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«Auch eine gute Ampel minimiert Rückstaus und Wartezeiten»

Thomas Novotny ist kein Unbekannter in der Region. Der Verkehrsplaner vom Ingenieurbüros Habermehl und Follmann aus Rodgau hat unter anderem ein neues Verkehrskonzept für die Zeppelinstraße in Bad Homburg erstellt und arbeitet an einer besseren Ampelsteuerung in Oberursel.

Thomas Novotny ist kein Unbekannter in der Region. Der Verkehrsplaner vom Ingenieurbüros Habermehl und Follmann aus Rodgau hat unter anderem ein neues Verkehrskonzept für die Zeppelinstraße in Bad Homburg erstellt und arbeitet an einer besseren Ampelsteuerung in Oberursel.

Herr Novotny, wie stark ist die Verkehrsbelastung im Hochtaunus im Vergleich mit anderen Regionen?

THOMAS NOVOTNY: Mit Sicherheit ist der Hochtaunus ein überdurchschnittlich belasteter Verkehrsraum mit einem guten Verkehrsnetz. Eine Besonderheit ist die enge Anbindung an Frankfurt, die zu einem hohen Pendleraufkomen im Autoverkehr führt. Hinzu kommt, dass die Bewohner ein überdurchschnittliches Gehaltsniveau haben, das heißt das Auto wird sehr oft benutzt. Zwar gibt es gute ÖPNV-Anbindungen, aber das meiste läuft über das Auto. Auch aus dem Usinger Land kommt sehr viel Verkehr in den Raum Frankfurt. Und: Kommunen wie Bad Homburg, Oberursel oder Königstein sind keine Satellitenstädte, sondern haben selber eine Bedeutung als Wirtschaftsstandorte und deshalb untereinander starke Verkehrsbeziehungen.

Viele sagen voraus, dass der Verkehr in Zukunft noch zunimmt . . .

NOVOTNY: Hier gibt es verschiedene Entwicklungen. Einerseits altert die Gesellschaft zwar, aber die Älteren werden in 10 bis 20 Jahren fast alle ein Auto haben – im Gegensatz zu früher, als eher die Jüngeren Auto gefahren sind und man im Rentenalter oft darauf verzichtet hat. Allerdings fahren Ältere meist in der Freizeit außerhalb der Hauptverkehrszeiten. Gleichzeitig wird die Anzahl der Beschäftigten und damit der Berufspendler zurückgehen, weil der Anteil der Altersklasse mit arbeitenden Menschen abnimmt. Die Verkehrsleistung wird zunächst im städtischen Bereich stagnieren, und dann etwa 2030/2050 erst langsam und dann immer deutlicher zurückgehen.

Derzeit sind im Hochtaunus einige große Straßenbauprojekte in der Pipeline: PPR-Tunnel, Umgehungsstraßen. Ist das noch zeitgemäß?

NOVOTNY: Umgehungsstraßen sehe ich in erster Linie in ihrer Funktion, die Ortsdurchfahrten von den negativen Auswirkungen des Verkehrs zu entlasten. Die bringen sicher eine Menge und sind für die Orte wichtig, insofern stelle ich sie nicht in Frage. Beim Straßennetzausbau wird sich ansonsten in Zukunft nicht mehr viel tun – schon aus Kostengründen.

Was schlagen Sie stattdessen vor?

NOVOTNY: Sinnvoll ist eine Optimierung des Bestands durch intelligente Verkehrssteuerung wie Ampeln und Verkehrsleitsysteme. Da gibt es viel Nachholbedarf im Hochtaunus. Etwa an der PPR-Kreuzung. Statt eines teuren Tunnels könnte man dort mit einer intelligenten Ampelsteuerung und einem moderaten Ausbau genügend Kapazitätsreserven schaffen. Der Tunnel würde zwar den Lärm reduzieren. Aber auch eine gute Ampelanlage minimiert Rückstaus und Wartezeiten und sorgt für guten Durchfluss. Und: Man sollte den öffentlichen Nahverkehr und das Radwegenetz ausbauen. Auch Kreisverkehre wickeln, wenn sie nicht überlastet sind, den Verkehr mit weniger Wartezeiten und Rückstau ab. ks

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