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Wie viele Tiere gibt es im Tierheim Oberursel? Und was machen die den ganzen Tag so? Zwei Fragen von vielen, die sich die Klasse 4a der Grundschule Oberursel Mitte gestellt hat. Sie machte sich mit ihrer Klassenlehrerin Lucia Claßen-Kruppik auf, um Antworten zu finden.
Wann kommt endlich ein neues Frauchen und holt mich hier raus, scheint die süße Katze zu denken.	Foto: Silvan Grün Bilder > Wann kommt endlich ein neues Frauchen und holt mich hier raus, scheint die süße Katze zu denken. Foto: Silvan Grün
Oberursel, Forthausweg. 

Die Tore zum Tierheim öffnen sich und ungefähr 70 Tiere, die von fünf Pflegern betreut werden, erwarten uns. Mitten im Wald gelegen ist es hier sehr ruhig. Ein toller Ort, um Tieren ein Zuhause zu bieten, denn nicht jeder meint es gut mit seinem Tier.

11.05 Uhr: Wir werden freundlich empfangen. Nicole Vorlauf, Tierheims-Chefin, hat drei ehrenamtliche Helferinnen eingeladen – Angelika Dahms, Manuela Henninger und Petra Weihönig, die uns in kleinen Gruppen durchs Tierheim führen. So langsam erwacht das Tierheim und die Lautstärke nimmt zu. Das starke Hundegebell, so erfahren wir etwas später, kommt von Tieren, die teils schlimme Geschichten zu erzählen haben.

Liebevoll kümmert sich Tierpfleger Hans-Joachim Bischoff um einzelne Kleintiere – da sind zum Beispiel Meerschweinchen, Kaninchen, Hasen, Ratten und Wellensittiche im Tierheim anzutreffen. Darüber hinaus gibt es circa 20 Hunde und 35 Katzen die im Tierheim versorgt werden. Es gibt aber auch ausgefallene Tiere, wie zum Beispiel ein Schaf oder drei Ponys, eine Schildkröte, mehrere Schlangen und Vögel, ein Schwein und einen Leguan. Hans-Joachim Bischoff erinnert sich sogar an einen 40 Jahre alten Papagei, der einmal "Mieter" im Tierheim war.

11.15 Uhr: Die Kleintiere bekommen ihr tägliches Futter. Am liebsten fressen sie Gurken und Möhren. Die Tiere sind aufgeregt, weil so viele Kinder an ihrem Gehege stehen, und sie flitzen schnell in ihr Versteck. Trotzdem gelingt es uns, bei der Fütterung zuzusehen – normalerweise werden die Tiere erst gefüttert, wenn die Besucher das Tierheim verlassen haben, denn die Aufregung ist viel zu groß.

11.47 Uhr: Lautes Hundegebell erschreckt uns erneut. Manche Tiere, die ins Tierheim kommen, haben Schreckliches durchgemacht, erklärt uns Angelika Dahms. Blue, ein Hund, ist sehr traurig, weil sein Herrchen gestorben ist. Er fühlt sich einsam und möchte gerne schnell ein neues Zuhause finden. Ein anderer Hund wurde im Badezimmer eingesperrt und dann zur Seite getreten, wenn der Besitzer zur Toilette musste. Es gibt auch Hunde wie Chico, die von Kindern geärgert wurden, so dass uns langsam klar wird, warum uns mancher Hund unentwegt anbellt und böse anschaut. Eine Tür öffnet sich, und es riecht ein wenig nach Desinfektionsmittel. Hier leben einige Katzen in einem großen "Gehege", das aus mehreren Räumen besteht, zusammen. Sie können direkt ins Freie spazieren oder kommen in einen extra Raum, in Quarantäne, wenn sie krank sind oder trächtig.

Entscheidet man sich, ein Tier bei sich zu Hause aufzunehmen, lernt man das Tier zunächst kennen, indem man mit dem Hund mehrfach Gassi geht, damit sich Mensch und Tier aneinander gewöhnen. Wichtig ist, wie und wo man lebt, ob es Kinder im Haushalt gibt und in welchem Umfeld das Tier leben wird.

Wenn man das Tierheim mit der Bewerbung überzeugt hat, gibt es eine gemeinsame Probezeit. Gegen eine Gebühr kann man das Tier erwerben, bekommt es dann aber endgültig erst, wenn auch bei einem späteren Besuch durch eine Person des Tierheims wirklich alles in Ordnung ist. Bis Anfang Oktober 2011 konnten auf diesem Weg alleine in diesem Jahr bereits 243 Tiere erfolgreich vermittelt werden.

Schwierig wird es, wenn man sich einen Hund aussucht, den das Bundesland auf einer Rasse-Liste führt. Auf einer Rasse-Liste stehen Hunderassen, die als gefährlich eingestuft werden, dazu gehören Rottweiler, Bulldoggen oder Kangals. Um einen solchen Hund zu bekommen, muss man mindestens 18 Jahre alt sein. Der Hund muss einen Wesenstest machen, und der neue Halter muss Fragen beantworten, um zu zeigen, dass er einschätzen kann, wie der Hund sich draußen verhält.

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