Strafbefehl gegen Bischof Tebartz-van Elst

Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst Strafbefehl wegen einer falschen eidesstattlichen Erklärung in zwei Fällen beantragt. Die Kritik an Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wird immer schärfer - jetzt geht der Geistliche in die Verteidigung. Foto: Arne Dedert/Archiv Die Kritik an Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wird immer schärfer - jetzt geht der Geistliche in die Verteidigung. Foto: Arne Dedert/Archiv
Frankfurt.  Das teilte die Hamburger Ermittlungsbehörde am Donnerstag mit. Es geht um Aussagen des Geistlichen über einem Flug nach Indien.

Am Mittwoch hatte Limburgs scharf kritisierter Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst sein Schweigen gebrochen und die Kostenexplosion für den Neubau seiner Residenz persönlich verteidigt.

Er verstehe, dass man bei der hohen Summe von 31 Millionen Euro erschrecke, sagte der katholische Bischof der «Bild»-Zeitung (Donnerstag). «Aber dahinter stehen zehn einzelne Bauprojekte. Man muss viele Details kennen, etwa die Auflagen des Denkmalschutzes.» Der hessische Denkmalschutz bestreitet allerdings, Auflagen gemacht zu haben. Derzeit werden die Kosten für den Bau des Bischofssitzes auf 31 Millionen Euro geschätzt.

   Der 53 Jahre alte Bischof ist zudem wegen seines autoritären Führungsstils umstritten. Außerdem ermittelt die Hamburger Staatsanwaltschaft gegen ihn. Dabei geht es um die Aussagen über einen teuren Flug nach Indien - im Raum steht der Vorwurf einer falschen Versicherung an Eides statt. In Betracht kommen eine Einstellung, ein Strafbefehl oder auch eine Anklage. Eine Entscheidung soll in Kürze mitgeteilt werden.

   Den Vorwurf des verschwenderischen Umgangs mit Kirchenmitteln wies Tebartz-van Elst in seinem Interview zurück. «Wer mich kennt, weiß, dass ich keinen pompösen Lebensstil brauche», sagte der 53-Jährige.

   Auf Forderungen nach einem Rücktritt ging der Bischof in dem Interview nicht konkret ein, er übernahm aber die Verantwortung für die Kostensteigerungen. «Als Bischof trage ich die Verantwortung», sagte Tebartz-van Elst. Er wolle sie nicht auf andere schieben. Der Geistliche forderte, das Ergebnis der Überprüfung einer Kommission der Bischofskonferenz abzuwarten, «bevor man den Stab über mich bricht». Er kündigte an, sich am Wochenende in einem Brief an die Gläubigen des Bistums zu wenden «und manches klarstellen».

   Es war das erste Mal, dass sich der Bischof öffentlich äußerte, nachdem zu Wochenbeginn bekannt geworden war, dass sich die Ausgaben für die neue Residenz um ein Vielfaches auf derzeit 31 Millionen Euro gesteigert hatten. Schwere Vorwürfe hatte der Bischof daraufhin unter anderem vom Vermögensverwaltungsrat einstecken müssen. Dieser soll die Finanzen des Bischöflichen Stuhls überwachen. Rücktrittsforderungen kamen unter anderem vom Priesterrat seiner Diözese, der das Vertrauen zerstört sieht, sowie von der Reformbewegung «Wir sind Kirche».


Limburger Bischofs-Skandal Die Kritik an Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wird immer schärfer - jetzt geht der Geistliche in die Verteidigung. Foto: Arne Dedert/Archiv Im Amt - ohne Würden

Ist der Limburger Bischof ein Lügner und Betrüger oder krank? Diese Frage stellen sich viele Katholiken - und stehen auch dazu, wie Jochen Riebel, Mitglied des Vermögens- und Verwaltungsrats des Bischöflichen Stuhls. Die Antworten sind unterschiedlich, das Fazit immer das gleiche: Franz-Peter Tebartz-van Elst kann sein Amt nicht weiter ausüben.

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Bilderstrecke Der Luxus-Bischof von Limburg Eine teure neue Residenz, ein Luxusflug nach Indien, prunkvolle Gottesdienste - seit langem gibt es Verschwendungsvorwürfe gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Das Vertrauen der Gläubigen ist erschüttert. Am 26. März 2014 wurde nun schließlich bekannt: Der Papst lässt den gestrauchelten Bischof nicht in sein Bistum zurückkehren.<br />&nbsp;<br />In unserer Fotostrecke listen wir chronologisch auf, warum der Limburger Bischof in Ungnade gefallen ist. Im zweiten Teil unserer Strecke sehen Sie dann Bilder vom Sitz des "Limburger Oberhirten." Fotos: Archiv 19. August 2012: Tebartz-van Elst wird Verschwendung vorgeworfen. Er sei erster Klasse nach Indien geflogen, um dort soziale Projekte zu besuchen, berichtet das Magazin «Der Spiegel». Das Bistum weist die Vorwürfe zurück. 29. Mai 2013: Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Limburger Bischof wegen möglicher Falschaussage über ein Upgrade in die Business-Class bei einem Flug nach Indien.

Mehr zum Thema » Tebartz-van Elst - Der Limburger Skandalbischof

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Strafbefehl gegen Bischof Tebartz-van Elst
Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst Strafbefehl wegen einer falschen eidesstattlichen Erklärung in zwei Fällen beantragt.
http://www.fnp.de/rhein-main/limburgerbischof/Strafbefehl-gegen-Bischof-Tebartz-van-Elst;art25268,653125
10.10.2013
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Limburger Bischofs-Skandal
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