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Einmal sauberes Wasser, bitte

Probleme in Afrika gibt es leider unzählige, und oft sehen wir Bilder von Kriegen und unterernährten Kindern. Von den Erfolgen, die in Afrika zu verbuchen sind, bekommt man oft leider nur ungenügend Informationen. Ein Artikel unserer Junge Zeitungs Redakteure Jonas und Konstantin Buchmann
An diesem Wasserkiosk können sich die Menschen in Sambia garantiert keimfreies Trinkwasser holen.	Foto: GIZ/Han Seur An diesem Wasserkiosk können sich die Menschen in Sambia garantiert keimfreies Trinkwasser holen. Foto: GIZ/Han Seur

Eine wichtige Organisation, welche in Entwicklungsländern und somit auch in Afrika arbeitet, ist die staatliche GIZ – Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit. Die Organisation "ist so vielfältig wie Afrika selbst", sagt Matthias Koch, Afrika-Experte der GIZ. Die Gesellschaft mit Sitzen in Eschborn und Bonn ist als Unternehmen im deutschen Handelsregister eingetragen. Somit muss sie versuchen, so wirtschaftlich wie möglich zu arbeiten.

Projekte der GIZ gibt es in nahezu allen afrikanischen Ländern südlich der Sahara, ein wichtiges Thema ist dabei die Wasserversorgung. Die Vereinten Nationen haben das Recht auf Trinkwasser zu einem Menschenrecht erklärt. Jedoch ist dieses Recht noch immer für Millionen Menschen aus Entwicklungsländern nicht zu erfüllen.

Die GIZ hat vor ein paar Jahren im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung die WASH-United Kampagne ins Leben gerufen. Mit dieser versuchen sie, den Zugang zu Wasser für die Menschen zu verbessern. Ein erfolgreiches Beispiel ist die Errichtung von Wasserkiosken – beispielsweise in Sambia. Das Konzept beinhaltet den Bau von Wasserpumpstationen an Stellen, die für möglichst viele zu erreichen sind. Die Absicht dahinter ist, dass die Menschen, vor allem die Kinder und Frauen, nicht mehr so weit laufen müssen, um an Wasser zu kommen. GIZ-Sprecher Hans Stehling sagt: "Das Problem bei vielen anderen Pumpen ist, dass sie erstens zu weit weg sind und zweitens so voller Bakterien und Keime sind, dass die Menschen krank wurden."

Jetzt gibt es an den Wasserkiosken sauberes Wasser – aber es trat zunächst ein neues Problem auf, mit dem die Mitarbeiter nicht gerechnet hatten. Das Bohren oder das Verlegen von Wasserleitungen war nicht das Problem, sondern die kostenlose Abgabe. Als die erste Wassertankstelle in Afrika eröffnet wurde, hatte man sich einen Ansturm auf die Versorgungsstellen erhofft. Doch dieser Erfolg blieb zuerst aus. Den Menschen war der kostenlose Service suspekt, nach dem Motto: Was nichts kostet, taugt auch nichts.

Problem gelöst

Also entschied die GIZ, das Wasser zu verkaufen – zwar für einen relativ geringen, erschwinglichen Preis, aber doch genügend, damit die Menschen die Wassertankstellen als "Wasserversorger" annahmen. Auf diese Weise kann sich das Projekt auch selbst tragen.

Der Ausdruck Wasserkiosk hört sich nach dem Schlagwort eines Werbeslogans an. Indirekt gehört der Begriff auch in diese Kategorie, jedoch dürften die meisten noch nie davon gehört haben. Warum ist das so?

Die immer noch zahlreichen Probleme, die Afrika hat, beschränken sich nicht nur auf den Kontinent selbst, sondern beinhalten auch solche, auf welche die Menschen dort keinen Einfluss nehmen können. In vielen westlichen Medien zum Beispiel wird Afrika oft als ein Kontinent präsentiert, auf dem es entweder Hungersnöte gibt oder auf dem Bürgerkriege herrschen.

"Doch Afrika zeichnet sich nicht nur Leid und Armut aus, welche als Vorurteile bei vielen Menschen in Deutschland eingeprägt sind, sondern in vielen afrikanischen Länder ist Lebensfreude im Alltag greifbar", sagt Matthias Koch von der GIZ.

Organisationen wie die GIZ und ihre Konzepte sind es, die Afrika und seinen Bewohnern helfen. Diejenigen, die diese Hilfe erfahren, wissen, dass sie nicht allein sind.

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