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Ein Füller, mit dem man nicht schreiben kann

Wenn man bei der Firma "Selters" in Löhnberg ankommt, sieht man, wie groß die Firma ist. Überall auf dem Hof entdeckt man Gabelstapler, die Lkws mit Kisten be- und entladen und dabei aufpassen müssen, dass sie die vielen Kistenstapel nicht umfahren, die überall auf dem Gelände stehen.
Löhnberg. 

Im Haupthaus begrüßen uns Frank Schellmann, Assistent der Geschäftsführung, und Sabine Schardt, Biologie-Laborantin. Sie erklären uns, dass wir in der Produktionshalle, wo das Wasser abgefüllt wird, Mützen tragen müssen, damit keine Haare ins Wasser kommen, und dass wir nichts anfassen dürfen, weil man sich an den vielen Maschinen verletzen kann.

Bevor wir die Halle betreten, dürfen wir uns noch Ohrstöpsel nehmen und in die Ohren stecken. In der Halle ist es sehr laut, es rauscht, kracht und rattert, Flaschen klirren. Es riecht nach Gummi, nach Leim und nach Spülmittel. Durch die vielen Maschinen muss Sabine Schardt sehr laut sprechen, um uns alles zu erklären. Wir schauen uns alles genau an. Auf dem Boden liegen viele Scherben, und er ist sehr glatt, wir müssen aufpassen, wo wir hintreten und dass wir nicht ausrutschen. Wir müssen in einer Gruppe bleiben, weil man sich zwischen den vielen großen Maschinen schnell verirren kann.

Autoren: Justin Neumann, Leon Sennewald, Luke Sonntag

Geschichte der Firma

Die Firma "Selters Mineralquelle Augusta Victoria GmbH" gibt es seit 1887, genauer gesagt seit 124 Jahren.

Schon die Kelten haben in der Zeit vor Christus in unserer Gegend Quellwasser zum Trinken und zur Salzherstellung genutzt. "Salterissa" nannten sie diese salzhaltigen Quellen. Die Quelle, von der das "Selters"-Wasser kommt, ist nach der preußischen Kaiserin und Königin Augusta Victoria benannt. Bereits kurz nach Gründung der Firma wurde das Wasser an das russische Königshaus und an den deutschen Kaiserhof geliefert, aber nicht in Glasflaschen, sondern in braunen Tonkrügen.

Ab dem Jahr 1902 fuhr in Löhnberg das erste Lastauto der Firma und 1911 wurde die erste automatische Füllmaschine aufgestellt. Durch den Zweiten Weltkrieg kam es 1945 zu einem Absatzeinbruch, denn es gab nicht genug Flaschen, um das Wasser abzufüllen. Von 1979 bis 1980 wurde ein neuer Produktionsbetrieb am heutigen Standort gebaut, welcher 1997 eine neue Abfüllanlage bekam. 2002 wurden erstmals Kunststoffflaschen, sogenannte PET-Mehrweg- und Einwegflaschen, mit "Selters"-Wasser befüllt.

Autoren: Daniel Lorenz, Giulia Ardito, Lea Sonntag, Moritz Müller

Produktionsablauf

Bis das Wasser in den Flaschen landet, hat es bereits einen langen Weg hinter sich.

In der Sortieranlage werden zuerst die Flaschen nach Art und Farbe sortiert, eventuelle Abfälle werden aussortiert. Währendessen wäscht der Kastenwascher die Kisten und kontrolliert sie auf Schäden. Der Abschrauber schraubt in einer Stunde 45 000 Deckel von den leeren Flaschen ab. Die Deckel werden gesammelt und wiederverwertet. Bei 80 Grad Celsius werden die Flaschen in der großen Waschmaschine an zwölf Stunden pro Tag gewaschen, die Etiketten werden abgelöst. Dabei fahren die Flaschen durch verschiedene Laugenbecken und werden zum Schluss mit klarem Wasser nachgespült. Der Ausleuchter, auch "Schnüffler" oder "elektrisches Auge" genannt, kontrolliert die sauberen Flaschen auf Schäden oder ob Restflüssigkeiten darin vorhanden sind. Bemalte oder verunreinigte Flaschen werden hier ausgeschleust. Aussortierte Kunststoffflaschen werden zu Granulat verarbeitet, Glasflaschen kommen zum Altglas. Inzwischen wird im Mixer das Wasser mit flüssigem Kohlendioxid vermischt, so entsteht die Kohlensäure. Erst jetzt kann der Füller die Flaschen mit sauberem Wasser füllen und verschließen. Er schafft 30 000 Flaschen pro Stunde. Die Etikettiermaschine beklebt die vollen Flaschen schließlich mit den jeweiligen Etiketten, sie werden in Kisten geladen und im Lager bis zur Auslieferung gestapelt.

Autoren: Max Behr, Nelly Schwab, Pascal Löwl, Paul Roth

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