Zweite Chance: Tebartz-van Elst übernimmt Job im Vatikan

Wegen Verschwendungs-Vorwürfen war er in Deutschland unhaltbar geworden. Jetzt hat der ehemalige Limburger Bischof Tebartz-van Elst einen Job im Vatikan. Aber auch in Rom scheint er nicht unumstritten zu sein. Neuer Job in Rom: Bereits seit Dezember ist Ex-Bischof Tebartz-van Elst im Vatikan beschäftigt. Foto: dpa Neuer Job in Rom: Bereits seit Dezember ist Ex-Bischof Tebartz-van Elst im Vatikan beschäftigt.
Berlin.  Der skandalumwitterte ehemalige Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat neun Monate nach seiner Abberufung einen Posten im Vatikan übernommen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wurde der 55-Jährige bereits im Dezember zum Delegaten im Päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung ernannt. Auch der «Kölner Stadt-Anzeiger» und andere Zeitungen hatten darüber berichtet.

Tebartz hatte sein Amt im März 2014 im Zuge des Skandals um die explodierten Kosten für den neuen Bischofssitz in Limburg verloren. Eine bischöfliche Prüfungskommission kam in ihrem Abschlussbericht zu dem Ergebnis, dass er kirchliche Vorschriften umgangen und Baukosten in die Höhe getrieben hatte. Ein strafrechtlich verfolgbares Verhalten sah die Staatsanwaltschaft Limburg jedoch nicht.

Limburger Bischofs-Skandal Neuer Job in Rom: Bereits seit Dezember ist Ex-Bischof Tebartz-van Elst im Vatikan beschäftigt. Limburger Skandal-Bischof Tebartz: Gibt ihm der Vatikan jetzt doch einen Posten

Täglich gibt es neue Meldungen über die künftige Verwendung des ehemaligen Limburger Bischofs Tebartz-van Elst. Nun soll er doch eine Zukunft im Vatikan haben.

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Der Päpstliche Rat zur Förderung der Neuevangelisierung ist eine Behörde der römischen Kurie, also der Verwaltung des Vatikans. Aufgabe ist die Verkündung des Evangeliums in Ländern, in denen der Glaube zwar stark verwurzelt ist, aber die Unterstützung für die Kirche schwindet. Geleitet wird die 2010 gegründete Behörde vom italienischen Kurien-Erzbischof Rino Fisichella.

Unklar war die genaue Stellenbeschreibung von Tebartz' neuem Posten: Arbeitet er als Sekretär - was eine ranghöhere Stellung wäre - oder als Delegat? In der vatikanischen Hierarchie stünde Tebartz in jedem Fall nicht an der Spitze.

Bilderstrecke Der Luxus-Bischof von Limburg Eine teure neue Residenz, ein Luxusflug nach Indien, prunkvolle Gottesdienste - seit langem gibt es Verschwendungsvorwürfe gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Das Vertrauen der Gläubigen ist erschüttert. Am 26. März 2014 wurde nun schließlich bekannt: Der Papst lässt den gestrauchelten Bischof nicht in sein Bistum zurückkehren.<br />&nbsp;<br />In unserer Fotostrecke listen wir chronologisch auf, warum der Limburger Bischof in Ungnade gefallen ist. Im zweiten Teil unserer Strecke sehen Sie dann Bilder vom Sitz des "Limburger Oberhirten." Fotos: Archiv 19. August 2012: Tebartz-van Elst wird Verschwendung vorgeworfen. Er sei erster Klasse nach Indien geflogen, um dort soziale Projekte zu besuchen, berichtet das Magazin «Der Spiegel». Das Bistum weist die Vorwürfe zurück. 29. Mai 2013: Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Limburger Bischof wegen möglicher Falschaussage über ein Upgrade in die Business-Class bei einem Flug nach Indien.

Die Personalie scheint auch im Vatikan umstritten zu sein. Spekuliert wurde, ob der Papst gegen die Ernennung des vielkritisierten Ex-Bischofs von Limburg war. Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» hatte vor kurzem geschrieben, Franziskus habe Tebartz die kalte Schulter gezeigt und wünsche eine Ernennung nicht. Die Zeitung zitierte den Papst mit den Worten «Ich denke gar nicht daran».

