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Fragen an FNP-Chefredakteur Joachim Braun: "Konsequent, dynamisch, bisweilen unerträglich"

Von Chefredakteur Joachim Braun beantwortete beim PJZ-Auftakt kunterbunte Fragen der Jugendlichen. Da gab es Dinge zu erfahren, die selbst für die Redakteure dieser Zeitung, die seit einem halben Jahr täglich mit ihm zu tun haben, neu sind.
Chefredakteur Joachim Braun Bilder > Foto: Christian Christes Chefredakteur Joachim Braun
Frankfurt. 

Das Porträt über einen Menschen kann immer nur so gut sein, wie die Fragen, die man ihm stellt. Und die 80 Jugendlichen haben sehr gut gefragt. Chefredakteur Joachim Braun hatte versprochen, dass er auf alles antworten wird. Und er hielt Wort. Das haben die Jugendlichen erfahren:

Nein, ein Held sei er nicht, sagt Joachim Braun. Aber er kann sich mit fünf Stichpunkten beschreiben: „Konsequent, dynamisch, neugierig, an Menschen interessiert und bisweilen unerträglich.“

Mathematik und Englisch hatte er an der Oberstufe als Leistungskurse. Nein, studiert hat er nicht. Und jedem, der Journalist werden möchte, rät er, das Lernen zu lernen. Was man und ob man studiere, das sei zweitrangig. Mit Jura könne man ebenso ein guter Journalist werden wie mit allen anderen Fächern. Heutzutage sei es wichtig, dass man sich spezialisiere, dass man Fachkenntnisse habe, so der Rat an die Nachwuchsjournalisten.

Wenn er ein Gesetz abschaffen dürfte, dann wäre es das der Majestätsbeleidigung, das Jan Böhmermann nach der Veröffentlichung der Erdogan-Satire so viel Ärger eingebracht hat.

 

Der Zensur zum Opfer gefallen

 

Vom Ärgern ist er selbst weit entfernt. Ein gutes Beispiel dafür ist ein Interview, von dem Braun erzählt, als er gefragt wird, worauf er in seiner journalistischen Tätigkeit besonders stolz ist. Es war ein Interview mit Edmund Stoiber (CSU). Wortlautinterviews müssen vom Interviewten grundsätzlich freigegeben werden. In diesem Fall, stand nach der Freigabe nichts mehr so da, wie Braun es im Gespräch aufgezeichnet und niedergeschrieben hatte. Braun entschied sich, das Interview nicht abzudrucken und stattdessen einen Ersatzstoff zu besorgen. „Am liebsten aber hätte ich eine weiße Seite veröffentlicht und darauf geschrieben: Hier sollte das Interview mit Edmund Stoiber stehen, aber es ist der Zensur zum Opfer gefallen.“ Stoiber ruderte zurück, das Interview durfte schließlich doch so abgedruckt werden, wie es auch geführt worden war.

Und noch ein paar interessante Informationen über den Chefredakteur haben die Jugendlichen eingesammelt: Am stillen Örtchen liest er gerne das SZ–Magazin, schon alleine weil es besser zu handhaben sei, als die große Tageszeitung. Kritische Leserbriefe findet Braun gut, weil man daraus lernen können. Er selbst beantworte viele Leserbriefe persönlich.

Haustiere habe er nicht mehr, seitdem seine drei Kinder erwachsen sind.

Auch auf die recht forsche Frage nach seinem Gehalt ging der Chefredakteur ein – schließlich hatte er ja versprochen, auf alles zu antworten: „Was ich verdiene? Zu wenig.“

Wie lange er morgens vorm Spiegel für seine Haare braucht: „Ganz kurz, einmal vor und einmal zurück.“ Und was er als allererstes machen würde, wenn er für einen Tag eine Frau sein dürfte? „Ich würde mir die Haare wachsen lassen.“

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