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Großrazzia bei Millionenbetrügern

Von Die Polizei hat bundesweit 130 Objekte durchsucht, um Beweise gegen einen Ring von Anlagebetrügern zu sichern. In Frankfurt wurden die zwei mutmaßlichen Strippenzieher verhaftet.
Frankfurt. 
Polizisten haben Beweismittel in Kartons gesichert. Foto: dpa Bild-Zoom Foto: dpa
Polizisten haben Beweismittel in Kartons gesichert. Foto: dpa
Der Frankfurter Staatsanwaltschaft ist gestern ein Schlag gegen eine Bande mutmaßlicher Anlagebetrüger gelungen. Sie werden verdächtigt, mit der Frankfurter Firmengruppe S&K ein umfassendes Schneeballsystem installiert und Tausende Anleger um ihre Ersparnisse geprellt zu haben. Man gehe von einem "extrem hohen Schaden im dreistelligen Millionenbereich" aus, teilte die Frankfurter Staatsanwaltschaft mit.

Sechs Männer wurden in Frankfurt und Hamburg festgenommen, gegen weitere 44 wird ermittelt. Auch der Stammsitz der S&K-Gruppe in der Frankfurter Kennedyallee 123 wurde von den Beamten durchsucht. Die Ermittlungen richten sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft gegen die Deutsche S&K Sachwert AG, die zusammen mit weiteren Firmen aus Hamburg, München und Köln Kern eines betrügerischen Firmennetzes sein soll.

Tausenden Kunden sollen Anteile an Investmentfonds verkauft worden sein, die wiederum ihre Mittel an eine Immobilien-GmbH der S&K-Gruppe als Darlehen weiterreichten. Als Verzinsung wurden laut Verkaufsprospekt zwölf Prozent versprochen. Um die Ansprüche älterer Anleger zu befriedigen, seien im Schneeballsystem neue Zuflüsse verwendet worden, so die Staatsanwaltschaft. Ebenfalls im Angebot waren Fonds für Risikokapital.

Die S&K-Gruppe spezialisierte sich auch nach der Finanzkrise von 2008 auf den Erwerb von Immobilien, die zur Zwangsversteigerung freigegeben sind. Die Gruppe verwaltete nach eigenen Angaben ein Portfolio im Wert von bis zu 1,7 Milliarden Euro. Die Siegburger Kanzlei Göddecke, die Geschädigte vertritt, warf der Unternehmensgruppe vor, den Wert des eigenen Immobilienbestands mit zweifelhaften Gutachten geschönt und dadurch Kapitalanleger geschädigt zu haben. "Wir können nachweisen, dass die S&K bei der Bewertung von mehreren Immobilien einen Gutachter eingesetzt hat, der überhaupt keine Zulassung hatte", sagte Rechtsanwalt Marc Gericke.

Laut einer Frankfurter Justizsprecherin sind bei den Durchsuchungen sechs Verdächtige im Alter zwischen 31 und 70 Jahren verhaftet worden. Dem Vernehmen nach gehören die beiden S&K-Gründer zu den inhaftierten Hauptverdächtigen. Unter den Beschuldigten seien auch mehrere Notare und Rechtsanwälte. Die Justiz hat nach eigenen Angaben Vermögenswerte von über 100 Millionen Euro gesichert. Dazu gehörten Immobilien, Autos und Konten.
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