Skandalbischof Tebartz-van Elst: Jetzt mit Bart & Brille: Ex-Bischof gibt sich modisch

Grauer Dreitagebart, dicke Hornbrille – erkennen Sie den Mann? Richtig: Es ist Ex-Bischof Tebartz-van Elst. Er hat nicht nur einen neuen Job. Sondern auch ein neues Outfit. Des Bischofs neuer Look: Völlig verändert sieht Franz-Peter Tebartz-van Elst aus. Bilder > Foto: Cristian Gennari Des Bischofs neuer Look: Völlig verändert sieht Franz-Peter Tebartz-van Elst aus.
Seit einem Jahr ist er weg. Hat sein früheres Bistum verwaist zurück gelassen. Hat übergangsweise ein paar Wochen in Regensburg gelebt. Und tauchte dann in der Ewigen Stadt Rom auf.

Franz-Peter Tebartz-van Elst, das hat sich inzwischen herumgesprochen, hat einen neuen Job in der katholischen Kirche gefunden: Er ist jetzt im Päpstlichen Rat für Katechese. Er soll sich darum kümmern, Menschen für das Christentum zu begeistern. Das war aber wohl nur sein erster Schritt in ein neues Leben.

Limburger Bischofs-Skandal Des Bischofs neuer Look: Völlig verändert sieht Franz-Peter Tebartz-van Elst aus. Zweite Chance Tebartz-van Elst übernimmt Job im Vatikan

Wegen Verschwendungs-Vorwürfen war er in Deutschland unhaltbar geworden. Jetzt hat der ehemalige Limburger Bischof Tebartz-van Elst einen Job im Vatikan. Aber auch in Rom scheint er nicht unumstritten zu sein.

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Denn als ob er einen Schlussstrich unter seine Jahre im Bistum Limburg ziehen wollte, wo er mit Millionenausgaben für einen neuen Bischofssitz und dubiosen Finanztransaktionen die Menschen gegen sich (und wohl auch gegen die Kirche) aufgebracht hatte, also als ob er die verkorkste Vergangenheit vollends abstreifen wollte, hat er sich jetzt auch ein neues modisches Outfit zugelegt: Franz-Peter Tebartz-van Elst trägt jetzt einen modischen Drei-Tage-Bart. Schon recht füllig, wohl wahr, aber natürlich sorgfältig gestutzt und absolut gepflegt. Unter seiner violetten Bischofskappe ist zudem zu erkennen, dass er die vormals kurz geschorenen Haare etwas länger wachsen lässt. Und dazu legte er sich eine neue Brille mit dunklem Horngestell zu – fertig ist der neue Tebartz.

Bilderstrecke Der Luxus-Bischof von Limburg Eine teure neue Residenz, ein Luxusflug nach Indien, prunkvolle Gottesdienste - seit langem gibt es Verschwendungsvorwürfe gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Das Vertrauen der Gläubigen ist erschüttert. Am 26. März 2014 wurde nun schließlich bekannt: Der Papst lässt den gestrauchelten Bischof nicht in sein Bistum zurückkehren.<br />&nbsp;<br />In unserer Fotostrecke listen wir chronologisch auf, warum der Limburger Bischof in Ungnade gefallen ist. Im zweiten Teil unserer Strecke sehen Sie dann Bilder vom Sitz des "Limburger Oberhirten." Fotos: Archiv 19. August 2012: Tebartz-van Elst wird Verschwendung vorgeworfen. Er sei erster Klasse nach Indien geflogen, um dort soziale Projekte zu besuchen, berichtet das Magazin «Der Spiegel». Das Bistum weist die Vorwürfe zurück. 29. Mai 2013: Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Limburger Bischof wegen möglicher Falschaussage über ein Upgrade in die Business-Class bei einem Flug nach Indien.

Grau ist sein Haar und sein Bart geworden, offenbar haben die letzten Monate in Limburg doch stark an ihm gezehrt. Die alte, nahezu randlose Brille ließ ihn streng aussehen, seine Augen wirkten stechend, sein Lächeln unecht. Er wirkt jetzt älter, nicht mehr so gehetzt. Wenn man seine Vorgeschichte nicht kennen würde, könnte man glatt sagen: Tebartz kommt, auf den Fotos zumindest, recht sympathisch herüber.

