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Freundschaft statt Ellenbogen bei der KfW: Und es hat „klick“ gemacht

Mit dem Bankwesen assoziiert man kühle Geschäftsleute, einen biederen Kleidungsstil, steife Umgangsformen. Man denkt an Ellenbogenmentalität und Zahlendreherei. Können in dieser Welt überhaupt echte Freundschaften entstehen? Ja, tatsächlich! Wir haben drei Freunde gefunden.
Peer Dietel, Katharina Heldt und Svenja Traunsberger (von links) sind während der Ausbildung bei der KfW zu Freunden geworden. Foto: Sven-Sebastian Sajak Peer Dietel, Katharina Heldt und Svenja Traunsberger (von links) sind während der Ausbildung bei der KfW zu Freunden geworden.
Frankfurt. 

Verschmitztes Lachen, druckreife Antworten: Katharina Heldt, Peer Dietel und Svenja Traunsberger sitzen in einem kleinen Konferenzraum in der Frankfurter Zentrale der KfW und strahlen Souveränität aus. Kaum zu glauben, dass diese drei Azubis gerade mal 20 Jahre alt sind. Und mögen sie auf den ersten Blick auch noch so unterschiedlich erscheinen, so sind sie doch echte Freunde, die gemeinsam durch dick und dünn gehen. Oder zumindest durch ihre Ausbildung.

Die aus verschiedenen Teilen Deutschlands stammenden Freunde haben sich während ihrer Ausbildung bei der KfW Bankengruppe kennengelernt. Obwohl sie jeden Tag zusammen in der deutschen Förderbank arbeiten, die sich dafür einsetzt, die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Lebensbedingungen weltweit zu verbessern, gehen sie regelmäßig gemeinsam zum Mittagessen. Oder nach der Arbeit zusammen ins Kino. Direkt in den ersten Tagen der Ausbildung hat es „klick“ gemacht. Während der Einführungswoche für die 30 neuen Azubis haben sie sich bei Spielen und einer Stadtrallye kennengelernt: „Wir haben gleich gemerkt, dass wir gut miteinander können“, sagt Svenja. Im Laufe der Monate haben sie gemeinsam Frankfurt erkundet und sich immer mehr angefreundet.

Die gleichzeitig entspannt und motiviert wirkenden jungen Erwachsenen lachen sich während des Gesprächs oft an, wenn sie Anekdoten aus den vergangenen Monaten erzählen. Sie berichten von Studentenpartys, Azubi-Stammtischen und der Weihnachtsfeier. „Natürlich spricht man da auch über den Job“, sagt Katharina. „Das bleibt ja nicht aus. Aber wir haben auch viele andere Themen.“

Doch geht man sich nicht auch mal auf die Nerven, wenn man oft privat zusammen etwas unternimmt und zusätzlich jeden Tag gemeinsam arbeitet? Dies verneinen die drei Azubis entschieden. „Wir sind sogar noch motivierter, wenn wir morgens zur Arbeit gehen. Schließlich tun wir dort nicht nur etwas Sinnvolles, sondern sehen in der Mittagspause auch Freunde“, sagt Peer, der bei der KfW ein duales Studium absolviert.

Auch die positive und angenehme Stimmung in der Zentrale trägt zum Spaß an der Arbeit bei. Katharina und Svenja müssen im Rahmen ihrer Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement regelmäßig Blockunterricht besuchen. „Wir dachten, da würde es knallen und oft zu Zickereien kommen“, gibt Katharina zu. „Immerhin gibt es in der Klasse bloß einen Mann, sonst nur Frauen.“ Doch von Streitigkeiten keine Spur: „Alle verstehen sich gut“, sagt Svenja. Auch die anderen Kollegen in der Bank seien offen und kontaktfreudig. „Man hat das Gefühl, dass man auf jeden zugehen kann – auch auf die älteren Mitarbeiter. Jeder hilft, wenn es Fragen gibt.“

Und tatsächlich: Die Bankangestellten grüßen sich freundlich auf dem Gang. Es werden Witzchen gemacht, und in der Teeküche wird über den Urlaub gesprochen. So fröhlich stellt man sich den Umgang und das Arbeiten in einer Bank eigentlich nicht vor.

Auch die Frage, ob ihre Freundschaft die Zeit der Ausbildung überdauern wird, bejahen sie einstimmig. „Ich weiß zwar nicht, was in fünf oder zehn Jahren ist – aber ich bin mir sicher, dass wir immer noch miteinander befreundet sein werden“, sagt Peer.

Wie sich zeigt, kann man mit dem Bankwesen nicht nur eine Ellenbogengesellschaft und Zahlendreherei assoziieren, sondern offensichtlich auch eine sinnvolle Tätigkeit und Freundschaft.

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