Bischof bedauert Erste-Klasse-Flug

Von Joachim Heidersdorf Der Limburger Bischof Franz Peter Tebartz-van Elst beteuert, er brauche den Luxus nicht. Nach dem Flug habe er in Indien in einer sehr einfachen Unterkunft gewohnt, sagte er in einem Exklusiv-Interview dieser Zeitung.
Limburg. 

Die anhaltende Kritik an seiner First-Class-Reise nach Indien und am Bau des neuen Amts- und Wohnsitzes macht den Bischof nachdenklich. "Viele Vorwürfe sind verleumderisch und sehr verletzend", beklagt er. In Limburg sprach der Oberhirte gestern erstmals über seinen Premium-Flug. "Ich werde es so nicht wieder machen", sagte er dieser Zeitung. Außerdem verteidigte er das Bauprojekt am Limburger Dom.

Er habe noch nie einen Flug in der Ersten Klasse gebucht. "Ich brauche diesen Luxus nicht", betonte der 52-Jährige. "Ich mag keinen Kaviar, und mit Champagner macht man mir auch keine Freude."

Das aus privaten Mitteln des Generalvikars ermöglichte Upgrade in die Erste Klasse habe er nur deshalb angenommen, um in Indien und nach dem Rückflug in Limburg ausgeschlafen seiner Arbeit nachgehen zu können.

Er nehme sachliche Kritik sehr ernst und setze sich intensiv damit auseinander. Im Fall des Indien-Flugs sei er zu der Überzeugung gekommen, dass selbst der Termindruck den Erste-Klasse-Flug nicht vermitteln könne – auch wenn dem Bistum dadurch kein einziger Cent an Mehrkosten entstanden sei und er sich mit der Buchung für die Business-Class strikt an die Richtlinien der Bischofskonferenz und des Landes gehalten habe.

Auf der nächsten Seite: Eimer Wasser als Dusche

Die Reise nach Indien sei im Rahmen seiner Aufgabe für die Weltkirche erfolgt, um soziale Projekte zu unterstützen. "Ich dachte, es ist gut, wenn ich im Dienst an den Menschen hellwach bin", sagte der Bischof. "Wir sind um 3.30 Uhr in Bangalore gelandet, und ich habe bereits um 6.30 Uhr die Eucharistie gefeiert. Danach hatten wir drei Tage lang ein sehr anstrengendes Programm. Und nach der Ankunft um 7 Uhr in Frankfurt ging es ab 9 Uhr in Limburg mit Terminen weiter." In Indien hätten Generalvikar Franz Kaspar und er in ganz einfachen Unterkünften ohne fließendes Wasser auf dem Zimmer gewohnt. "Als Dusche habe ich mir einen Eimer Wasser über den Kopf geschüttet", sagte der Bischof auf Nachfrage. "Das ist selbstverständlich, darüber will ich eigentlich kein Wort verlieren." Den Neubau mit seinen Arbeits- und Wohnräumen, einer Kapelle und weiteren Einrichtungen des Bistums hält der Geistliche nach wie vor für "notwendig und richtig".

Die zu erwartenden Mehrkosten entstünden nicht aufgrund seiner Wünsche oder für seine 120-Quadratmeter-Wohnung, sondern ausschließlich wegen der aufwendigen Sanierung historischer Bausubstanz.

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Der Limburger Bischof Franz Peter Tebartz-van Elst beteuert, er brauche den Luxus nicht. Nach dem Flug habe er in Indien in einer sehr einfachen Unterkunft gewohnt, sagte er in einem Exklusiv-Interview dieser Zeitung.
http://www.fnp.de/rhein-main/limburgerbischof/Bischof-bedauert-Erste-Klasse-Flug;art25268,651206
01.09.2012
Limburger Bischofs-Skandal
Limburg

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