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100 000 Zeitungen in drei Stunden

Die Klassen 3 und 4 der Grundschule Niederzeuzheim berichten aus der Druckerei der Frankfurter Societät in Mörfelden. Dort wird die NNP gedruckt.
Mörfelden. 

Die Tür geht auf und einem schlägt schwüle, stickige Luft und ohrenbetäubender Lärm entgegen. Die gigantische Rotationsdruckmaschine «Commander 70» wurde im Jahr 1998 angeschafft und arbeitet seitdem ununterbrochen. Sie wiegt 4000 Tonnen, ist 200 Meter lang und 110 Millionen Euro wert.

Die Zeitungen laufen mit einer Geschwindigkeit von 45 Kilometer pro Stunde durch die neun Sektionen. 50 000 Exemplare werden in der Stunde gedruckt und in die Falzwerke geschickt. Diese gigantische Druckmaschine befindet sich im Gebäude der Frankfurter Societätsdruckerei in Mörfelden.

Die Frankfurter Societät

Die Frankfurter Societät wurde von Leopold Sonnemann und A. B. Rosenthal am 21. Juni 1856 in Frankfurt gegründet. Dort erschien bis 1943 die Frankfurter Zeitung. Seit 1955 verlegt die Frankfurter Societätsdruckerei die «Frankfurter Neue Presse» mit der Regionalausgabe «Nassauische Neue Presse». In Mörfelden wurde 1991 das Druckzentrum gebaut, 1993 wurde dort die erste Zeitung gedruckt.

350 Menschen arbeiten in der Societätsdruckerei in Mörfelden in den Berufen: Drucker, Techniker, Mechaniker, Medienkaufleute und Angestellte in der Weiterverarbeitung.

Unsere Führerinnen durch das Druckzentrum heißen Bettina Pullmann und Isabell Hartmann. Sie sind Medienkauffrauen im zweiten Lehrjahr. Medienkauffrauen sind zuständig für das Anzeigengeschäft, den Vertrieb, den Einkauf und die Buchhaltung.

Die Drucker arbeiten in drei Schichten. Tagsüber warten und reinigen sie die Maschinen, damit sie reibungslos funktionieren. Nach Redaktionsschluss beginnt ihre eigentliche Arbeit.

Das Druckverfahren

Von der Redaktion wird die fertige Zeitungsseite elektronisch an die Druckerei geschickt. Dort wird sie auf eine Aludruckplatte kopiert. Für jede Seite braucht man vier verschiedene Druckplatten für die Farben Schwarz, Rot, Gelb und Blau. Die fetthaltige Farbe wird auf die Druckplatte gebracht. Danach überträgt ein Zylinder die Farbe auf ein Gummituch. Das Papier nimmt dann die Farbe von diesem Tuch ab. Dieses Druckverfahren nennt man Offset-Verfahren.

Die NNP ist die erste Zeitung, die gedruckt wird. Spätestens um 21.45 Uhr müssen alle Redakteure mit den Zeitungsseiten fertig sein. In seltenen Fällen haben sie auch mal länger Zeit, zum Beispiel bei Wahlen. Die FNP mit ihren Tochterzeitungen wie der NNP wird in 100 000 Exemplaren gedruckt, das dauert gerade mal drei Stunden.

In der Weiterverarbeitung

In einer riesigen Halle von 10 000 Quadratmetern, das entspricht zwei Fußballfeldern, werden dann die Beilagen den entsprechenden Zeitungen zugeordnet. Die Beilagen sind vorher auf Rollen gewickelt worden. Auf einen Wickel passen 3500 Beilagen. Die Zeitungen laufen auf einer zehn Kilometer langen Transportkette zu den Verpackungsmaschinen. Dort werden sie abgezählt, gestapelt, mit Folie umwickelt und mit Adressen versehen. Von dort werden sie zu den Lkw geschickt.

Papier, Papier, Papier

In einer weiteren Halle werden bis zu 2000 Rollen Papier in der sogenannten Kaminstapelung gelagert. Diese 6,40 Meter hohen Türme sind beeindruckend. Auf einer einzigen Rolle sind 22 Kilometer Papier. Das reicht für 9000 bis 10 000 Zeitungen. In einem Monat werden hier 5000 bis 6000 Tonnen Papier verbraucht. In einem Jahr sind das 60 000 bis 70 000 Tonnen Papier. Damit könnte man die Erde 24 Mal umwickeln!

Das Papier kommt meistens aus Deutschland, Skandinavien und Frankreich. Während des Druckens werden die Papierrollen auf Förderbändern automatisch zur Druckmaschine befördert.

Ist eine Rolle leer, was schon nach 25 Minuten der Fall ist, wird die nächste Rolle einfach mit einem Klebstreifen angeklebt. Das geht automatisch, ohne dass die Maschine angehalten werden muss. Die Zeitungen mit dem Klebstreifen müssen später aussortiert werden.

Autoren: Niklas Adam, Daniel Arne, Christin Barwich, Niko Blazevic, Lavinia Blochmann, Hannah Blum, Katharina Bock, Paula Borchers, Max Eisenmenger, Antonia Gotthardt, Lara Großheim, Antonia Habel, Jonas Habel, Karina Hasenow, David Hauer, Emanuel Hecker, Kristian Hermann, Marcel Himmelreich, Natalie Hölper, Nadine Jessberger, Anna-Lisa Jung, Aimee Korsch, Stephanie Rimer, Jolyne Stähler, Bilal Tanriverdiler, Leonie Wörsdörfer, Theo Zatloukal. Klassenlehrerinnen: Katja Stommel, Christiane Otero

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