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Mr und Mrs Sportabzeichen

Von Der Sport und das Sportabzeichen spielen im Leben von Waltraud und Heinz Lüke eine große Rolle. Seit 40 Jahren engagieren sich die beiden im TV Oberstedten und im Sportkreis Hochtaunus. Und nicht nur sie: Die ganze Familie ist sportlich.
Waltraud Lüke hat in 30 Jahren mehr als 50000 Sportabzeichen bearbeitet. Ihr Ehemann Heinz und sie haben schon mehrere Dutzend Male selbst das Sportabzeichen abgelegt. Das Paar engagiert sich im TV Oberstedten und könnte ohne Sport gar nicht leben. Auch beim großen Feldbergfest zum 100-jährigen Bestehen des Deutschen Sportabzeichens werden die beiden dabei sein. 	Foto: Spillner Waltraud Lüke hat in 30 Jahren mehr als 50000 Sportabzeichen bearbeitet. Ihr Ehemann Heinz und sie haben schon mehrere Dutzend Male selbst das Sportabzeichen abgelegt. Das Paar engagiert sich im TV Oberstedten und könnte ohne Sport gar nicht leben. Auch beim großen Feldbergfest zum 100-jährigen Bestehen des Deutschen Sportabzeichens werden die beiden dabei sein. Foto: Spillner
Oberstedten. 

In diesem Jahr feiert das Deutsche Sportabzeichen sein 100-jähriges Bestehen. Fast ein halbes Jahrhundert ist das Ehepaar Lüke dabei. Waltraud Lüke (70 Jahre) hat bis zum vergangenen Jahr (seit 1972) mehr als 50 000 Sportabzeichen bearbeitet. Die Prüfer nahmen die Abzeichen ab und brachten ihr die Unterlagen zur Bearbeitung nach Hause. „Anfangs waren es im Sportkreis 300 im Jahr, jetzt sind es 3000“, beschreibt Waltraud Lüke die Entwicklung.

Wurde in den Anfangsjahren noch alles auf Papier erledigt, so ging die Sportabzeichen-Referentin mit der Technik und stellte nach und nach auf Computerbearbeitung um. Dass man da eine Menge Leute kennenlernt und auch die eine oder andere Freundschaft knüpft, liegt auf der Hand. Lükes haben auch selbst jahrelang die Sportabzeichenprüfung abgenommen und selbst mehrere Dutzende Male die Prüfungen für das Abzeichen absolviert.

Für die Prüfungsabnahme gab es 16 Termine im Jahr, um die der Urlaub herum geplant werden musste, und alles ehrenamtlich, all das hat Waltraud Lüke schon vor Jahren die Bezeichnung „Mrs Sportabzeichen“ eingebracht.

Info: Mitmachen und Erfolg haben

Das 100-jährige Bestehen des Deutschen Sportabzeichens wird in diesem Sommer bundesweit in jedem Bundesland groß gefeiert. Das Familienfest zum Jubiläum macht in Hessen am Sonntag, 30.

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Begonnen hatte alles schon viel früher. „Der Sport liegt unserer Familie quasi in den Genen“, lacht Waltraud Lüke. Ihre Mutter Else Bubser war schon eine Sportkanone, legte bereits Anfang der dreißiger Jahre das Sportabzeichen ab. Waltraud Lüke hat noch das mehr als 80 Jahre alte Dokumentationsheftchen mit einem Jugendbild ihrer Mutter darin, da war diese 20 Jahre alt. 1940 war die Mutter als Geräteturnerin Mitglied im Vorbereitungskader für die Olympischen Spiele. Ihre Tochter Waltraud schickte Else Bubser schon mit drei Jahren zum Turnen. Die gebürtige Oberstedterin Waltraud Bubser wählte sich natürlich auch einen sportlichen Mann aus: Heinz Lüke aus Herne. Er ist heute Sportwart im Sportkreis Hochtaunus.

Heinz Lüke sieht bei allen Gemeinsamkeiten aber doch Unterschiede bei sich und seiner Gattin: „Ich bin eher der Ausdauertyp, und sie ist der Sprinttyp. Ich würde sagen, sie ist explosiv“, lacht der 72-Jährige. Waltraud Lüke spielte lange Volleyball, verschrieb sich der Leichtathletik, war Übungsleiterin. Ihr Mann liebt Fußball.

Und dass die Nachkommen dann ebenfalls sportlich werden, lag auf der Hand. Sohn Peter legte 28 Mal das Sportabzeichen ab. Sohn Ullrich studierte sogar Sport, so wie auch die Schwiegertochter. Und die Enkelin Lina-Marie hatte schon im Alter von sechs Jahren die Bedingungen für das Sportabzeichen erfüllt, das man normalerweise erst mit acht Jahren ablegt. Gerade hat die Achtjährige die Bundesjugendspiele ihrer Grundschule in Berkersheim gewonnen, hat sich damit sogar gegen die älteren Schüler durchgesetzt. Die Großeltern sind stolz.

Die Begeisterung der Lükes für den Sport wuchs zusätzlich, als sie Eintrittskarten für die olympischen Sommerspiele 1972 in München gewannen. Seitdem hat das Paar keine olympischen Sommerspiele ausgelassen, alle elf folgenden Olympiaden besuchten sie, selbst nach Seoul oder Sydney reisten sie, um bei dem Ereignis dabei zu sein. Bleibend ist ihre Erinnerung an den Zieleinlauf des deutschen Zehnkämpfers Frank Busemann 1996 in Atlanta. „Wir waren dabei, als er als Zweiter ins Ziel kam und dort erschöpft zusammenbrach“, schildert Lüke. Und ins Gespräch sind die Stedter mit dem Silbermedaillen-Gewinner dann auch noch gekommen. Jetzt wird es ein Wiedersehen mit Busemann geben. Die Lükes helfen bei der Organisation des großes Feldbergfestes „100 Jahre deutsches Sportabzeichen“ am 30. Juni (siehe Info-Box). Frank Busemann wird als Botschafter des Deutschen Sportabzeichens dabei sein.

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