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Hochburg der Narren

Von Hasselbach, das närrische Dorf, hat gestern die Fastnacht verabschiedet, mit einem Umzug und jeder Menge „Eier und Speck“. Blau blühte nicht nur der Enzian, auch das Firmament. Und auch später war vieles blau.
Fertig machen zum Eiersammeln: André Lauth, Lukas Jeck, Inge Heuser, Edgar Bargon, Angelika Rumpf und Geburtstagskind Franz-Josef Heid (von links) starten, bewaffnet mit Körben, zum Zug durchs Dorf. Bilder > Fertig machen zum Eiersammeln: André Lauth, Lukas Jeck, Inge Heuser, Edgar Bargon, Angelika Rumpf und Geburtstagskind Franz-Josef Heid (von links) starten, bewaffnet mit Körben, zum Zug durchs Dorf.
Hasselbach. 

Hasselbach bleibt eine Hochburg der Narren. Das ganze Dorf versuchte gestern, mit vereinten Kräften den Aschermittwoch so lange hinauszuzögern wie möglich. Doch die Zeit lässt sich nicht aufhalten, nur genießen. Und das taten die Hasselbacher.

Mit lauten „Hasselbach Helau“-Rufen setzte sich der Zug des Liederkranzes in Bewegung, pünktlich um 15.11 Uhr. Dem tollen Wetter geschuldet hatten sich diesmal deutlich mehr Narren am neuen Kulturforum in Bewegung gesetzt. Mit nur einem Disco-Trecker war der Hasselbacher Umzug bestimmt einer der fußläufigsten in Weilrod, ach was, in Hessen. Der Umzug bewegte sich durchs halbe Dorf.

Auch dem Seniorenstift Carpe Diem wurde ein Besuch abgestattet. Viele Senioren waren in den Hof gekommen, andere beobachteten das bunte Treiben von den Fenstern aus. Dann ging es „zurück ins Depot“. Im Kulturforum war die Speck- und Eier-Tafel gedeckt, Walfried Rumpf stand in der Küche und bereitete das närrische Henkersmahl.

Auch der MGV Eintracht hatte zum kollektiven Frohsinn mobil gemacht. Mittags schwärmten Fußgruppen aus, um an den Haustüren um „Aaaajer un Speck“ zu betteln. Kein leichtes Geschäft, denn in vielen Fluren stand Hochprozentiges bereit, ohne dessen Vernichtung es nicht voran ging. Mit ihrer Beute an der „Krone“ angekommen, waren viele Eier-und-Speck-Sammler „schon nicht mehr allein“.

Es soll schon Jahre gegeben haben, in denen Eiersammler fast verloren gegangen wären. Suchtrupps mussten ausgeschickt worden, die entlang des Eiersammelweges der Vermissten noch einmal von Tür zu Tür gingen und davon so ermattet waren, dass sie der Einladung zu der einen oder anderen flüssigen Stärkung kaum widerstehen konnten. Was die Suche erschwerte und die Zahl der Vermissten erhöhte.

Inzwischen ist es meist so, dass die Eiersammler ein Schildchen mit ihrem Namen und ihrer Adresse um den Hals haben: „Bitte abgeben bei.“ War’n Scherz, aber so schlecht ist die Idee gar nicht.

Auch gestern kamen wieder Hunderte Eier zusammen, die bei der Eintracht von Edgar Bargon „gekleppert“ und mit Speck angereichert, den Cholesterinspiegel hebend, in einer riesigen Pfanne ge-backen wurden. Auf Wunsch gab es auch Eier ohne Speck: „Viele Kinder mögen es lieber ohne Speck“, weiß Edgar Bargon aus Erfahrung.

Entgegen langjähriger Übung trat Bargon gestern aber erst später in Aktion. Das finale Fastnachtsmahl wurde näher an den Aschermittwoch herangerückt und mit einem in diesen übergehenden Dämmerschoppen verbunden. Der Besuch nachmittags hatte in den letzten Jahren immer weiter nachgelassen, da sich auch in Hasselbach immer weniger Menschen für die närrische Endzeit Urlaub nehmen.

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