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Bienen als Bio-Indikatoren

Um zu prüfen, wie sauber die Luft am Flughafen ist, werden Bienen eingesetzt. Ihr Honig wird regelmäßig getestet.
Frankfurt. 

Mitten auf dem Flughafengelände stehen zwölf Bienenstöcke. Die Bienen summen um die Fluglöcher herum. Wir haben ein bisschen Angst, dass sie uns stechen könnten und halten Abstand. Aber der Imker Matthias Ullmann erklärt genau, wie wir uns verhalten müssen. Und jeder von uns darf ein richtiges Imkerkostüm anziehen: einen Kittel mit langen Ärmeln und einen Helm mit Netz vor dem Gesicht.

Imker Ullmann ist ganz locker bei den Bienen. Er nimmt eine Handvoll aus dem Stock. Wir wollen wissen, wie oft er schon gestochen worden ist. "Pro Tag werde ich 0 bis 200 Mal gestochen", antwortet Ullmann. "Die ersten Stiche tun weh, dann ist es gar nicht mehr so schlimm. Man hat sich dran gewöhnt und ab 30 Stichen werden die Schwellungen kleiner", erklärt Ullmann. Er ist 48 Jahre alt und hatte mit sechs Jahren seine ersten Bienenvölker. Mit 16 Jahren hat er eine Lehre als Imker angefangen. Heute ist er Imkermeister und betreut für die Fraport AG die Bienenstöcke.

Doch warum werden am Flughafen überhaupt Bienen gehalten? Die meisten Menschen glauben, dass es am Flughafen ungesund ist und die Flugzeugabgase für Menschen schädlich sind. Mit den Bienen wird getestet, ob das stimmt. Ullmann sagt: ,,Wenn ein Mensch etwas Schlechtes isst, wird er krank und bekommt Bauchschmerzen. Bienen reagieren viel empfindlicher als Menschen auf Gifte und Schadstoffe. Sie sterben dann nämlich gleich. Die Wissenschaftler sagen, die Biene ist ein Bioindikator."

Die Bienen sind wie Testpersonen. Sie werden ständig untersucht, ob sie normal wachsen und sich vermehren und ob sie gesund sind. Auch der Honig wird jedes Jahr getestet. Man will wissen, ob Schadstoffe darin sind. Ende Mai und Ende Juni nimmt man Proben von der Ernte. Beim Probenziehen sind Beobachter von der Universität Frankfurt dabei. Sie gehören nicht zum Flughafen, sie sind neutral und passen auf, dass nichts vertauscht wird. Die Proben bekommen alle eine Nummer und werden in ein Labor geschickt, das von der Bundesregierung ist. Das ist auch neutral, es weiß ja keiner, wo der Honig herkommt.

Es gibt zwei andere Orte wo Bienenstöcke von der Fraport AG stehen: In der Nähe der Müllverbrennungs-Anlage in Niederursel, direkt an der Autobahn und in Altweilnau im Hintertaunus. Dieser Honig wird genauso neutral untersucht, damit man die Ergebnisse vergleichen kann. Ullmann zeigt uns auf Schaubildern und mit Tabellen, dass der Honig an allen drei Standorten gleich gut ist. Leider können wir keinen Honig kaufen, denn er wird an Kunden von der Fraport AG verschenkt.

Björn, Jerome, Lisa, Moritz, Sajawal, Sebastian

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