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Fastnacht-Finale Furioso

Von Für Autofahrer ging gestern Nachmittag nichts mehr auf den Straßen von Fichtegickelshausen. Aus gutem Grund: Viele Tausend Menschen aus der ganzen Region nutzten den strahlenden Sonnenschein, um beim Fastnachtszug dabei zu sein.
Ausgelassene Stimmung beim Fastnachtszug in Oberhöchstadt. Foto: Reichwein Foto: Jochen Reichwein Ausgelassene Stimmung beim Fastnachtszug in Oberhöchstadt. Foto: Reichwein
Fichtegickelshausen. 

Vom Fast- nachtsumzug durch Fichtegickelshausen war noch nichts zu sehen, doch Jörg Mehlhorn, ehrenamtlicher Stadtrat und ÖPNV-Dezernent, hatte eine Vorahnung: „Mainz wird neidisch sein“. In der Tat erwiesen sich die von Moderator Hans-Georg Kaufmann in der TZ vorhergesagten guten Beziehungen zu Petrus als stabil und belastbar. Nur Kaufmann selbst hat wohl nicht so recht daran geglaubt und hätte bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen im zweistelligen Bereich lieber eine Badehose anstatt eines dicken Wolfskostüms angezogen.
 

Bilderstrecke Oberhöchstadt: Fastnachtsumzug
Gute Stimmung bei herrlichstem Wetter herrschte beim Oberhöchstädter Fastnachtszug. Fotos: Jochen ReichweinAlle waren mit Begeisterung dabei.Zugmarschall Klaus Pfeiffer

Zusammen mit Horst Neugebauer rief er den Dalles zum „närrischen Mittelpunkt der Welt“ aus, und los ging’s. Zugmarschall Klaus Pfeiffer ließ sich von adretten Eintagsfliegen chauffieren, um sich selbst um sein Hauptanliegen kümmern zu können: „Kämpfen für die Rente ab Mittag!“

 

Kritische Kühe

 

Während die Umsetzung seines Wunsches noch in weiter Ferne zu liegen scheint, griffen viele andere Zugteilnehmer reale Zustände mit bissigem Humor auf. Die Kindertagesstätte der katholischen Kirchengemeinde St. Vitus und die evangelische Kindertagesstätte Anderland kamen in Gestalt von Kühen mit großen Eutern. Die werden bekanntlich gemolken, und so fragten sie: „Familien- statt Almabtrieb durch Kita-Gebühren?“ Der städtische Kindergarten Pusteblume stieß ins selbe Horn, ein „Kindergartengebühren – Helau!“ wollte ihnen nicht so recht über die Lippen, stattdessen hieß es: „Wir Familien stopfen das Haushaltsloch!“

 

Weitere Fotos vom Faschingsumzug finden Sie im Internet unter
www.fnp.de/fastnacht

 

Die bösen Geister der Gebührenerhöhung wurden flugs von den „guten Geistern von Porto Recanati“ verscheucht. Ein ganzes Gruselkabinett bot das Juz mit einer mobilen Gespensterdisco auf, „Kraut & Rüben“ setzten den farblichen Kontrapunkt als wandelnde Konfetti. Zünftiger ging’s beim Kappenklub zu, der für den letzten Akt seines diesjährigen Scheunenfestes kurzerhand eine Holzhütte auf den Anhänger verfrachtet hatte.

Politisch wurde es vor allem bei den Beiträgen von und über Oberursel. Der Verein Kunstgriff, bekannt dafür, kreativ und eindeutig Stellung zu beziehen, zog einen Nachbau des Asylantenheims an den Drei Hasen hinter sich her. „Ich waas net, was des Schenne soll, des Lager is erst halber voll!“, befand dazu ein Landrat mit Schweinsnase. Vielleicht war es gar nicht so ungünstig, dass Landrat Ulrich Krebs (CDU) und seine Rittersleut’, darunter die Bürgermeister von Kronberg, Königstein, Oberursel und Steinbach, weiter hinten im Zug folgten.

 

Steinzeit-Disco

 

„Oberursel geht baden, während Stierstadt sauniert“, befanden die Lustigen Stierstädter mitsamt dampfender Sauna und Sonnenliege im Gepäck. Über zu wenig Bautätigkeit können sich die Orscheler Bürger offensichtlich nicht beklagen: „Beton, wohin das Auge blickt, sind die im Rathaus all’ verrückt?“, fragte sich der Karnevalverein Frohsinn, stilecht verkleidet als Bauarbeiter und Hochhäuser.

Erinnerungen an Fred Feuerstein und Barney Geröllheimer wurden bei den Freunden der Orscheler Fassenacht und dem Schi-Klub Bommersheim wach: Mit Knochen im Haar und Plastikkeulen in der Hand traf die Steinzeit auf die Schlagerwelt. Für ein lachendes und ein weinendes Auge sorgten unterdessen die Freunde der Narretei Stierstadt: Sie waren zum letzten Mal dabei und verabschiedeten sich mit den Worten: „Wir danken Oberhöchstadt, es war so schön, wenn wir jetzt in Rente gehen.“

Die schönsten Wagen und Kostüme wurden nach dem Zug im Posthof beim großen Kehraus prämiert.
 

INFO

Insgesamt 15 Gruppen und Motivwagen wurden beim Fastnachtszug ausgezeichnet. Der Preis des Ortsbeirats Oberhöchstadt ging an die Fußgruppe der Plaschis, der Vereinsring Oberhöchstadt

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