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Achtung, Strafzettel!

Die Klasse 4c der Mittelpunktschule Goldener Grund aus Niederselters recherchierte beim Ordnungsamt Limburg.
Mit Handschellen am Auto festgekettet: Für Nick aus der 4c war das während ihrer Recherche beim Ordnungsamt ein großer Spaß.	Fotos: Klasse 4c Mit Handschellen am Auto festgekettet: Für Nick aus der 4c war das während ihrer Recherche beim Ordnungsamt ein großer Spaß. Fotos: Klasse 4c
Limburg. 

Nach einem freundlichen Empfang durch Jörg Schuhmacher und seine Kollegen Gudrun Wagenbach, Ulrike Herschbach und Ralf Neumann wurde extra für die Grundschüler eine Geschwindigkeitsmessanlage im Hinterhof des Ordnungsamts aufgebaut. Dort bekamen die Schüler die Funktion der einzelnen Bestandteile (Einseitensensor, Kamera, Blitz) erklärt und wurden Zeuge, wie ein Kollege mit seinem Auto "zu schnell fuhr" und den Blitzer auslöste. Auf dem Touchscreen-Monitor im Dienstwagen konnte man die Beweisfotos direkt sichten. Besonders lustig waren die Grimassen, die der "Raser" auf den Fotos schnitt.

Die Schüler hatten viele Fragen zur Arbeit und zum Tagesablauf der Ordnungshüter und alle Mitarbeiter beantworteten diese geduldig. So erfuhren die Viertklässler, dass 16 Menschen und zwei Hunde beim Ordnungsamt Limburg arbeiten. Jeder Mitarbeiter ist mit blauer Uniform, Handschellen, Pfefferspray und Schlagstock ausgerüstet. Außer der Geschwindigkeitsmessung – es gibt täglich übrigens vier Messstationen – erledigt das Ordnungsamt noch viele andere Aufgaben, zum Beispiel Brandschutz, Umweltschutz, Personennahverkehr, die Überwachung der Spielplätze und natürlich auch das berüchtigte "Knöllchenschreiben".

Spurensicherung

Zwischendurch hörten die Schüler von lustigen und schrecklichen Erlebnissen während des Dienstes und lernten, dass man eine 16-wöchige Ausbildung machen muss, um Ordnungshüter zu werden. In verschiedenen Schulungen werden dann noch spezielle Teilbereiche des Aufgabenfeldes ausgebildet. Natürlich braucht man zuvor aber eine abgeschlossene Berufsausbildung und ein einwandfreies Führungszeugnis.

Nach einer Stärkung wurde die Klasse in Kleingruppen geteilt und besuchte das Polizeirevier, Außenstelle Innenstadt. Hier lernten die Kinder Polizist Jochen Friedrich kennen. Er zeigte den Jungreportern den Funktisch und zwei Monitore, mit denen er mittels zwölf Kameras die Stadt überblicken kann. Er erklärte auch, wie man im Computersystem Leute suchen kann. Nach einem Einblick in den Spurensicherungskoffer demonstrierte er, wie man mit Schwarzpulver/Asche Fingerabdrücke nehmen kann. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Übergangszelle ging es dann auf Streife durch die Limburger Innenstadt.

Diensthund Sisko

Hier wurde nun auf Falschparker und Umweltverschmutzung geachtet. Insgesamt wurden 17 Strafzettel verteilt. "Die Leute vom Ordnungsamt, die uns begleitet haben, waren sehr nett und haben manchmal auch ein Auge zugedrückt", sagt ein Schüler. Ein Auto hatte beispielsweise in der Fußgängerzone im absoluten Halteverbot geparkt.

"Wir wollten gerade einen Strafzettel hinter die Scheibe klemmen, als ein Mann mit leeren Kartons angerannt kam und sich entschuldigte", sagt eine Schülerin, "da haben wir ihm den Strafzettel erlassen, weil er ja nur schnell etwas ausgeliefert hat." Ein anderer Mann hat seinen Transporter mitten auf einem Fußgängerübergang geparkt und war Mittag essen. Für ihn hatten weder Ordnungshüter noch Schüler Verständnis.

Wieder zurück an der Wache, machten die Schüler Bekanntschaft mit "Sisko", einem der beiden Diensthunde des Ordnungsamts. Sisko ist ein belgischer Schäferhund und wurde drei Monate zusammen mit seinem Herrchen auf der Polizeischule ausgebildet und hat zur Begeisterung der Kinder gezeigt, dass er blitzschnell auf Kommandos reagiert. "Sisko lebt mit mir und meiner Familie zusammen. Wenn ich frei habe, dann ist auch Sisko nicht im Dienst", so sein Herrchen Sascha Müller.

Zum Abschied haben alle einen entwerteten Strafzettel zum selbst Ausfüllen bekommen, um den Eltern zu Hause einen kleinen Streich zu spielen.

 

ZING im Internet
www.nnp.de/zing

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