Er lebt seit einigen Monaten in der italienischen Hauptstadt,  es heißt, er habe nicht im Vatikan, sondern in der römischen Altstadt eine Wohnung bezogen, die längst nicht so feudal und teuer sein soll wie seine Limburger Residenz. Das hat aber vielleicht auch etwas mit seinen finanziellen Möglichkeiten zu tun: Seit Papst Franziskus Ende März 2014 Tebartz' Angebot, auf das Bischofsamt zu verzichten, angenommen hatte, bekommt der Ex-Bischof deutlich weniger Geld – nur noch 71 Prozent seines früheren Gehalts.

Seine Pension in Höhe von rund 6.800 Euro soll er zwar mit seinem Job im Vatikan recht gut aufgestockt haben (Kirchenexperten schätzen: um 3300 Euro/Monat). Aber: Diese Geldquelle könnte auch schnell wieder versiegen!

Denn in seinem früheren Bistum findet man das weitere Abkassieren des Ex- Bischofs gar nicht gut. Man möchte gerne, dass das neue Gehalt mit der Pension verrechnet wird. Noch ist darüber nicht das letzte Wort gesprochen. Fest steht nur: Geld wird wohl weiterhin eine bedeutsame Rolle im Leben von Franz-Peter Tebartz-van Elst spielen. Bart und Brille haben den Menschen ganz bestimmt nicht völlig verändert.

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Bilderstrecke Der 800.000-Euro-Garten des Skandalbischofs Nur wenige Meter vom Diözesanen Zentrum »St. Nikolaus« entfernt, wo Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst residiert, wurde der so genannte Mariengarten für knapp 784 000 Euro angelegt. Doch dafür wurde im Jahr 2009, als der Bischof schon im Amt war, ein gerade erst fertig gestellter »Garten der Stille« dem Erdboden gleichgemacht. So grün sah der Garten neben dem Limburger Diözesanmuseum noch im Dezember 2005 aus. Im Hintergrund ist die Nonnenmauer zu sehen, die das Areal umfasst. Fotos: Sascha Braun Im Jahr 2009 entsteht der so genannte »Garten der Stille«, der für die Öffentlichkeit kurze Zeit zugänglich ist. Vom Hof des dahinter liegenden Diözesanmuseums ist der Garten einsichtig. Links im Bild sieht man noch Gerüste am steinernen Gartentempel und Arbeiter decken das Dach neu ein. Zu diesem Zeitpunkt war Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst schon im Amt. Plötzlich wird es im Garten wieder lebhaft: Im Frühjahr 2010 rücken schwere Baumaschinen an und machen den gerade erst fertig gestellten Garten dem Erdboden gleich, reißen das Steinlabyrinth im Zentrum des Gartens ab. Auf Anfragen von Nachbarn wird mitgeteilt, dies geschehe aufgrund eines Frostschadens. Bilderstrecke Die Protzliste des Luxusbischofs Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wird von allen Seiten für die Kostenexplosion des Neubaus seiner Residenz in Limburg kritisiert. Insgesamt wurden für den Bau sagenhafte 31 Millionen Euro ausgegeben, ursprünglich geplant waren 2,5 Millionen. Foto: dpa Noch im Juni 2013 hieß es, die Gesamtkosten beliefen sich auf »nur« 10 Millionen Euro, vier Monate später ist der Stand beim Dreifachen, eventuell sogar Vierfachen. Laut "Welt am Sonntag" vom 13.10.2013 sollen sich die Gesamtkosten inkl. Straßen- und Gebäudeschäden durch den Bau auf 40 Millionen Euro belaufen. Foto: dpa Für den Bau der Wohnung waren 200.000 Euro eingeplant, letztendlich entstanden Kosten von 2,98 Millionen, wohlgemerkt ohne Innenausstattung. Hinzu kamen unter vielem anderen die Schreinerarbeiten für Einbauschränke, Kostenpunkt: 350.000 Euro und ein Konferenztisch für 25.000 Euro. Der Schränke soll laut Bild-Zeitung ein ehemaliger Oberministrand des Bischofs in Münster geliefert haben. Foto: dpa
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Skandalbischof Tebartz-van Elst
Jetzt mit Bart & Brille: Ex-Bischof gibt sich modisch
Grauer Dreitagebart, dicke Hornbrille – erkennen Sie den Mann? Richtig: Es ist Ex-Bischof Tebartz-van Elst. Er hat nicht nur einen neuen Job. Sondern auch ein neues Outfit.
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19.04.2015
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Limburger Bischofs-Skandal

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