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Der Traum vom High-Speed

Von Theoretisch sind alle Hochtaunus-Gemeinden gut ans Internet angeschlossen. In der Realität sieht es allerdings oft anders aus.

Theoretisch sind alle Hochtaunus-Gemeinden gut ans Internet angeschlossen. In der Realität sieht es allerdings oft anders aus.

Hochtaunus. Der Blick auf den Breitbandatlas des Bundeswirtschaftsministeriums zeigt: Der Hochtaunuskreis ist in Sachen schnelles Internet gut ausgestattet. Sogenannte «weiße Flecken», also Gemeinden, die mit Breitband unterversorgt sind, gibt es nur wenige. Dazu gehören die zwei Neu-Anspacher Ortsteile Hausen-Arnsbach und Rod am Berg, Teile von Weilrod, Glashütten sowie Heinzenberg und Hundstadt, die zur Gemeinde Grävenwiesbach zählen. Dort können sich nur 94 Prozent der Haushalte über schnelle DSL-Zugänge ins Internet einwählen. In Glashütten liegt die Quote sogar nur bei 87,5 Prozent.

Doch selbst die verfügbaren Breitband-Zugänge gehören dort zu der vergleichsweise lahmen Sorte. In Teilen der Limburger Straße und der Waldstraße in Glashütten liegt die Datentransfer-Rate bei kaum einem Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Zum Vergleich: Bei einer Video-DVD werden pro Sekunde sechs Megabit an Daten übertragen. In zehn bis 50 Prozent der Glashüttener Haushalte sind nur geringe Bandbreiten um die zwei Megabit drin. Wer dort einen Kurzfilm im Netz angucken will, der braucht zuweilen Geduld, weil der Rechner dauernd nachlädt.

Daran sieht man: Vor allem bei der Geschwindigkeit, mit der Daten im Internet abgerufen werden, gibt es im Taunus große Unterschiede. Das zumindest sagen die Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums. High-Speed bleibt oft ein Traum. Was tatsächlich in den Haushalten ankommt, hängt von mehreren Faktoren ab. George-Stephen McKinney, Sprecher der Telekom, kann zwar für Homburg so gut wie überall Sechs-Mbit-Leitungen zusagen, aber der Teufel steckt im Detail. Der Haken dabei ist die sogenannte letzte Meile.

Zum Teil liegen vom Netzknoten bis zum Verteilerkasten zwar Glasfaserkabel. Vom Verteiler bis in die Haushalte aber nicht. Dort geht alles mit Kupfer. Und Kupfer ist langsam. Ganz schlecht wird es bei den Hausleitungen. Oft ist das Telefon vor Jahrzehnten gelegt worden. Dann können die Internet-Übertragungsraten deutlich unter zwei Megabit liegen. Und das, obwohl in vielen Gebieten Bad Homburgs sogar um ein Vielfaches schnellere Anschlüsse möglich wären.

Das kann klappen, wenn die Daten über das TV-Kabel zu den Nutzern kommen. In Obernhain und im Köpperner Tal klappt aber auch das nicht. Dort ist bei 16 Mbit Schluss. Das würde zumindest reichen, um Filme auf «Youtube» und hochauflösendes Fernsehen (HD) übers Internet (IPTV) zu gucken.

In Friedrichsdorf, Oberursel, Königstein und Kronberg läuft es ähnlich wie in Bad Homburg. Dafür müssen einige Straßen am Ortsrand von Ober-Erlenbach Richtung Burgholzhausen bei höheren Bandbreiten passen. Ebenso der Stadtrand von Dornholzhausen. Hier sind nur weniger als zehn Prozent mit dem schnellen 16-Mbit-Zugang versorgt. Etwas schlechter sind die Orte Seelenberg, Teile von Ober-Reifenberg, Brombach und Hunoldstal dran. Hier sind höchstens zehn Prozent der Haushalte mit sechs Mbit/s versorgt, ebenso wie in Teilen von Grävenwiesbach, in Mönstadt und Naunstadt.

Fazit: Die Möglichkeiten, im Internet zu surfen, sind höchst unterschiedlich – mit einem Vertrag über eine bestimmte Datenrate allein ist es jedenfalls nicht getan.

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