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Junge Zeitung: Austauschschülerin feiert Weihnachten im Taunus

Ihre Eltern und Schwestern werden Weihnachten zu Hause in Cavagliá, einem Dorf am Fuß der Berge im Piemont, ohne sie verbringen. Sveva Tecchia hat ihr erstes Schulhalbjahr an der Adolf-Reichwein-Schule hinter sich und freut sich auf das deutsche Weihnachtsfest.
Sveva Tecchia (links) ist Austauschschülerin an der ARS und freut sich auf ihr erstes Weihnachten in Deutschland. Sveva Tecchia (links) ist Austauschschülerin an der ARS und freut sich auf ihr erstes Weihnachten in Deutschland.
Grävenwiesbach. 

Dezember ist der magischste Monat des Jahres: der Winter kommt mit großen Schritten, der Schnee bedeckt die Landschaft und natürlich feiert man die berühmten Feste, die alle Kinder so sehr lieben.

Weihnachten aber wird von der ganzen Familie gelegt und geliebt. Weihnachten ist eine sehr alte Tradition und ich habe immer gedacht, dass es in der ganzen Welt gleich gefeiert wird. Aber hier in Deutschland habe ich viel Neues gelernt, was bei mir in Italien sehr anders ist.

Ganz ehrlich, Deutsche sind mehr in Weihnachtsstimmung als wir Italiener. Wenn hier der Dezember vor der Tür steht, spürt man in der Luft, dass bald Weihnachten ist. Dann gehe ich gerne abends spazieren, weil die Weihnachtsbeleuchtung im Dunkeln glitzert und die Atmosphäre so gemütlich ist.

Als ich Anfang Dezember vom Nikolaus gehört habe, dachte ich: "Das ist doch verrückt. Nikolaus kommt doch nicht am 6. Dezember sondern bringt die Geschenke am Heiligabend!". Aber dann hat mir jemand erklärt, dass der Nikolaus hier in Deutschland die Wunschzettel der Kinder einsammelt und Süßigkeiten in ihre Schuhe steckt.

Was auch völlig anders ist: Nicht der Weihnachtsmann bringt die Geschenke, sondern das Christkind. Das ist eine Neuigkeit für mich, weil ich als Kind an jedem Heiligabend Kekse und Milch für den Weihnachtsmann, den Babbo Natale, vorbereitet habe und ich mir das gar nicht anders vorstellen kann.

Dieses Jahr lebe ich wie eine deutsche Jugendliche. Tatsächlich habe ich einen Wunschzettel geschrieben, habe bunte Plätzchen gebacken und deutsche Weihnachtslieder gesungen. Außerdem habe ich zum ersten Mal einen echten Tannenbaum geschmückt und das finde ich schön.

Ich habe die unzähligen Weihnachtsmärkte hier im Taunus genossen, wo man eine Tasse Glühwein trinken muss, genau wie man Lebkuchen und gebrannte Mandeln essen muss. Ich habe viele Weihnachtmärkte besucht und muss sagen, dass es auf dem Weihnachtsmarkt in Grävenwiesbach die beste Bratwurst gab.

Komisch, in diesem Jahr feiere ich nicht Weihnachten am 25. Dezember, sondern bereits an Heiligabend. Aber auch im Piemont feiern mache Leute Heiligabend vor und nach dem Gottesdienst am 24. Dezember.

Zuhause haben meine Eltern, meine Geschwister und ich eine schöne Tradition: wir schauen einen Weihnachtsfilm oder einen Trickfilm im Fernsehen. Meine Familie ist ziemlich groß: ich habe drei ältere Geschwister und zwei von ihnen haben schon eine eigene Familie. Ich freue mich schon riesig auf das neue Jahr: Im Januar werde ich zum dritten Mal Tante.

Doch zuerst steht Weihnachten vor der Tür. Während meine Familie diese Tage ganz sicher Pandoro - den traditionellen italienischen Weihnachtskuchen - isst, esse ich Lebkuchen und wünsche euch allen "fröhliche Weihnachten". Auf Italienisch sagt man "Ti auguro un buon Natale!".

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