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Ein Blick hinter die Kulissen

Die Klasse 4a der Mittelpunktschule Niederselters erhält Einblicke in die Welt des Theaters, die dem Zuschauer sonst verborgen bleiben.
Tom, Leoni, Viktoria und Max lauschen im Malersaal des Hessischen Staatstheaters in Wiesbaden den Worten von Priska Janssens. Fotos: Klasse 4a Bilder > Tom, Leoni, Viktoria und Max lauschen im Malersaal des Hessischen Staatstheaters in Wiesbaden den Worten von Priska Janssens. Fotos: Klasse 4a
Wiesbaden. 

Kaum jemand weiß, dass am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden 600 Menschen in 58 verschiedenen Berufen arbeiten, um täglich drei bis vier, im Jahr bis zu 1000 Aufführungen möglich zu machen. In den Theaterwerkstätten fängt alles an, erzählt uns Priska Janssens vom Jugendreferat. In der Schlosserei, der Schreinerei, der Dekorationsabteilung, der Kaschierabteilung und im Malersaal wird geschraubt, geschweißt, genäht, gesägt, gemalt...

Die Schlosserei sieht aus wie jede andere Schlosserei auch. Die Männer arbeiten mit Materialien aus Metall, weil sie sehr stabil sind. Die Stahlgerüste werden dann von der Schreinerei mit Holz ummantelt und zum Schluss von den Kascheuren verziert oder den Malern bemalt. In der Schlosserei riecht es nach Metall. Aber die Schlosser, die dort arbeiten, riechen das nicht mehr, weil sie jeden Tag in der Werkstatt sind.

Weil die Zuschauer nicht so dicht an der Bühne sitzen, müssen die Schreiner nicht so sorgfältig arbeiten wie in einer Möbelwerkstatt. Aber ihre Arbeit ist viel abwechslungsreicher, weil sie nicht nur Fenster und Türen einbauen. Die Maler arbeiten meistens im Stehen mit langen Pinseln. So sehen sie die Bilder, die auf dem Boden liegen, besser.

Die Dekorationsabteilung ist für alles zuständig, was aus Stoff ist, wie zum Beispiel Vorhänge und Polsterarbeiten. Nur Kostüme machen die Dekorateure nicht. Kascheure stellen alles Plastische für die Bühne her, wie zum Beispiel Säulen, Masken oder Verzierungen. Sie arbeiten mit Styropor, Ton und Gips. Nur wenn diese fünf Werkstätten gut zusammenarbeiten, kann das Fünf-Sparten-Theater (Oper, Ballett, Schauspiel, Kinder- und Jugendtheater und Jugendclub-Theater) pro Jahr bis zu 1000 Vorstellungen aufführen.

Bereits 1894 wurde das Theater durch Kaiser Wilhelm II. errichtet. Es verfügt heute neben dem Großen Haus (1042 Plätze) noch über ein Kleines Haus (328 Plätze) und ein Studio (89 Plätze). Kaiser Wilhelm II. saß immer links vorne in der kleinen Loge oberhalb der Bühne des Großen Hauses. Dort konnte er zwar nicht besonders gut auf die Bühne schauen, wurde aber von allen anderen gut gesehen. Wenn er die Loge betrat, mussten die Zuschauer aufstehen und ihn begrüßen. Erst dann durfte die Vorstellung beginnen. Von der Loge führte eine Treppe zur sogenannten Kaiserfahrt, wo die Pferdekutsche für den Kaiser bereitstand.

Das Foyer wurde 1902 nachträglich angebaut. Eine prunkvolle geschwungene Treppe führt vom ersten Rang in das Erdgeschoss. Über der Treppe ist ein Adler mit einer Königskrone dargestellt. Er ist von vier Engeln umgeben. In der Mitte des Foyers hängt ein großer Kronleuchter an der Decke. In den Pausen während der Vorstellungen können die Zuschauer hier etwas essen und trinken.

Die Tigertür

Durch die gelb-schwarz gestreifte Tigertür dürfen normalerweise nur die Schauspieler und Beschäftigten des Theaters. Dort befindet sich nämlich die Bühne. Die Bühne ist eigentlich ein riesiger schwarzer Raum, in dem Bühnentechniker, Beleuchter und Dekorateure eifrig die nächste Vorstellung vorbereiten. Man muss den Kopf in den Nacken legen, um die Decke zu sehen. Sie ist nämlich 25 Meter hoch. Der Teil der Bühne, den die Zuschauer sehen können ist etwa 15 Meter breit und 20 Meter tief.

Die gleiche Fläche liegt noch mal dahinter, darunter, darüber und daneben. So können große Bühnendekorationen versteckt und wieder zurückgeholt werden. Die Bühne kann durch schwarze Vorhänge begrenzt werden. Außerdem gibt es "eiserne Vorhänge" die herunterfahren, wenn ein Feuer ausbricht.

Wenn wir das nächste Mal eine Vorstellung des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden besuchen, sehen wir die Bühne bestimmt mit ganze anderen Augen. Wir wissen nämlich jetzt, wie es "hinter den Kulissen" aussieht.

Autoren: Klasse 4a

 

ZING im Internet
www.nnp.de/zing

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