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Projekt Junge Zeitung: Mit Herz gemacht

Hochbetrieb am Newsdesk: 60 Jugendliche haben sich im Herzstück der Redaktion versammelt. Um 14 Uhr stehen die Themen für die achte Ausgabe des Projektes „Junge Zeitung“ fest. Statt der Redakteure tragen Schüler und Studenten die Themen ihrer Ressorts vor. Im Mittelpunkt steht das Thema „Freunde“.
Chantal Bock (19 Jahre) strahlt durch das Herz, das jemand in die Titelseite Frankfurter Neue Presse geschnitten hat. Die junge Publizistik-Studentin hat alleine fünf Beiträge zur „Jungen Zeitung“ beigesteuert. Auch die Kolumne „Wussten Sie schon . . . ?“ auf der Hessenseite stammt von ihr. Foto: Sven-Sebastian Sajak (3S PHOTOGRAPHY) Chantal Bock (19 Jahre) strahlt durch das Herz, das jemand in die Titelseite Frankfurter Neue Presse geschnitten hat. Die junge Publizistik-Studentin hat alleine fünf Beiträge zur „Jungen Zeitung“ beigesteuert. Auch die Kolumne „Wussten Sie schon . . . ?“ auf der Hessenseite stammt von ihr.

Am Anfang des Produktionstages herrscht große Aufregung: „Wo geht’s hier denn zum Sportressort?“, hallt es durch den Eingangsbereich der Frankfurter Neuen Presse. „Ich muss zur Kultur!“, „Und ich zu Herrn Scheh ins Lokale.“ Gar nicht so einfach, sich in einer so großen Redaktion und ihren verschlungenen Flurpfaden zurechtzufinden.

Seit einigen Monaten fiebern rund 150 Schüler und Studenten aus der Region auf diesen besonderen Tag hin: Sie haben recherchiert und interviewt, sie haben Berühmtheiten getroffen und Fotos geschossen. Die Redakteure gaben ihr Wissen rund ums Reportage-Handwerk weiter und gaben Übungen fürs Schreiben auf. Nach der Schule und am Wochenende steckten die PJZ-Teilnehmer die Köpfe zusammen und Ideen gesammelt: „Freunde“ heißt das große Thema der achten Ausgabe des preisgekrönten Projekts „Junge Zeitung“. Fragen stehen im Raum, Antworten werden gesucht: „Was bedeuten uns Freunde?“, „Was ist das überhaupt, Freundschaft?“ und „Wie kann man Freundschaft eigentlich bebildern?“ Heute also kommt es darauf an, heute müssen Antworten her, heute muss gezeigt werden, was in den vergangenen schweißtreibenden Wochen gelernt wurde. Daher die Aufregung. Und daher auch die Vorfreude, der Tatendrang.

Die Nachrichten im Blick

Bei der Morgenkonferenz begrüßt Chefredakteur Rainer M. Gefeller den ambitionierten Nachwuchs: „Heute haben Sie das Ruder in der Hand. Heute machen Sie unsere Zeitung.“ In großer Runde wird am Newsdesk die Nachrichtenlage überblickt: „Wir werden uns mit der Entwicklung in Syrien auseinandersetzen“, sagt Marlen Heßler, 21 Jahre alt und souverän wie ein „alter Zeitungshase“. „Außerdem haben wir einen Text über den globalen Kampf gegen die Armut vorbereitet“, sagt Michelle Daum. Die Zeitung nimmt Gestalt an, die Themen werden gebündelt. Die Sport-Redaktion berichtet von einem Interview mit Eintracht-Spieler Marco Russ, die Kultur-Redaktion hat eine Aufführung von „Michael Kohlhaas“ besucht. Kaum sind alle Themen vorgetragen, stürmen die jungen Journalisten zurück an ihre Arbeitsplätze. Geschäftiges Treiben herrscht jetzt in der Redaktion, die Finger flitzen über die Tastatur, dann: Mittagspause. Gedanken sammeln und Kopf abkühlen.

Bilderstrecke Projekt Junge Zeitung in der Lokalredaktion Bad Homburg
Hunderte Schüler und Studenten übernehmen heute die Redaktionen der Frankfurter Neuen Presse. Zum achten Mal erscheint am Samstag (13.02.) eine Zeitung , die komplett von jungen Menschen gemacht ist. Hier die Bilder aus der Lokalredaktion in Bad Homburg.

In der Kantine gibt’s Spaghetti Bolognese, die Diskussionen gehen weiter: „Wie können wir bloß den ,Durchschnittshessen’ auf den Regionalseiten bebildern?“, wird gefragt. Die drei Jungs von der Offenbacher Hochschule für Gestaltung (HfG) werden ins Gespräch miteinbezogen: „Habt ihr ’ne Idee?“

Viele Schüler haben sich zum ersten Mal dem Projekt „Junge Zeitung“ angeschlossen, manche machen bereits zum wiederholten Male mit. Cara von Stockert, 22 Jahre alt, ist seit 2008 dabei, seit der ersten Ausgabe. „Und trotzdem ist es für mich immer aufregend“, gibt sie zu. Die Mittagskonferenz naht, die acht Sponsoren haben sich angekündigt. Die Jung-Redakteure wollen ein gutes Bild abgeben. Die Situation am Newsdesk hat fast schon Bühnencharakter.

