Auch Metall-Leiharbeiter bekommen mehr Geld

In der deutschen Metall- und Elektroindustrie bekommen nun auch die mehr als 240.000 Leiharbeiter mehr Geld. IG Metall und die Arbeitgeber der Zeitarbeit einigten sich in der Nacht zum Dienstag in Frankfurt auf einen Stufenplan, der den Leiharbeitern ab der sechsten Woche Branchenzuschläge auf ihren Tariflohn sichert.
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Frankfurt. 

In der deutschen Metall- und Elektroindustrie bekommen nun auch die mehr als 240.000 Leiharbeiter mehr Geld. IG Metall und die Arbeitgeber der Zeitarbeit einigten sich in der Nacht zum Dienstag in Frankfurt auf einen Stufenplan, der den Leiharbeitern ab der sechsten Woche Branchenzuschläge auf ihren Tariflohn sichert. Nach neun Monaten Tätigkeit in der Metall- und Elektroindustrie soll der Zuschlag 50 Prozent des Tariflohns betragen. Damit wird ein großer Teil der Lohnlücke im Vergleich zu den Stammbelegschaften geschlossen. Weitere Zuschläge bis hin zur Gleichbezahlung können auf betrieblicher Ebene vereinbart werden.

Der ab November bis zum Jahr 2017 geltende Tarifvertrag sei am Morgen von beiden Seiten unterschrieben worden, teilte ein Sprecher des Zeitarbeitverbands BAP mit. Zuvor hatte die IG Metall bestätigt, dass man kurz vor dem Abschluss stehe. Die Gewerkschaft will im Laufe des Tages näher informieren. Der Tarifvertrag soll auch als Muster für andere Branchen gelten.

Zuvor hatten sich am Samstag in Baden-Württemberg die Metall-Tarifpartner für ihre Stammbranche bereits auf einen Pilot-Tarifvertrag geeinigt, der voraussichtlich den rund 3,6 Millionen Stammbeschäftigten ein Lohnplus von 4,3 Prozent bringt. Der Abschluss muss noch von den anderen Tarifbezirken übernommen werden. Am Dienstag wollten die Bezirke Bayern und Mitte (Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und Saarland) über letzte Details verhandeln. Die Leiharbeiter in den Betrieben profitieren von dem Abschluss zunächst nicht, da sie bei den Zeitarbeitsunternehmen angestellt sind.

IG-Metall-Verhandlungsführerin Helga Schwitzer hatte vor den Verhandlungen in Frankfurt klargemacht, dass Leiharbeit in der Metall- und Elektroindustrie nur mit fairen Bedingungen eine Zukunft habe. "Das bisherige, vor allem auf Lohndumping basierende Geschäftsmodell, funktioniert nicht mehr." Auf der Gegenseite beklagte Verhandlungsführer Thomas Bäumer die hohen Mehrkosten für die Zeitarbeit, die nun von den Kundenunternehmen getragen werden müssten. Der Jobmotor Zeitarbeit werde nun deutlich langsamer laufen, erklärte Bäumer am Morgen in Frankfurt.

(dpa)
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