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Stadionpfarrer: Eugen Eckert hält ein Plädoyer für Fairplay

Eugen Eckert ist Stadionpfarrer in der Commerzbank Arena, der Heimspielstätte der Frankfurter Eintracht, und engagiert sich für Fairplay im hessischen Fußball.
Sein „Wohnzimmer“: Eugen Eckert, der Stadionpfarrer der Commerzbank Arena in Frankfurt. Foto: Michael Faust Sein „Wohnzimmer“: Eugen Eckert, der Stadionpfarrer der Commerzbank Arena in Frankfurt.
Frankfurt. 

Eugen Eckert freut sich aus einem Grund ganz besonders, dass Niko Kovac der Trainer des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt ist. „Ich finde, dass er eine herausragend gute Haltung mitbringt. Ich erlebe ihn auch nach Niederlagen als jemanden, der klug analysiert und der sich nicht dazu hinreißen lässt, zum Beispiel in irgendeiner Form einzelne Spieler in der Öffentlichkeit zu kritisieren. Insgesamt lebt er Fairness einfach vor,“, lobt Eckert den ehemaligen Bundesligaprofi.

Viel Unterstützung

Eugen Eckert ist Stadionpfarrer in der Commerzbank Arena, der Heimspielstätte der Frankfurter Eintracht, und engagiert sich im „Fair Play Forum des Hessischen Fußballs“, für das er als Botschafter unterwegs ist. Zu seinen Aufgaben gehört auch das Organisieren von Veranstaltungen des Forums. Zum Beispiel das Netzwerktreffen, bei dem sich regelmäßig viele Partner des Forums zusammenfinden. Unterstützt wird die Initiative unter anderem von Prominenten wie Hanno Balitsch, Ramon Berndroth, Armin Kraaz oder Henni Nachtsheim.

Für Eugen Eckert ist Fairplay die Achtung der Würde der Mitmenschen und damit auch die des Gegenspielers im Fußball. Die Christen, so Eckert, formulierten dafür ihre Goldene Regel, die besagt: „Was du nicht willst, was man Dir tu, das füge auch keinem anderen zu“. Im Sport bedeutet das für Eugen Eckert, niemanden wegen irgendetwas diskriminieren zu dürfen, da man ja selbst auch nicht diskriminiert werden möchte. Dazu ist ihm ein hervorragendes Beispiel eingefallen: Als an einem kalten Novembertag zwei Fußball-Jugendmannschaften gegeneinander antraten, beobachtete der Trainer der einen Mannschaft ein afrikanisches Zwillingspaar beim gegnerischen Team. Der eine war der beste Spieler auf dem Platz, während der andere auf der Ersatzbank saß. Als der türkische Trainer zu dem Jungen auf der Bank ging und ihn fragte, warum er nicht mitspiele wie sein Bruder, deutete der Junge auf seine Füße: Als der Trainer sah, dass er bloß Sandalen ohne Socken trug, rief er bei seiner Frau an, woraufhin sie nach kurzer Zeit den Platz mit Fußball-, Straßen- und Winterschuhen erreichte, die sie dem Jungen schenkte. Schließlich konnte auch er noch mitspielen und sich am Ende über einen deutlichen Sieg seiner Mannschaft freuen.

Fairplay hat im Fußball zwar eine sehr große Bedeutung, aber, so Eckert, stecken die Spieler häufig im Dilemma: Denn sie wollen natürlich alle lieber gewinnen als verlieren. Und je höher die Klasse, desto höher wird der Druck, das Spiel auch zu gewinnen. Ganz besonders in wichtigen Begegnungen wie zum Beispiel im Abstiegskampf. Dann ist für Eckert die Gefahr ganz besonders groß, einen Sieg um jeden Preis erringen zu wollen. Umso wichtiger ist es aus seiner Sicht, in solchen Situationen an den Fairplay-Gedanken zu appellieren.

Schutz für Schiris

Zusätzlich ist für ihn enorm wichtig, dass nicht nur die Spieler auf dem Platz sich an die Fairplay-Regeln halten, sondern auch die Trainer-Teams und die Anhänger der Vereine. Ganz besonders gegenüber den Schiedsrichtern. Schließlich, so Eckert, macht ein unfairer Sport niemandem Spaß. Eine ganz wichtige Rolle nehmen für den Stadionpfarrer die Stars im Fußball ein. Vor allem sie sollten den Fairplay-Gedanken nicht ignorieren, um sich auf dem Platz einen Vorteil zu verschaffen, weil sie so ein schlechtes Vorbild für junge Menschen wären.

„Fairplay bedeutet für mich, das Spiel als Spiel zu begreifen, den Gegner nicht als Feind zu sehen. Spielregeln als guten Rahmen für den Wettkampf zu schätzen, von der eigenen Würde zu wissen und die Würde des anderen zu achten“, lautet das Motto von Eugen Eckert, dem Frankfurter Stadionpfarrer.

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