Der Elferrat ging baden

Sogar aus dem Orient und dem Wilden Westen waren die Närrinnen und Narren gekommen, um die Kolping-Kappensitzung in Kirdorf am Fastnachtssonntag mitzuerleben. Dazu gesellten sich Burgfräuleins, Knastbrüder und viele andere, als Sitzungspräsident Volker Göbel mit einem dreifach kräftigen Helau die Narrensitzung eröffnete: „Kolping, helau! Kirdorf, helau! Kolping, helau!“
Kirdorf. 

Welche Talente werden geweckt, wenn die Kolpingsfamilie Kirdorf ihre Kappensitzung feiert! Trotz gut katholischer Tradition singt hier ein ganzer heidnischer Götterhimmel mit Zeus, Venus und Diana sowie einem Liebesgott Adonis in rosa Strümpfen und weißem Tutu. Dem Dschungelbuch sind die Kleinsten, die Kolping-Stöpsel, entsprungen. Die Tigermädchen wirbeln mit Balu, dem Bär, über die Bühne. Sechs Cowgirls in heißen Hotpants und ein Cowboy bieten eine tolle Show. Akrobatik kommt dazu, als die Mädels der „Dirty Chicks“ zur Musik von Lady Gaga eine Show der Extra-Klasse bieten, schick in Schwarz und Pink.

Über allem thront der Elferrat – in einer riesigen roten Badewanne mit goldenen Füßen. Über jeder Narrenkappe sprüht eine Licht-Dusche helle Funken. „Bad Kirdorf feiert Fassenacht, bis dass uns hier die Wanne kracht!“

In die blaue Bütt mit der riesigen goldenen Schleife steigt zuerst die Jüngste unter den Vortragenden, Anna Claeys. Zum ersten Mal in der Bütt – und nach dem Sieg über die Tücken der Tontechnik auch auf den hintersten Plätzen zu verstehen – reimt sie über ihren Vater, der als Hobbyhandwerker das Wohnzimmer zum Schwimmbad umfunktioniert: „Mein Vater ist halt ein Super-Talent, mit Köpfchen und zwei linken Händ!“

Für die Kolpingsfamilie stehen Zusammenhalt und gesellige Aktivitäten – vereint über alle Generationen – traditionell im Mittelpunkt. Das ist auch hier bei dieser Fassenachtssitzung zu spüren. Im ausverkauften Saal feiern Jung und Alt kräftig zusammen, angeheizt von den tollen Darbietungen auf der Bühne und der Musik, bei der im Hintergrund immer wieder Partymusiker Boris für Live-Einlagen sorgt. „Bad Homburg ist sehr reich, deshalb ist der Oberbürgermeister heute Abend ein Scheich!“, reimt jemand im Publikum halblaut, als Michael Korwisi samt Gattin vor der Bühne Platz nimmt. Landrat Ulrich Krebs und Bürgermeister Karl Heinz Krug tragen diesmal die gleichen Farben, nämlich die Narrenkappe des FDC.

Ein erster Höhepunkt ist natürlich der Auftritt Ihrer Lieblichkeit, Prinzessin Saskia I., samt Hofstaat. „Ich liebe die Kolping-Fassenacht!“, ruft sie ihrem Volk zu und meint dies ernst. Denn diesmal ohne Termindruck, bleibt Ihre Hoheit zu Gast im geschmückten Saal des Bürgerhauses Kirdorf. Vorher überreicht Saskia I. natürlich noch zwei Orden: an Sitzungspräsident Volker Göbel und das Kolping-Urgestein Günter Ochs, der am späteren Abend selbst noch als Gärtner in die Bütt steigt.

Zwischen Gesang und Tanz gibt’s weitere heitere Büttenreden. So sind aus dem Kirdorfer Feld zwei Schafe ausgebrochen, Florian Eppers und Oliver Ernst, die mit großem Gemecker die aktuellen Entwicklungen unter den Apfelbäumen aufs Korn nehmen. Sie sorgen auch dafür, dass der Name des Gründers der Kolpingsfamilie, Adolph Kolping, an dessen 200. Geburtstag im vergangenen Jahr erinnert wurde, bei den Fastnachtsumzügen und am Laternenfest präsent ist. Denn beide packen als Wagenbauer immer kräftig mit an.

14 gestandene Mannsbilder aus dem Orient sorgten als Männerballett für Heiterkeit. Professionell zeigte die Showtanzgruppe „The Next Generation“ unter Leitung von Bernd Bachmann ihren Beitrag unter dem Motto „the race – das Rennen“.

Weitere Mitwirkende sind der Männerchor der Kolpingsfamilie und Kaspar Heinen als ältester Sänger mit 85 Jahren, außerdem die Frauen der Kolping-Böbbcher, die ins Weltall tanzen und Edith van Bleriq-Pfiffer, die gekonnt schon häufiger Büttenreden geschrieben hat.

Neben und hinter denjenigen, die im Scheinwerferlicht auf der Bühne stehen, werkeln viele gute Geister im Hintergrund – wie beispielsweise das Schmink-Team, das für glitzernde visuelle Effekte sorgt. Für die vielen tollen Darbietungen des Abends, die übrigens noch einmal am Rosenmontag zu erleben sind, lässt Sitzungspräsident Göbel neben vielen Helaus auch „Applaus-Raketen“ zünden:

Das Publikum macht eifrig mit, und so feiern alle im Saal bis weit nach Mitternacht. iso

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Sogar aus dem Orient und dem Wilden Westen waren die Närrinnen und Narren gekommen, um die Kolping-Kappensitzung in Kirdorf am Fastnachtssonntag mitzuerleben. Dazu gesellten sich Burgfräuleins, Knastbrüder und viele andere, als Sitzungspräsident Volker Göbel mit einem dreifach kräftigen Helau die Narrensitzung eröffnete: „Kolping, helau! Kirdorf, helau! Kolping, helau!“
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04.03.2014
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