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Ein Traum in zartem Rosa

Viele Mädchen träumen davon, irgendwann einmal ein Prinzessinenkleid zu tragen – meist ist dieses Kleid dann ihr Hochzeitskleid. Für die Laternenkönigin erfüllt sich dieser Traum schon früher. Die Schneidermeisterin Manuela von Haldenwang hat 2013 zum siebten Mal das Festkleid der Laternenkönigin entworfen und gefertigt.
Julia Heyken darf das ehemalige Kleid einer Laternenkönigin anprobieren. Julia Heyken darf das ehemalige Kleid einer Laternenkönigin anprobieren.
Bad Homburg. 

Von der Straße aus erscheint das kleine Atelier fast schon unscheinbar. Doch beim näheren Hinsehen wird schnell klar: Das ist keine beliebige Schneiderei, in der es um das Kürzen von Hosen oder Einnähen neuer Reißverschlüsse geht. Im kleinen Geschäft lagern in den Regalen feinste Stoffe von Chanel, Valentino und Armani. In der Werkstatt werden handwerkliche Kniffe vollbracht, die an kleine Wunder erinnern. Alles handgenäht, mit exakten Stichen, von der Taschenpaspel bis zur Spitze, vom Futter bis zum Knopfloch.

Die Auswahl der Materialien und die Kunstfertigkeit geben einen Hinweis auf den anspruchsvollen beruflichen Werdegang von Manuela von Haldenwang, der viele wichtige Stationen beinhaltet. Nach ihrer Schneiderlehre lernte sie ein Jahr im Bereich Haute Couture in Frankfurt. Nachdem sie drei Jahre im besten Haus am Berliner Kurfürstendamm gearbeitet hatte, genoss sie eine zweijährige Ausbildung im Oberstufenzentrum in Berlin. Nun war sie staatlich geprüfte Bekleidungsgestalterin. Um auch maßgeschneiderte Kleidung entwerfen zu dürfen, legte sie die Meisterprüfung in Frankfurt am Main ab.

Danach, 1998, machte sie sich selbständig. Seit 2005 befindet sich ihr Atelier in der Obergasse in Bad Homburg. Die Geheimnisse der Schneiderkunst haben von Haldenwang auch bei dem Entwurf für das Festkleid der Laternenkönigin geholfen. Beim Entwurf hat sie versucht, die Wünsche der Laternenkönigin Elisabeth II. und des Festkomitees, vertreten durch Kirsten Ohlrogge, zu berücksichtigen. Das Kleid wurde aus changierender Seide geschneidert, die in Lapislazuli und Smaragdgrün schimmert. Das Oberteil hat kleine Schößchen und am Rücken wurden eine Schleife und Blumen angebracht. Der Rock hat hinten eine Schleppe. Außerdem wurde es mit handgefertigten Blumen aus seidenem Organza in Edelsteinfarben bestickt. 385 Swarovski-Steine, jeder einzelne von Hand aufgenäht, funkeln wie Juwelen und unterstützten das Märchenmotto des Laternenfestes.

Wie lange sie daran gearbeitet hat, kann von Haldenwang gar nicht so genau sagen. Die Gedanken über den Entwurf kreisen ja auch durch den Kopf, wenn man nicht mehr im Atelier ist. Die reine Handarbeit an dem wunderschönen Kleid beziffert die Chefin auf mindestens 78 Stunden für ihr gesamtes Team – eine echte Meisterleistung. Das ist eben keine Fertigware von der Stange, das sitzt perfekt, der Stoff schmiegt sich sanft an die Haut an, jedes Detail ist mit Liebe und von Hand gefertigt. Das ist eben Haute Couture.

Doch nicht nur für das Laternenfest, sondern auch für viele andere Anlässe hat Manuela von Haldenwang einen passenden Entwurf. Nach einem ausführlichen Beratungsgespräch empfiehlt sie den perfekten Schnitt, die Farbe und den Stoff für das gewünschte Kleidungsstück. Jedes ihrer Werke ist ein Unikat. Im Gegensatz zur günstigeren Industrieware hätten die Kunden viele Jahre Spaß an diesen Designerstücken, sagt sie.

Beobachte sie einerseits den Trend, dass immer alles möglichst günstig sein soll, so erkennt von Haldenwang aber auch eine gegenläufige Entwicklung. Das Bewusstsein der Menschen – auch der jungen – für Qualität wachse andererseits auch wieder. Mittlerweile leisteten sich auch immer mehr junge Leute Maßanfertigungen, zum Beispiel auch für den Abschlussball. Wer mal ein so hochwertiges Kleid getragen hat, weiß, dass das etwas Besonderes ist: „Das fühlt sich ganz anders an“, kann die Autorin dieser Zeilen bestätigen, die in das Kleid einer ehemaligen Laternenkönigin schlüpfen und für einen Moment Prinzessin sein durfte.

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