Limburg Bischof Tebartz-van Elst: Vatikan verordnet Bischof Auszeit

Die Entscheidung ist gefallen: Der umstrittene Limburger Bischof Tebartz-van Elst wird aus der Schusslinie genommen – vorerst. Lesen Sie bei uns die offizielle Mitteilung des Vatikans.
Limburg.  Der umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist noch im Amt, nach Wunsch des Papstes lässt er sein Bischofsamt aber derzeit ruhen. Foto: dpa /rhein-main/limburgerbischof/Vatikan-verordnet-Bischof-Auszeit;art25268,664203 Der umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist noch im Amt, nach Wunsch des Papstes lässt er sein Bischofsamt aber derzeit ruhen. Foto: dpa Der umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst bleibt zunächst im Amt. Er werde sich in Absprache mit dem Papst allerdings von den Amtsgeschäften in dem Bistum zurückziehen, teilte der Vatikan am Mittwoch in Rom mit. Während dieser Auszeit werde der Wiesbadener Stadtdekan Wolfgang Rösch die Amtsgeschäfte in Limburg übernehmen. Tebartz-van Elst werden seit Wochen Verschwendung und Verschleierung vorgeworfen.

   In der Diözese sei es zu einer Situation gekommen, in der der Bischof seinen Dienst «zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausüben kann», heißt es in der Mitteilung des Vatikans. Der Papst sei über die Lage in der Diözese «zu jedem Zeitpunkt umfassend und objektiv informiert worden». Derzeit nimmt eine von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Kommission die Kosten der Limburger Residenz unter die Lupe. Bis Ergebnisse vorlägen, werde Tebartz-van Elst «eine Zeit außerhalb der Diözese» verbringen.

»Die offizielle Pressemitteilung des Vatikans zum Fall "Tebartz-van Elst"

Untreue-Anzeigen gegen Bischof

FNP.de auf FacebookDer Bischof steht vor allem wegen seiner Amtsführung und der mindestens 31 Millionen Euro teuren Residenz auf dem Limburger Domberg in der Kritik. Außerdem droht dem 53-Jährigen neben einem Strafbefehl wegen einer falschen eidesstattlichen Erklärung um einen Erste-Klasse-Flug nach Indien weiterer Ärger mit der Justiz. Die Staatsanwaltschaft Limburg prüft derzeit, ob sie nach Untreue-Anzeigen gegen den Oberhirten ein Ermittlungsverfahren einleiten wird.

Kritiker zeigten zwar Verständnis für die Entscheidung aus Rom, einige äußerten sich aber auch enttäuscht. «Ich habe das mit einem eher weinenden als mit einem lachenden Auge mitbekommen», sagte die Präsidentin der Diözesanversammlung Limburg, Ingeborg Schillai, der dpa.

Der Papst sei über die Lage in der Diözese «zu jedem Zeitpunkt umfassend und objektiv informiert worden», versicherte der Vatikan. Derzeit nimmt eine von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Prüfungskommission die Kosten der Limburger Residenz unter die Lupe. Bis Ergebnisse vorlägen, werde Tebartz-van Elst «eine Zeit außerhalb der Diözese» verbringen, so die Entscheidung aus Rom. Unklar ist bislang, wann die Kommission ihren Bericht vorlegen wird.

Schon seit langem brodelt es im Bistum Limburg. Bereits im März 2012 warf ein Kreis von Priestern Tebartz-van Elst einen autoritären Führungsstil vor. Im Sommer dieses Jahres reichte es dann auch der Basis: Mehr als 4000 Menschen unterzeichneten einen offenen Brief gegen die Amtsführung des Bischofs. Im Bistum Limburg, das sich auf Teile von Hessen und Rheinland-Pfalz erstreckt, leben etwa 650 000 Katholiken.

 Der vorübergehende Stellvertreter des Bischofs in Limburg, Wolfgang Rösch, gilt als Vertrauter von Tebartz-van Elst. Der 54 Jahre alte Theologe war bereits zuvor zum 1. Januar 2014 zum neuen Generalvikar ernannt worden. Ein Generalvikar ist der Vertreter des Diözesanbischofs im Bereich der allgemeinen Verwaltung.

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Limburger Bischofs-Skandal Der umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist noch im Amt, nach Wunsch des Papstes lässt er sein Bischofsamt aber derzeit ruhen. Foto: dpa Die Baustellen des Bistums

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, der mindestens 31  Millionen Euro für seinen neuen Bischofssitz ausgeben will, auf der einen Seite - das Programm „Sparen und Erneuern“ des Bistums Limburg zur Gesundung der Kirchenfinanzen auf der anderen Seite. Da müssen Gemeindemitglieder schon von einer starken katholischen Solidarität sein, dass sie sich nicht ausmalen, was man mit 31  Millionen Euro sonst alles machen könnte. Denn Baustellen gibt es viele.

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(dpa, kna)

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23.10.2013
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