Franz-Peter Tebartz-van Elst: Skandal-Bischof: Rückkehr undenkbar

Von Michael Kluger Ein Gespenst geht um in Limburg – und es schein, als ob Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst nun endgültig jeden Realitätssinn verloren hat, meint Michael Kluger. Ein Gespenst geht um in Limburg. Ein Gespenst geht um in Limburg.
Limburg.  Michael Kluger /rhein-main/limburgerbischof/Skandal-Bischof-Rueckkehr-undenkbar;art25268,747718 Michael Kluger Ein Gespenst geht um in Limburg: Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst schleicht sich heimlich zurück in seine millionenteure Residenz, lässt sich vom Fahrer bekochen, feiert in seiner Privatkapelle eine Messe und spinnt wieder Fäden. Ein Mann, dem der Papst eine Auszeit verordnet hat, eine Abstinenz von der Diözese, um den Aufruhr des Kirchenvolks vorerst zu beruhigen. Doch es scheint, Tebartz-van Elst ist aller Realitätssinn abhanden gekommen. Er lebt längst in einer eigenen, sonderbaren, jenseitigen Welt. Er weiß nicht mehr, was sich ziemt.

Nicht wenige zweifeln, ob er es, seit er sein Amt in Limburg antrat, je wusste. Die kirchenfürstliche Hybris, mit der er seinen Bischofssitz zu einem schlossartigen Bau aus dem Fels emporschichten ließ, mit geheimen Gängen und unterirdischen Gewölben, errichtet mit kostbaren Materialien und allerlei Komfort fürs priesterliche Wohlbefinden, ist ja nur die von übersteigertem Repräsentationsbedürfnis inspirierte äußere Fassade eines Mannes, der seine Rolle als Diener Gottes und der Menschen misszuverstehen scheint. Unzeitgemäß autoritäres Gehabe, Falschheit, Intriganz, Lüge, Niedertracht, Drohgebärden – die Frage stellt sich, ob Tebartz seinem ganzen Charakter nach geeignet ist, ein Bistum in christlichem Geist zu leiten.

Immer wieder sucht Tebartz Rückhalt in Rom. Im Vatikan hat er einige ultrakonservative Fürsprecher: in Gerhard Ludwig Müller, dem Präfekten der Glaubenskongregation etwa, in Georg Gänswein, dem Sekretär des alten und auch des neuen Papstes. Tatsächlich scheint sich im Hintergrund der Tebartz-Affäre ein Kampf zwischen aufgeklärten, weltzugewandten und jenen reaktionären Kräften abzuspielen, die eine Zersetzung der Kirche durch den „liberalen Zeitgeist“, durch „Dekadenz“ und „demokratische Vergiftung“ fürchten. Diese Soldaten des Herrn setzen alles daran, die Kirche als Bollwerk gegen den „modernen Relativismus“ in Stellung zu bringen und zu verteidigen.

Ihr neuer Widersacher aber ist Papst Franziskus. Seine Theologie kommt her vom Evangelium, von der Botschaft Christi, nicht von verordneten Lehrsätzen und krausen Dogmen. Sie richtet sich auf Gott und die Menschen, nicht auf die starre Erhabenheit einer von Weihrauch, Pomp und Prunk geblendeten Kirche. Franziskus wird im Falle Tebartz-van Elst eine Entscheidung treffen müssen. Anders ist der Fall nicht zu lösen. Von dieser Entscheidung hängt die Glaubwürdigkeit des neuen Papstes ab – und auch die der katholischen Kirche in Deutschland.

Es ist nach all den unerhörten Vorfällen undenkbar, dass Tebartz-van Elst nach Limburg zurückkehren kann. Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass dieser Bischof noch eine Messe im Dom zu halten vermöchte – als demütiger Diener Gottes und der Brüder und Schwestern in Jesus Christus und im Geist der Nächstenliebe.

michael.kluger@fnp.de
 

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Skandal-Bischof: Rückkehr undenkbar
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04.02.2014
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