Keine Rückkehr für Tebartz-van Elst: Der neue starke Mann in Limburg

Kein Zurück für Tebartz-van Elst - doch was wird nun aus dem Bistum Limburg? Die Stelle des Bischofs ist zunächst vakant, die administrative Leitung des Bistums hingegen nicht: Manfred Grothe wird der neue starke Mann in Limburg. Er leitete die Prüfkommission, deren Bericht dem Skandalbischof den endgültigen Abgang zu verdanken hat. Er wird der Nachfolger des Skandalbischofs: Weihbischof Manfred Grothe. Foto: dpa Er wird der Nachfolger des Skandalbischofs: Weihbischof Manfred Grothe. Foto: dpa
Limburg. 
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Manfred Grothe ist vom Papst als Apostolischer Administrator für das Bistum Limburg eingesetzt worden, also als kirchlicher Verwalter – bis ein neuer Bischof vom Papst eingesetzt wird. Er tritt damit an die Stelle von Generalvikar Wolfgang Rösch, der die administrative Leitung des Bistums übernommen hatte, nachdem Tebartz-van Elst im Oktober vom Papst zur Auszeit aufgefordert wurde. Rösch bleibt Generalvikar und ständiger Vertreter des neuen Apostolischen Administrators, gab das Bistum Limburg heute bekannt.

„Ich danke dem Heiligen Vater für das Vertrauen, das er in mich setzt. Mit der Entscheidung ist eine Phase der Unsicherheit für das Bistum Limburg beendet. Jetzt gilt es im Geist der Offenheit, in Aufrichtigkeit und Barmherzigkeit einen gemeinsamen Weg für einen Neubeginn zu gehen“, so Manfred Grothe in einer ersten Reaktion. Die Geschehnisse der vergangenen Monate hätten viele Menschen verletzt. „Als Diözese sind wir nun gefordert, auf das Wort Gottes zu hören und daraus Kraft zu gewinnen, um Verletzungen zu heilen und die Herausforderungen, vor denen wir stehen, anzupacken."

Grothe verspricht. "Wir werden das Geschehene sorgfältig und umsichtig aufarbeiten und uns dabei natürlich auch auf den Prüfbericht zum Bauvorhaben auf dem Domberg stützen, den eine Kommission unter meinem Vorsitz in den vergangenen Monaten erarbeitet hat."

Grothe, der Anfang  April seinen 75. Geburtstag feiert, ist derzeit Weihbischof im Erzbistum Paderborn. Er studierte Theologie und Philosophie in Paderborn, Münster und München, wurde 1967 zum Priester geweiht und wechselte 1978 in das Paderborner Generalvikariat über, wo er 1982 den Titel eines Ehrenkaplans Seiner Heiligkeit und 1988 den eines Päpstlichen Ehrenprälaten erlangte.
 

Limburger Bischofs-Skandal Er wird der Nachfolger des Skandalbischofs: Weihbischof Manfred Grothe. Foto: dpa Keine Rückkehr für Skandalbischof Entschieden: Tebartz ist Geschichte

Der Papst hat seine Entscheidung getroffen: Der Skandalbischof Tebartz-van Elst wird nicht nach Limburg zurückkehren. Der Fall "Tebartz" ist damit Geschichte.

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Im Jahre 2004 zum Apostolischen Protonotar erhoben, ernannte ihn Papst Johannes Paul II. am 14. Oktober 2004 zum Titularbischof von Hippo Diarrhytus und Weihbischof in Paderborn.
 
Im Oktober 2013 wurde Grothe von der Deutschen Bischofskonferenz zum Leiter der Kommission eingesetzt, die die exorbitanten Kostensteigerungen beim Bau der Limburger Bischofsresidenz untersuchen sollte. Zeitgleich wurde Generalvikar Rösch provisorisch mit der administrativen Leitung des Bistums beuaftragt, dieser wird nun von Grothe abgelöst.

Dankbar blickt Wolfgang Rösch, designierter Ständiger Vertreter des Administrators, auf die Entscheidung: „Die Ernennung von Manfred Grothe sehen wir als klares Signal zur Fortsetzung der Aufarbeitung der Geschehnisse. Wir haben in den vergangenen Monaten viel im Umgang miteinander gelernt. Wir haben eine neue Offenheit und ein neues Aufeinanderzugehen erlebt. Das Bistum geht in vielen Bereichen durchaus gereift und gestärkt aus dieser schwierigen Zeit hervor.“
 

Bilderstrecke Limburg: Protest gegen Tebartz-van Elst Aus Protest gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst haben Kritiker die Glocken des Doms am 13. Oktober 2013 (Sonntag) um 12 Uhr 13 Mal schlagen lassen. Die Aktion «Jetzt schlägt's 13» war der Auftakt einer Demonstration frustrierter Katholiken auf dem Domplatz. Fotos: dpa, Sascha Braun (6) Nach Polizeiangaben waren rund 150 bis 200 Menschen gekommen. «Ich bete für die Heilung von der Großmannssucht unseres Bischofs», sagte einer der Gläubigen. Der Pastoralreferent Joachim Schaefer von der katholischen Domkirchengemeinde Wetzlar erklärte am Sonntag, die Kritiker wollten nicht «nachtreten», sondern Ideen entwickeln, wie es mit dem Bistum Limburg weitergehen solle.



