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Koalition in Hessen: Grüne Evolution: Bouffier statt Bart

Aus einstigen Ökos in Strickware sind längst herkömmliche Politiker im Businesszwirn geworden. Zu den Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und Grüne in Hessen blicken wir noch einmal auf die Anfangsjahre der Umwelt-Partei zurück.
Wie Paradiesvögel im Plattenbau: Abgeordnete der Grünen (M) sitzen am 1.12.1982 im Plenarsaal während der konstituierenden Sitzung des neuen hessischen Landtags. Viele Bärte, keine Schlipse, Wollpullover statt Sakkos und ein merkwürdiges Paket prägen den ersten Auftritt der Grünen. Foto: dpa Wie Paradiesvögel im Plattenbau: Abgeordnete der Grünen (M) sitzen am 1.12.1982 im Plenarsaal während der konstituierenden Sitzung des neuen hessischen Landtags. Viele Bärte, keine Schlipse, Wollpullover statt Sakkos und ein merkwürdiges Paket prägen den ersten Auftritt der Grünen. Foto: dpa
Hessen ist eines der Bundesländer, in denen die Grünen groß geworden sind und nun sogar mit der CDU regieren könnten. Das ist eine kleine Sensation, denn selten waren sich Union und Grüne in der Vergangenheit so fremd wie in Hessen.

Der Kampf gegen die Startbahn West und das Kernkraftwerk Biblis waren die Themen, als der Landesverband 1979 gegründet wurde. 1982 zogen die hessischen Grünen erstmals in den Landtag ein, nur mitregieren wollten sie nicht.    
 
Das änderte sich 1985: Ober-Realo Joschka Fischer führte seine Partei in die erste rot-grüne Koalition in Deutschland. Zwar entließ SPD-Ministerpräsident Holger Börner seinen Turnschuh-Minister schon nach 14 Monaten wieder. Doch von 1991 bis 1999 regierte Rot-Grün in Hessen stabil und bereitete den Boden für eine Koalition mit gleichen
Farben im Bund.
Bilderstrecke Freaks und Ökos: Grüne-Geschichte in Hessen
Rudolf Bahro spricht auf dem ersten Parteitag der Gürnen am 12. Januar 1980. Die dpa schrieb damals: "Die grünen, alternativen und bunten Gruppierungen in der Bundesrepublik haben am 13.01.1980 nach heftigen Auseinandersetzungen eine Bundespartei mit dem Namen 'Die Grünen' gegründet. Das Ziel, auf dem zweitägigen Parteitag in Karlsruhe eine 'umweltorientierte soziale basisdemokratische und gewaltfreie' Alternative zum 'Wachstumswahn' der großen Parteien zu schaffen, scheiterte aber am Zusammenbruch der Tagesordnung: Weder über den Programmentwurf wurde diskutiert, noch ein neuer Vorstand gewählt." Foto: dpaAuch Joseph Beuys war auf dem Parteitag am 12. Januar 1980. Foto: dpaDer Schriftsteller Carl Amery saß am 12.01.1980 gar auf dem Boden. Foto: dpa


Und nun scheint es, dass bei den hessischen Grünen keine Farbe Angst oder anders gesagt Abscheu auslösen könnte. Denn sie wollen erstmals in ihrer Geschichte Koalitionsverhandlungen mit der CDU aufnehmen.
 
Die Grünen-Basis und viele Wähler allerdings fühlen sich verraten und üben teils heftige Kritik. Es gebe gute Gründe, die CDU nach fast 15 Jahren an der Regierung abzulösen, sagte Vizebürgermeister Franz Urhahn (Grüne) aus Mörfelden-Walldorf. «Mit jedem Tag anstehender Koalitionsverhandlungen werden wir die CDU noch stärker machen.»
 
Damit bleiben sich die Grünen immerhin in einem Punkt treu: Debatten wurden in dieser Partei schon immer sehr emotional geführt und wie sagte Landeschef Tarek Al-Wazir nach dem Parteirat an dem die Sondierungsgespräche mit der CDU abgenickt wurden: «Wir haben heute eine sehr intensive Debatte geführt.»
In den Ferien finden keine Montagsdemos statt, sondern lediglich Mahnwachen so wie gestern beim zweiten Jahrestag der Landebahn-Eröffnung. Foto: Rüffer
Flughafen-Protest und Koalitionsverhandlung Schwarz-Grün droht jede Menge Lärm

Weniger Fluglärm versprechen CDU und Grüne. Wie genau das erreicht werden soll, ist noch unklar. Sicher ist, dass sich das neue Bündnis auf Proteste einstellen muss.

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