Ex-Bischof Tebartz-van Elst: Bistum Limburg dringt nach Skandal um Bischofssitz auf Schadenersatz

Lange Zeit hielt sich das Bistum Limburg zurück, nun fordert es aber 3,9 Millionen Euro Schadenersatz für den Finanzskandal vom ehemaligen Bischof Tebartz-van Elst. Die Entscheidung liegt nun beim Vatikan. Foto: Claudio Peri;Anspach (ANSA;epa;dpa)
Limburg.  Das Bistum Limburg dringt einem Medienbericht zufolge nach dem Finanzskandal um den Bischofssitz auf Schadenersatz. «Der vom Papst eingesetzte Administrator Manfred Grothe hat im Vatikan mehrfach die Forderung nach materieller Wiedergutmachung vorgebracht», sagte Bistumssprecher Stephan Schnelle der Zeitung «Bild». «Jetzt muss der Papst entscheiden.»

Das insgesamt 31,3 Millionen Euro teure Bauprojekt hatte einen Schaden von mindestens 3,9 Millionen Euro verursacht. Diese Summe habe der Bischöfliche Stuhl etwa wegen nachträglicher Umbauten abschreiben müssen, berichtete das Bistum Ende April bei der Vorstellung der Jahresabschlüsse für 2012 und 2013.

Bilderstrecke Der Luxus-Bischof von Limburg Eine teure neue Residenz, ein Luxusflug nach Indien, prunkvolle Gottesdienste - seit langem gibt es Verschwendungsvorwürfe gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Das Vertrauen der Gläubigen ist erschüttert. Am 26. März 2014 wurde nun schließlich bekannt: Der Papst lässt den gestrauchelten Bischof nicht in sein Bistum zurückkehren.<br />&nbsp;<br />In unserer Fotostrecke listen wir chronologisch auf, warum der Limburger Bischof in Ungnade gefallen ist. Im zweiten Teil unserer Strecke sehen Sie dann Bilder vom Sitz des "Limburger Oberhirten." Fotos: Archiv 19. August 2012: Tebartz-van Elst wird Verschwendung vorgeworfen. Er sei erster Klasse nach Indien geflogen, um dort soziale Projekte zu besuchen, berichtet das Magazin «Der Spiegel». Das Bistum weist die Vorwürfe zurück. 29. Mai 2013: Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Limburger Bischof wegen möglicher Falschaussage über ein Upgrade in die Business-Class bei einem Flug nach Indien.

Wegen des Finanzskandals um die Residenz und Kritik an seinem Führungsstil hatte Franz-Peter Tebartz-van Elst im März 2014 sein Amt als Bischof von Limburg verloren. Ob dieser für den Verlust allein verantwortlich ist, soll der «Bild» zufolge ein kirchenrechtlicher Prozess klären.

Der ehemalige Bischof hatte öfters behauptet, sich nicht um die Finanzen, die seine teure Residenz betrafen,  nicht selbst gekümmert zu haben. Seine rechte Hand, Ex-Generalvikar Franz Kaspar, soll dafür zuständig gewesen sein, wie der hr 

Limburger Bischofs-Skandal Bistum Limburg Limburg ein Jahr ohne Oberhirte - Was bleibt vom «Fall ...

Das Bistum Limburg will nach der Affäre um Bischof Tebartz-van Elst nach vorne schauen. Die Folgen des Skandals sind aber auch ein Jahr nach der Abberufung des katholischen Geistlichen spürbar.

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Der Vermögensverwaltungsrat, der ein Kontrollgremium ist, hatte dem Treiben  zugeschaut, ohne etwas dagegen zu unternehmen. Der ehemalige Staatskanzlei-Chef Jochen Riebel, mittlerweile verstorben, sprach von einer Täuschung.

Mittlerweile ist Tebartz-van Elst als Legat im Vatikan tätig. Laut der BILD bekommt er insgesamt etwa 10.300 Euro im Monat. Der größte Anteil dieses Geldes ist sein Ruhegehalt aus Limburg.

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Bilderstrecke Der 800.000-Euro-Garten des Skandalbischofs Nur wenige Meter vom Diözesanen Zentrum »St. Nikolaus« entfernt, wo Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst residiert, wurde der so genannte Mariengarten für knapp 784 000 Euro angelegt. Doch dafür wurde im Jahr 2009, als der Bischof schon im Amt war, ein gerade erst fertig gestellter »Garten der Stille« dem Erdboden gleichgemacht. So grün sah der Garten neben dem Limburger Diözesanmuseum noch im Dezember 2005 aus. Im Hintergrund ist die Nonnenmauer zu sehen, die das Areal umfasst. Fotos: Sascha Braun Im Jahr 2009 entsteht der so genannte »Garten der Stille«, der für die Öffentlichkeit kurze Zeit zugänglich ist. Vom Hof des dahinter liegenden Diözesanmuseums ist der Garten einsichtig. Links im Bild sieht man noch Gerüste am steinernen Gartentempel und Arbeiter decken das Dach neu ein. Zu diesem Zeitpunkt war Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst schon im Amt. Plötzlich wird es im Garten wieder lebhaft: Im Frühjahr 2010 rücken schwere Baumaschinen an und machen den gerade erst fertig gestellten Garten dem Erdboden gleich, reißen das Steinlabyrinth im Zentrum des Gartens ab. Auf Anfragen von Nachbarn wird mitgeteilt, dies geschehe aufgrund eines Frostschadens. Bilderstrecke Die Protzliste des Luxusbischofs Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wird von allen Seiten für die Kostenexplosion des Neubaus seiner Residenz in Limburg kritisiert. Insgesamt wurden für den Bau sagenhafte 31 Millionen Euro ausgegeben, ursprünglich geplant waren 2,5 Millionen. Foto: dpa Noch im Juni 2013 hieß es, die Gesamtkosten beliefen sich auf »nur« 10 Millionen Euro, vier Monate später ist der Stand beim Dreifachen, eventuell sogar Vierfachen. Laut "Welt am Sonntag" vom 13.10.2013 sollen sich die Gesamtkosten inkl. Straßen- und Gebäudeschäden durch den Bau auf 40 Millionen Euro belaufen. Foto: dpa Für den Bau der Wohnung waren 200.000 Euro eingeplant, letztendlich entstanden Kosten von 2,98 Millionen, wohlgemerkt ohne Innenausstattung. Hinzu kamen unter vielem anderen die Schreinerarbeiten für Einbauschränke, Kostenpunkt: 350.000 Euro und ein Konferenztisch für 25.000 Euro. Der Schränke soll laut Bild-Zeitung ein ehemaliger Oberministrand des Bischofs in Münster geliefert haben. Foto: dpa

Mehr zum Thema » Tebartz-van Elst - Der Limburger Skandalbischof

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Ex-Bischof Tebartz-van Elst
Bistum Limburg dringt nach Skandal um Bischofssitz auf Schadenersatz
Lange Zeit hielt sich das Bistum Limburg zurück, nun fordert es aber 3,9 Millionen Euro Schadenersatz für den Finanzskandal vom ehemaligen Bischof Tebartz-van Elst. Die Entscheidung liegt nun beim Vatikan.
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23.07.2015
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