Über sich selbst sagte der neue Apostolische Administrator des Limburgs einmal diese Sätze, die ihn vielleicht am besten charakterisieren:
 
„Nachdem alles so ganz anders geworden ist als ich mir das ursprünglich einmal vorgestellt hatte: Bin ich darüber unglücklich oder verdrießlich? Beileibe nicht! Alles, was mein Leben ausmacht, ich hätte es selbst nicht besser machen können. Wohl beschäftigt mich weiter, was Jeremia von sich berichtete und wovon ich auch Spuren in meinem Leben wieder zu finden glaube: „Wohin ich dich auch sende, dahin sollst du gehen; und was ich dir auftrage, das sollst du verkünden!“ Das beschäftigt mich, weil ich nur staunen kann, was das konkret in einem Leben bedeuten kann und wie es zu einem Abenteuer werden kann.“

 

Bilderstrecke So berichtet die Weltpresse über Limburg Auch die internationale Presse ist auf den Skandal um Bischof Tebartz-van Elst aufmerksam geworden. So berichtete unter anderen die New York Times über den Fall und zitierte dabei auch auf einen Text aus dieser Zeitung. Auch die altehrwürdige britische BBC nahm sich des "Luxus-Bischofs" an. In Spanien berichtete unter anderen El Mundo über den Limburger Bischof.

 

 

Bilderstrecke Der 800.000-Euro-Garten des Skandalbischofs Nur wenige Meter vom Diözesanen Zentrum »St. Nikolaus« entfernt, wo Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst residiert, wurde der so genannte Mariengarten für knapp 784 000 Euro angelegt. Doch dafür wurde im Jahr 2009, als der Bischof schon im Amt war, ein gerade erst fertig gestellter »Garten der Stille« dem Erdboden gleichgemacht. So grün sah der Garten neben dem Limburger Diözesanmuseum noch im Dezember 2005 aus. Im Hintergrund ist die Nonnenmauer zu sehen, die das Areal umfasst. Fotos: Sascha Braun Im Jahr 2009 entsteht der so genannte »Garten der Stille«, der für die Öffentlichkeit kurze Zeit zugänglich ist. Vom Hof des dahinter liegenden Diözesanmuseums ist der Garten einsichtig. Links im Bild sieht man noch Gerüste am steinernen Gartentempel und Arbeiter decken das Dach neu ein. Zu diesem Zeitpunkt war Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst schon im Amt. Plötzlich wird es im Garten wieder lebhaft: Im Frühjahr 2010 rücken schwere Baumaschinen an und machen den gerade erst fertig gestellten Garten dem Erdboden gleich, reißen das Steinlabyrinth im Zentrum des Gartens ab. Auf Anfragen von Nachbarn wird mitgeteilt, dies geschehe aufgrund eines Frostschadens. Bilderstrecke Der Luxus-Bischof von Limburg Eine teure neue Residenz, ein Luxusflug nach Indien, prunkvolle Gottesdienste - seit langem gibt es Verschwendungsvorwürfe gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Das Vertrauen der Gläubigen ist erschüttert. Am 26. März 2014 wurde nun schließlich bekannt: Der Papst lässt den gestrauchelten Bischof nicht in sein Bistum zurückkehren.<br />&nbsp;<br />In unserer Fotostrecke listen wir chronologisch auf, warum der Limburger Bischof in Ungnade gefallen ist. Im zweiten Teil unserer Strecke sehen Sie dann Bilder vom Sitz des "Limburger Oberhirten." Fotos: Archiv 19. August 2012: Tebartz-van Elst wird Verschwendung vorgeworfen. Er sei erster Klasse nach Indien geflogen, um dort soziale Projekte zu besuchen, berichtet das Magazin «Der Spiegel». Das Bistum weist die Vorwürfe zurück. 29. Mai 2013: Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Limburger Bischof wegen möglicher Falschaussage über ein Upgrade in die Business-Class bei einem Flug nach Indien. Limburger Bischofs-Skandal Er wird der Nachfolger des Skandalbischofs: Weihbischof Manfred Grothe. Foto: dpa Was wird aus Limburger Skandal-Bischof?

Der Countdown läuft: Die Auszeit des Limburger Bischofs Tebartz-van Elst ist bald vorbei – und mit großer Sicherheit auch seine Amtszeit. Es gibt verschiedene Gründe, warum der Papst seine Entscheidung noch nicht verkündet; und mehrere Szenarien für den Übergang auf einen Nachfolger.

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Limburger Bischofs-Skandal Er wird der Nachfolger des Skandalbischofs: Weihbischof Manfred Grothe. Foto: dpa Bischöfe wollen Entscheidung zu Tebartz

Der Untersuchungsbericht zum Skandal um den Limburger Bischofssitz liegt auf dem Tisch. Aber die seit längerem erwartete Entscheidung über Bischof Tebartz-van Elst lässt weiter auf sich warten. Nun werden die deutschen Bischöfe langsam ungeduldig.

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Limburger Bischofs-Skandal Er wird der Nachfolger des Skandalbischofs: Weihbischof Manfred Grothe. Foto: dpa Gänswein übt Kritik an Tebartz

Für den Präfekt des Päpstlichen Hauses, Georg Gänswein, spielen für das Verbleiben Tebartz' im Amt die finanziellen Auswüchse weniger eine Rolle. Für ihn geht es letztlich um eine ganz andere Frage.

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26.03.2014
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