Nach Audienz beim Papst: Tebartz-van Elst entschuldigt sich: "Ich bitte um Vergebung"

"Ich erkenne, dass ich Fehler gemacht habe" - der zurückgetretene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat nach seinem Besuch bei Papst Franziskus in Rom eine schriftlichen Erklärung veröffentlicht. Wir dokumentieren die Stellungnahme im Wortlaut.
Limburg.  Franz-Peter Tebartz-van Elst. Foto: dpa /rhein-main/limburgerbischof/Tebartz-van-Elst-entschuldigt-sich-Ich-bitte-um-Vergebung;art25268,793515 Franz-Peter Tebartz-van Elst. Foto: dpa "Während meiner Amtsführung als Bischof von Limburg ist bei vielen Katholiken und in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden, dass ich den Dienst für die Diözese und an der Einheit der Kirche dadurch vernachlässigt hätte, dass ich eigene Ziele und Interessen in den Vordergrund gestellt und ohne Abstimmung durchgesetzt hätte.

Mit dem Wissen von heute erkenne ich, dass ich Fehler gemacht habe. Auch wenn sie niemals aus Absicht entstanden, haben sie Vertrauen zerstört. Ich bitte alle um Vergebung, die unter meinen Versäumnissen gelitten haben oder leiden.

Angesichts der schweren Vorwürfe und des entstandenen Vertrauensverlusts habe ich bereits im Oktober 2013 die Entscheidung über meine Zukunft in die Hände des Heiligen Vaters gelegt. In dieser Woche hat er mich von der Verantwortung für das Bistum Limburg entbunden, um mich zu gegebener Zeit mit einer neuen Aufgabe zu betrauen. Dies hat der Heilige Vater mir gegenüber auch persönlich in einer herzlichen brüderlichen Begegnung am heutigen Vormittag (28. März 2014) betont.

Ich sehe in dieser Entscheidung die Chance eines Neubeginns: nicht nur für das Bistum Limburg, sondern auch für mich. In diesem Sinne bitte ich alle, meine Stellungnahme an die Kongregation vom 11. März 2014 zum Prüfbericht, die in den vergangenen Tagen veröffentlicht wurde, als Zäsur zu betrachten – und nicht als Anfang einer neuen Auseinandersetzung.

Ich hoffe, dass es jenseits wechselseitiger Beschuldigungen und Verletzungen gelingt, aus der Distanz das Geschehene zu verstehen und Einsichten zu gewinnen, die zu einer Versöhnung führen können. Dafür werde ich beten, meine ganze Kraft einsetzen und bitte auch um das Gebet." (Diese Erklärung veröffentlichte Tebartz-van Elst bei www.domradio.de.)

Eine Viertelstunde beim Papst

Am Freitagmorgen (28.03.2014) hatte Papst Franziskus Tebartz-van Elst zu einer kurzen Audienz empfangen. Das Treffen begann um 9.45 Uhr, bestätigte eine Sprecherin des Vatikans der Nachrichtenagentur dpa. Es dauerte damit höchstens eine Viertelstunde, denn der Papst wartete bereits auf einen prominenten Gast, den griechischen Präsidenten Karolos Papoulias.

Worüber Papst und Bischof bei dem privaten Treffen gesprochen haben, wurde nicht mitgeteilt, wie Radio Vatikan berichtete. Damit ist offen, ob bereits über die Zukunft des Bischofs gesprochen wurde.

Der Papst hatte am Mittwoch den angebotenen Amtsverzicht Tebartz-van Elsts angenommen. «Der scheidende Bischof wird zu gegebener Zeit mit einer anderen Aufgabe betraut werden», hatte es in der Mitteilung des Heiligen Stuhls geheißen.

Bistum Limburg zahlt weiterhin Bezüge

Für die Bezüge von Tebartz-van Elst ist derzeit weiterhin das Bistum Limburg zuständig. Der 54-Jährige haben nun den Status eines emeritierten Bischofs, sagte ein Sprecher der Diözese. Das Bistum sorge damit für dessen Versorgung - ähnlich wie bei Pfarrern im Ruhestand. Für die Zukunft wolle man sich am Umgang anderer Bistümer mit ihren Bischöfen im Ruhestand orientieren, erklärte der Sprecher. Es soll ein «transparenter und nachvollziehbarer Modus» gefunden werden.


Limburger Bischofs-Skandal Franz-Peter Tebartz-van Elst. Foto: dpa Tebartz-van Elst reist nach Rom Skandalbischof zu Besuch beim Papst

Vom Bistum Limburg muss er sich endgültig verabschieden, das hat Papst Franziskus bereits entschieden. Doch was wird nun aus Tebartz-van Elst? Auch das könnte heute Vormittag ein Thema beim Treffen der beiden gewesen sein - stattgefunden hat die Audienz im Geheimen.

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Limburger Bischofs-Skandal Franz-Peter Tebartz-van Elst. Foto: dpa Das sind die teuren Wünsche des Bischofs

Ein Becken für Koi-Karpfen, 32 Lautsprecher für 45.000 Euro sowie LED-Lichter in Böden, Wänden und Stufen für eine halbe Million Euro: Das ist die Liste der Sonderwünsche des Limburger Bischofs Tebartz-van Elst.

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Bilderstrecke Der Luxus-Bischof von Limburg Eine teure neue Residenz, ein Luxusflug nach Indien, prunkvolle Gottesdienste - seit langem gibt es Verschwendungsvorwürfe gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Das Vertrauen der Gläubigen ist erschüttert. Am 26. März 2014 wurde nun schließlich bekannt: Der Papst lässt den gestrauchelten Bischof nicht in sein Bistum zurückkehren.<br />&nbsp;<br />In unserer Fotostrecke listen wir chronologisch auf, warum der Limburger Bischof in Ungnade gefallen ist. Im zweiten Teil unserer Strecke sehen Sie dann Bilder vom Sitz des "Limburger Oberhirten." Fotos: Archiv 19. August 2012: Tebartz-van Elst wird Verschwendung vorgeworfen. Er sei erster Klasse nach Indien geflogen, um dort soziale Projekte zu besuchen, berichtet das Magazin «Der Spiegel». Das Bistum weist die Vorwürfe zurück. 29. Mai 2013: Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Limburger Bischof wegen möglicher Falschaussage über ein Upgrade in die Business-Class bei einem Flug nach Indien.

Mehr zum Thema » Tebartz-van Elst - Der Limburger Skandalbischof

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Tebartz-van Elst entschuldigt sich: "Ich bitte um Vergebung"
"Ich erkenne, dass ich Fehler gemacht habe" - der zurückgetretene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat nach seinem Besuch bei Papst Franziskus in Rom eine schriftlichen Erklärung veröffentlicht. Wir dokumentieren die Stellungnahme im Wortlaut.
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