge, Kurse oder Beobachtungen aus, schreibt Artikel für verschiedene Verlage, berät beim Kauf von Teleskopen, verkauft diese und auch Bücher über Astronomie. In erster Linie aber widmet er seine Zeit der Beobachtung der Sterne. Bei unserem Besuch fanden wir heraus, dass Oliver Debus eigentlich keine Sternwarte im herkömmlichen Sinn betreibt, wie wir glaubten. Dennoch ist in seiner Schule alles zu finden, was mit dem Thema Universum zu tun hat.

Üblicherweise ist eine Sternwarte eine Forschungseinrichtung, in der jede Menge Beobachtungsobjekte untersucht werden. Man brauche sie, um neues Wissen zu bekommen und ein besseres Verständnis über den Kosmos, sagt Debus. Sie beinhaltet in der Regel eine Kuppel, eine Bibliothek, einen Computerraum und Teleskope sowie einen Seminarraum. Die meisten Sternwarten, von denen es beinahe in jedem Landkreis eine gibt, sind für die Öffentlichkeit zugänglich.

200 Milliarden Sterne

Teleskope, erklärte er, gibt es verschiedene. Mit manchen kann man Galaxien beobachten, die 100 Millionen Lichtjahre entfernt sind, und andere können Sterne wie die Sonne auch tagsüber beobachten. Die Sonne ist übrigens der einzige Stern, bei dem das möglich ist, da sie so hell leuchtet, dass sie die anderen Sterne überstrahlt. Unsere Milchstraße besteht aus 200 Milliarden Sternen. Das sind so viele, dass auf jeden Menschen 25 Sterne kommen. Sie ist eine scheibenförmige Ansammlung von Sternen mit einem Durchmesser von circa 100 000 Lichtjahren. Ihren Namen verdankt sie den Griechen. Die Griechen erzählten sich, dass die Milchstraße an den Himmel gespritzte Milch der Göttin Hera sei.

Oliver Debus erklärte uns auch, dass das wohl berühmteste Sternenbild, der „Große Wagen“ (Teil des Sternenbildes „Großer Bär/Orion“), das Sternenbild mit den meisten Sternen ist. Das Sternenbild besteht wie das Sternenbild „Schütze“ und der Mond, der einen Durchmesser von etwa 3500 Kilometern hat, aus Sternen, die irgendwann explodieren. Sterne sind nämlich Gaskugeln, deren Größe von ihrer Masse abhängt.

Manche sind viel größer als unsere Sonne oder auch viel kleiner. Sie entstehen aus gewaltigen, galaktischen Gaswolken, die sich zusammenziehen. Dann hängt die Lebensdauer eines Sterns von seiner Masse ab. Massereiche Sterne (Riesensterne) leben nur einige Hundert Millionen Jahre lang, massearme Sterne können dagegen einige Zehn Milliarden Jahre alt werden. Dann explodieren Sterne, weil sie nicht mehr genug Strahlung produzieren. Ihre Masse zieht sie zusammen, und sie stürzen in sich zusammen.

Die Sterne und Planeten entstehen wiederum in einer zusammenstürzenden Gaswolke. Kleine Staubpartikel stoßen zusammen und werden immer größer. So war es auch bei unserem Planeten und der Sonne.

Der hellste Stern der Milchstraße ist der Deneb im Sternenbild Schwan – er ist mit bloßem Auge am Himmel zu erkennen. Der nächstgelegene Stern zur Erde ist der Stern Proxima im Sternbild Zentaur. Er ist vier Lichtjahre entfernt.

Im Weltall gibt es verschiedene Himmelskörper wie kleine Gesteinsbrocken, Meteoriten, Monde, Planeten oder Sterne. Der kleinste Planet in unserem Sonnensystem ist der Merkur. Der größte Planet ist der Jupiter, aber Oliver Debus sagt, dass es hinter unserer Galaxie sicher größere Planten gebe, die man aufgrund der Entfernung aber nicht sehen kann. Man sucht danach.

Ein Sternenbild, erklärt Oliver Debus, entstehe willkürlich, indem man auf eine Sternenkarte Linien einzeichnet und sich dann ein Bild dazu vorstellt. Die meisten uns bekannten Sternbilder wurden im Altertum benannt. Man erkennt sie an ihrer Form, allerdings braucht es viel Zeit, die Formen der verschiedenen Sternenbilder zu lernen.

Aliens sind möglich

Auf die Frage, ob Marsmännchen oder Aliens existieren, antwortet Oliver Debus, dass es jedenfalls keine Marsmännchen gebe. Bei den Aliens sähe das schon anders aus – vielleicht auf anderen Planeten in anderen Sternensystemen. Darüber könne man noch nichts mit Bestimmtheit sagen. Er ist außerdem überzeugt davon, dass Planeten entdeckt werden, auf denen es Leben geben kann, und vielleicht, so sagt er, gebe es ja einfaches Leben auf den Monden unserer großen Planeten.

Oliver Debus hat uns mit seinem Wissen begeistert. Er kennt viele Astronauten persönlich, ist regelmäßig bei ESOC in Darmstadt zu Gast, sogar dem Sohn von Neil Armstrong ist er schon begegnet. Wer einen Blick in den Sternenhimmel werfen möchte oder präzise Informationen zu den Sternen benötigt, ist bei Oliver Debus genau richtig.

Die Autoren: Alexandra, Amelie, Amaia, Eliza, Chiara, Mehmet, Murat, Wassim, Caroline, Roy, Yasin, Hans, Matthäus, Kirill, Julian, Romy, Zoe, Marta, Mattea, Tobias, Lena, Rouven, Ioanamaria

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