Lehmann nennt Äußerung von Tebartz-van Elst «abstoßend»: Kardinal Lehmann attackiert Tebartz

Nach der Abberufung des Limburger Bischofs Tebartz-van Elst will Kardinal Lehmann den Blick nach vorn richten. Doch auch den Blick zurück scheut er nicht. «Abstoßend» nennt er, dass Tebartz-van Elst seinen früheren Generalvikar belastet hat. Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann hat das Verhalten des umstrittenen früheren Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst scharf kritisiert. Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann hat das Verhalten des umstrittenen früheren Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst scharf kritisiert. Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv
Mainz.  Kardinal Karl Lehmann hat das Verhalten des bisherigen Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst teils scharf kritisiert. «Ganz gewiss gab es von Seiten mancher Medien eine Hetzkampagne gegen den Bischof. Aber der Prüfbericht zeigt, dass es eben doch erhebliche Fehler und unverantwortliche Missgriffe gab», schreibt der Mainzer Bischof für die Kirchenzeitung «Glaube und Leben» (6. April). Ein Fehlverhalten in Beschaffung und Verwendung von Finanzen, im Umgang mit Kirchenvorschriften und eine Tendenz zur Geheimhaltung und damit Verschleierung von Ausgaben hätten auch «die dafür missbrauchten Menschen in einer unerträglichen Weise belastet».

Papst Franziskus hatte in der vergangenen Woche entschieden, dass Tebartz-van Elst unter anderem wegen ausufernder Baukosten für den Bischofssitz und mangelnden Vertrauens im Bistum nicht in sein Amt zurückkehren darf. Kardinal Lehmann nennt die Entscheidung weise. Er kritisiert scharf, dass Tebartz-van Elst seinen früheren Generalvikar Franz Kaspar nach dieser Entscheidung für einen wesentlichen Teil der Kostenexplosion verantwortlich machte: «Dass der Bischof jetzt auch noch ... vor allem seinen ehemaligen Generalvikar belastet, ist besonders abstoßend.»

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Zwei Tage nach seiner Abberufung hatte Tebartz-van Elst Fehler eingeräumt und um Vergebung gebeten. Weil dieser die Fehler nicht konkret benannt habe, «darf man sich über ein vernichtendes Medienecho nicht wundern», schreibt der Kardinal. Er richtet den Blick nach vorn und hält weitere Schritte der Kirche für notwendig: «Wir wollen gemeinsam verlorenes Vertrauen zurückgewinnen», schreibt er. Das kirchliche Finanzgebaren müsse leichter durchschaubar werden, obwohl vieles längst zugänglich sei. Für das Limburger Bistum sei der neue kommissarische Leiter, der Paderborner Weihbischof Manfred Grothe, eine «wohltuende Lösung». Er könne einen neuen Anfang vorbereiten.

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Lehmann nennt Äußerung von Tebartz-van Elst «abstoßend»
Kardinal Lehmann attackiert Tebartz
Nach der Abberufung des Limburger Bischofs Tebartz-van Elst will Kardinal Lehmann den Blick nach vorn richten. Doch auch den Blick zurück scheut er nicht. «Abstoßend» nennt er, dass Tebartz-van Elst seinen früheren Generalvikar belastet hat.
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01.04.2014
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