Bilderstrecke Exklusive Bilder vom Bischofssitz Das Diözesane Zentrum St. Nikolaus steht auf einem rund 1000 Quadratmeter großen Grundstück auf dem Limburger Domberg - rechts und links eingefasst von historischen Stadtmauern, im Hintergrund das Diözesanmuseum (9), das nicht zum Komplex gehört. Der Garten (10) mit den vier Rasenfeldern (ganz hinten) zählt aber noch dazu. Im Fachwerkhaus (1), in der Alten Vikarie, haben der Bischof und seine engsten Mitarbeiter ihre Diensträume. Im ehemaligen Küsterhaus (2) wohnen jetzt zwei Ordensschwestern, die den Haushalt des Bischofs versorgen. Im Neubau aus fränkischem Kalkstein sind unter anderem die Wohnung des Bischofs (8), die Bibliothek (7) und Konferenzräume (4) sowie das Foyer (3) untergebracht. Die schwarze Kapelle 2 überragt die Flachdachbauten und grenzt an den Innenhof 1 . Foto: Reinhard Langschied Es folgen weitere Luftaufnahmen der bischöflichen Residenz.

Die «Passauer Neue Presse» schrieb hingegen, dass die Ernennungsurkunde auf Lateinisch verfasst sei und mit den Worten «Summus Pontifex Franciscus nominavit» («Der oberste Pontifex Franziskus hat ernannt») beginne - was beweise, dass der Papst die Ernennung vorgenommen habe. Eine offizielle Stellungnahme des Vatikans gab es zu all den Spekulationen nicht.

Informanten sagten der Deutschen Presse-Agentur, dass Tebartz' Ernennung vermutlich nicht im Bulletin, den offiziellen Mitteilungen des Vatikans, auftauchen werde - was auf eine problematische Kommunikation in diesem Fall hindeutet. Bemerkenswert ist auch, dass die Deutsche Bischofskonferenz offenbar nicht über die Personalie informiert war.

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Bilderstrecke Der 800.000-Euro-Garten des Skandalbischofs Nur wenige Meter vom Diözesanen Zentrum »St. Nikolaus« entfernt, wo Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst residiert, wurde der so genannte Mariengarten für knapp 784 000 Euro angelegt. Doch dafür wurde im Jahr 2009, als der Bischof schon im Amt war, ein gerade erst fertig gestellter »Garten der Stille« dem Erdboden gleichgemacht. So grün sah der Garten neben dem Limburger Diözesanmuseum noch im Dezember 2005 aus. Im Hintergrund ist die Nonnenmauer zu sehen, die das Areal umfasst. Fotos: Sascha Braun Im Jahr 2009 entsteht der so genannte »Garten der Stille«, der für die Öffentlichkeit kurze Zeit zugänglich ist. Vom Hof des dahinter liegenden Diözesanmuseums ist der Garten einsichtig. Links im Bild sieht man noch Gerüste am steinernen Gartentempel und Arbeiter decken das Dach neu ein. Zu diesem Zeitpunkt war Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst schon im Amt. Plötzlich wird es im Garten wieder lebhaft: Im Frühjahr 2010 rücken schwere Baumaschinen an und machen den gerade erst fertig gestellten Garten dem Erdboden gleich, reißen das Steinlabyrinth im Zentrum des Gartens ab. Auf Anfragen von Nachbarn wird mitgeteilt, dies geschehe aufgrund eines Frostschadens. Limburger Bischofs-Skandal Neuer Job in Rom: Bereits seit Dezember ist Ex-Bischof Tebartz-van Elst im Vatikan beschäftigt. Limburger Ex-Bischof Der Dalai Lama lobt Abberufung von Tebartz-van Elst

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Tebartz-van Elst übernimmt Job im Vatikan
Wegen Verschwendungs-Vorwürfen war er in Deutschland unhaltbar geworden. Jetzt hat der ehemalige Limburger Bischof Tebartz-van Elst einen Job im Vatikan. Aber auch in Rom scheint er nicht unumstritten zu sein.
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07.02.2015
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