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Kommentar: 150 junge Zeitungsmacher

Tausende von Menschen sind unterwegs in der Welt, auf der Suche nach einem besseren Leben, nach Sicherheit, Glück, Verlässlichkeit, Geborgenheit.

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Um 14 Uhr herrscht Hochbetrieb am Newsdesk. Hier sitzt die Online-Redaktion, und hier laufen alle Fäden zusammen. So auch heute: Gewissenhaft wird die Nachrichtenlage erörtert: „Der Papst ist in Kuba“, sagt Lola Lautenschläger, 17 Jahre alt. „Das muss mit.“

Bilderstrecke Projekt Junge Zeitung in der Lokalredaktion in Hofheim
Hunderte Schüler und Studenten übernehmen heute die Redaktionen der Frankfurter Neuen Presse. Zum achten Mal erscheint am Samstag (13.02.) eine Zeitung , die komplett von jungen Menschen gemacht ist. Hier die Bilder aus der Lokalredaktion in Hofheim.

Joachim Braun, Nachfolger von Chefredakteur Rainer M. Gefeller, dessen Ruhestand in wenigen Wochen beginnt, zückt spontan sein Smartphone und überträgt die Mittagskonferenz live ins Internet. Während die Nachwuchsjournalisten ihre Themen vortragen, sitzen mehr als hundert Zuschauer an ihren heimischen Computern oder blicken im Zug auf ihre Handys, um die Konferenz zu verfolgen. Die Internet-Gemeinde ist voll des Lobes, die jungen Journalisten sind vergnügt.

Überraschung zum Schluss

Cara von Stockert ist an der Reihe: „Man fühlt sich ja richtig berühmt, wie auf einer Bühne, vor all diesen wichtigen Menschen“, sagt sie. Alle Augen sind auf sie gerichtet, doch von Nervosität keine Spur. „Unser Aufmacher beschäftigt sich mit Poetry Slammern. Wir haben uns gefragt, wie ein reisender Dichter seine Freundschaften pflegt. Außerdem gibt es auch einen Artikel zum Thema Castingshows.“ Nach 30 Minuten sind alle Themen vorgetragen. Doch auf die Redaktion wartet eine Überraschung: Die Hip-Hop-Crew „Raunheim United“ hat einen Rap-Song für den Produktionstag komponiert. Flotte Beats tönen am Newsdesk, schnelle Sätze fliegen durch die Luft: „Freundschaft, dieses Wort hat so viel Bedeutung: Vertrauen, Gefühle, Liebe und Enttäuschung. Halte dich fest, an dem, was du hast, damit es mit der Freundschaft weiterhin passt!“ Die Jugendlichen nicken im Takt und wippen mit den Füßen. Applaus, Applaus. Kurze Pause, dann klatscht Chefredakteur Rainer M. Gefeller in die Hände: „So, jetzt aber los. Um 18 Uhr ist Schlusskonferenz.“

Bilderstrecke Projekt Junge Zeitung: Jung-Redakteure übernehmen die FNP
Hunderte Schüler und Studenten übernehmen heute die Redaktionen der Frankfurter Neuen Presse. Zum achten Mal erscheint am Samstag (13.02.) eine Zeitung, die komplett von jungen Menschen gemacht ist.

Im portablen Fotostudio von FNP-Fotograf Chris Christes werden die letzten Portraits aufgenommen, die Grafik-Abteilung schlägt Illustrationen vor. Das Video-Team fegt durch die Redaktion und fängt Bilder von den arbeitenden Redakteuren ein. Um 18 Uhr soll der Film fertig sein und am Newsdesk präsentiert werden. „Das bekommen wir hin“, sagt Video-Chef Sven-Sebastian Sajak. Niemand hat daran Zweifel.

Pünktlich um 18 Uhr sind alle Stühle am Newsdesk besetzt, die Erwartungen sind groß: Die Zeitungsseiten werden an die Wand gepinnt, die Nachrichtenredaktion gibt noch einen letzten Überblick über die Weltlage. Die Video-Redakteure präsentieren ihren Dokumentarfilm, die Sandwiches werden gereicht. Dann ist Schluss – voller Vorfreude auf ihre Zeitung.

Bilderstrecke Projekt Junge Zeitung in der Lokalredaktion Bad Vilbel
Hunderte Schüler und Studenten übernehmen heute die Redaktionen der Frankfurter Neuen Presse. Zum achten Mal erscheint am Samstag (13.02.) eine Zeitung, die komplett von jungen Menschen gemacht ist. Hier die Eindrücke aus der Lokalreaktion in Bad Vilbel.

 

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