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Dunkle Wolken, Sturmböen und Hagel

Über das Wetter und dessen Auswirkungen auf das Fliegen recherchierten die Schüler der Klasse 4 b der Fried-Lübbecke-Schule am Frankfurter Flughafen.
Frankfurt. 

1952 wurde in Frankfurt der Deutsche Wetterdienst (DWD) gegründet. Er hat etwa 2 400 Mitarbeiter deutschlandweit. Die Luftfahrtberatungszentrale Mitte ist eine kleine Abteilung beim Deutschen Wetterdienst, sitzt am Frankfurter Flughafen und hat 19 Mitarbeiter.

Eine der Aufgaben der Computer ist vor allem, das Wetter hoch oben in der Luft zu messen, so zum Beispiel das Vorhersagen von Hagel in 10 000 Metern Höhe. In einer Höhe von 12 bis 15 Kilometern – also genau auf der Flughöhe der Flugzeuge – erreichen Hagelkörner oft die Größe von Fußbällen.

Sehr wichtig sind auch die Windvorhersagen. Starke Böen können ein Flugzeug beim Starten oder Landen umkippen. Die Wind-Vorhersagen des DWD stimmen zu 92 Prozent, sind also sehr gut vorausgesagt. «Am besten von allen Wettererscheinungen», so sagt Annett Helbing, Flugwetterberaterin des DWD, «kann der Wind vorhergesagt werden.»

Alle 300 Kilometer steht in Deutschland eine Radarstation, die die Niederschläge aufzeichnet. Es gibt insgesamt 13 Radarzentralen in der Bundesrepublik und drei außerhalb Deutschlands, die bei der Wettervorhersage helfen. Alle Wetterdienste aus der ganzen Welt arbeiten zusammen, um das Wetter für die Flugzeuge zu messen.

Am Ende der Nordbahn auf dem Flughafen brennt in einem kleinen rot-weißen Häuschen Tag und Nacht das Licht. Denn das Wetter muss dauernd gemessen und beobachtet werden in der kleinen Wetterstation. Es ist eine der wichtigsten Deutschlands. Werner Carl beobachtet von hier aus Wolken, Regen und die Sichtweite auf der Landebahn – also das aktuelle Wetter. Carl beobachtet den fallenden Niederschlag wie Regen, Hagel, Schnee, aber auch den abgesetzten Niederschlag wie Tau und Reif. Er misst die Temperaturen, die Luftfeuchtigkeit, den Luftdruck, die Windgeschwindigkeit und die Windrichtung.

Alle Informationen schickt Werner Carl zur vollen Stunde verschlüsselt nach Offenbach zur Zentrale des DWD, von wo sie dann an die ganze Welt weiter geleitet werden. Die Uhr in der Wetterstation geht übrigens zwei Stunden nach. Auf allen Wetterstationen der Welt sind die Uhren auf Londoner Zeit (GMT) gestellt, die Zulu- (ausgesprochen Sulu) oder Weltzeit genannt wird. Die Piloten der Flugzeuge und die Kapitäne der Schiffe richten sich nach der Weltzeit

Auch die Piloten und Fluglotsen brauchen die Informationen über das Wetter, damit der Flug sicher ist. Alle Wetterdaten gehen direkt an die Fluglotsen im Tower, die für den sicheren Weg der Flugzeuge zuständig sind. Jeden Tag ist ein neues Wetter und Werner Carl ist für alle da, um es herauszufinden. Wir können ihm alle sehr dankbar sein.

Auch die Piloten im Flugzeug sind an der Wetterbeobachtung beteiligt. Im Cockpit gibt es einen Wetterradar: Grün bedeutet leichter Regen, Gelb kräftiger Regen, Rot sagt, dass in diesem Bereich Hagel auf die Piloten wartet. Da heißt es, dem Unwetter ausweichen.

Wie arbeitet ein solches Radar? Es sendet Strahlen aus, die 300 Kilometer Reichweite haben. Wenn sie auf Regentropfen treffen, wird ein Teil von ihnen wieder zurückgeworfen. Bei härteren Substanzen, wie zum Beispiel Hagelkörnern, werden die ganzen Strahlen zurückgeschleudert. Ganz vorne am Flugzeug gibt es kleine, feine Röhren, die den Luftdruck und die Windgeschwindigkeit messen. Sie dürfen nicht verstopft werden. Deshalb stellt alles, was klein ist eine Gefahr dar, so wie jetzt gerade die Vulkanasche aus Island. Aber auch Staub aus der Sahara oder kleine Insekten können gefährlich werden.

Den meisten Respekt haben die Piloten vor Gewitter. Tobt eins über dem Frankfurter Flughafen dürfen keine Flugzeuge starten. Sollte ein Flugzeug in ein Unwetter geraten und der Blitz einschlagen, passiert den Passagieren und der Besatzung nichts. Allerdings könnten einige der empfindlichen Geräte im Cockpit gefährdet werden.

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