Limburger Skandal-Bischof: Pfarrer fordern Gehaltsverzicht von Tebartz

Eine Gruppe von Priestern hat klare Vorstellungen, wie es im Bistum Limburg weitergehen muss. Dazu soll auch der zurückgetretene Bischof Tebartz-van Elst seinen Beitrag leisten. Priester des «Hofheimer Kreises» fordern in einem Brief, dass Tebartz-van Elst auf einen Teil seines derzeitigen Ruhestandgehalts verzichtet. Foto: Boris Roessler/dpa Priester des «Hofheimer Kreises» fordern in einem Brief, dass Tebartz-van Elst auf einen Teil seines derzeitigen Ruhestandgehalts verzichtet.
Limburg.  Der abberufene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst soll nach Ansicht einer Gruppe von Pfarrern auf einen Teil seines derzeitigen Ruhestandsgehalts verzichten. Die Priester des «Hofheimer Kreises» sandten einen Brief mit ihrer Forderung vergangene Woche an das Limburger Bistum. Noch gebe es aber keine Reaktion, sagte Pfarrer Werner Otto, einer der Sprecher des Kreises aus 21 Priestern, am Freitag.
Bilderstrecke Der Luxus-Bischof von Limburg Eine teure neue Residenz, ein Luxusflug nach Indien, prunkvolle Gottesdienste - seit langem gibt es Verschwendungsvorwürfe gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Das Vertrauen der Gläubigen ist erschüttert. Am 26. März 2014 wurde nun schließlich bekannt: Der Papst lässt den gestrauchelten Bischof nicht in sein Bistum zurückkehren.<br />&nbsp;<br />In unserer Fotostrecke listen wir chronologisch auf, warum der Limburger Bischof in Ungnade gefallen ist. Im zweiten Teil unserer Strecke sehen Sie dann Bilder vom Sitz des "Limburger Oberhirten." Fotos: Archiv 19. August 2012: Tebartz-van Elst wird Verschwendung vorgeworfen. Er sei erster Klasse nach Indien geflogen, um dort soziale Projekte zu besuchen, berichtet das Magazin «Der Spiegel». Das Bistum weist die Vorwürfe zurück. 29. Mai 2013: Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Limburger Bischof wegen möglicher Falschaussage über ein Upgrade in die Business-Class bei einem Flug nach Indien.
In dem Papier, über das zuvor mehrere Medien berichteten, wird Tebartz-van Elst aufgefordert, «auf einen Teil seines Ruhestandsgehalts zu verzichten, der dann vom Bistum zweckgebunden für caritative Maßnahmen verwendet wird». Es gehe um eine «symbolische Genugtuung» angesichts des angerichteten Schadens und Vertrauensverlustes, sagte Otto.

Das Papier, in dem auch weitere Vorschläge zur Zukunft des Bistums aufgelistet werden, ging an die Bistumsleitung. An Tebartz-van Elst sei es nicht geschickt worden. Dieser werde den Inhalt über die Medien erfahren.

Der derzeitige Leiter der Diözese, Weihbischof Manfred Grothe, habe den Brief noch nicht lesen können, sagte ein Bistumssprecher. Grothe werde ihn aber zur Kenntnis nehmen und mit den Absendern sprechen. «Es ist ein ernstzunehmender Brief», sagte der Sprecher.
Limburger Bischofs-Skandal Priester des «Hofheimer Kreises» fordern in einem Brief, dass Tebartz-van Elst auf einen Teil seines derzeitigen Ruhestandgehalts verzichtet. Skandal-Bischof Tebartz: Bistum Limburg muss haften

Der Bericht der Kommission über die Prüfung des Baus des neuen Bischofshauses enthält eine Reihe von Mängeln oder Verstößen gegen das Vermögensrecht. Eine kirchenrechtliche Aufarbeitung ist dabei ebenso angesagt wie eine Prüfung durch die Staatsanwaltschaft Limburg, ob gegen weltliches Recht verstoßen wurde.

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In ihrer Stellungnahme sprechen sich die Priester für einen klaren Neuanfang im Bistum aus. Sie schlagen zudem die Einberufung einer Diözesansynode vor, um über den zukünftigen Kurs im Bistum zu beraten. Diese Versammlung könne nur ein Diözesanbischof einberufen. «Wir möchten dem künftigen Bischof unbedingt empfehlen, dies zu tun.»

Der Papst hatte Tebartz-van Elst Ende März wegen des Finanzskandals um den neuen Bischofssitz und der Kritik an dessen Führungsstil abberufen. Grothe wurde zum Apostolischen Administrator des Bistums ernannt. Einen Nachfolger für Tebartz-van Elst gibt es noch nicht. Der «Hofheimer Kreis» hatte bereits 2012 in einem Brief den Führungsstil des früheren Limburger Bischofs scharf kritisiert.
 

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Limburger Skandal-Bischof
Pfarrer fordern Gehaltsverzicht von Tebartz
Eine Gruppe von Priestern hat klare Vorstellungen, wie es im Bistum Limburg weitergehen muss. Dazu soll auch der zurückgetretene Bischof Tebartz-van Elst seinen Beitrag leisten.
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25.04.2014
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