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Ein Hirschkäferumzug ist kompliziert

Nicht nur Menschen müssen manchmal umziehen. Am Flughafen passiert das auch Tieren.
Auch Hirschkäfer brauchen manchmal ein neues Zuhause. Auch Hirschkäfer brauchen manchmal ein neues Zuhause.
Frankfurt. 

Bevor die neue Landebahn gebaut werden konnte, mussten ganz viele Bäume gefällt werden. Aber für viele Tiere war der Wald ihr Zuhause. Rehe und Wildschweine sind von alleine umgezogen. Damit auch die kleinen Tiere weiterleben können, hat man sie in ein anderes Waldstück umgesiedelt.

Der Förster Thomas Müntze nimmt uns mit. Er ist 59 Jahre alt und arbeitet schon über 30 Jahre am Flughafen. Er kümmert sich um den Wald und die Tiere. Er verkauft das Holz und hat Tiere umgesiedelt, um sie zu retten und zu schützen. Die Vögel bekamen Nisthilfen, um sich schnell in dem neuen Waldstück einzuleben. Dicke Eichenstämme wurden umgesetzt. Da hat man Löcher hineingebohrt, die wie Baumhöhlen aussehen. Und es wurden viele Nistkästen in den Bäumen aufgehängt. Für Großvögel befestigte man ganz oben am Stamm Gitter. Dadurch fällt es ihnen leichter, ein Nest zu bauen.

Mehr als 10 000 Kröten bekamen mit der Hilfe von Thomas Müntze ein neues Zuhause. Für das Umsiedeln der Kröten, Unken, Eidechsen und Blindschleichen wurde ein kilometerlanger Zaun gebaut und dann Eimer eingegraben. Da fielen die Tiere bei ihren Wanderungen hinein und man konnte sie wegtragen. Damit sie nicht in der Sonne ausgetrocknet sind, hat man sie nachts gefangen.

Die Hirschkäfer konnte man jedoch nicht ganz so einfach einsammeln. Sie fliegen nur ein bis zwei Monate im Jahr als Käfer durch die Luft. Aber sie leben fünf Jahre als Larve im Boden. Herr Förster Müntze hat erklärt, dass sie ihre Eier in Baumstubben – wir sagen Baumstümpfe dazu – von toten Bäumen ablegen.

Über 300 Baumstubben hat man mit großen Maschinen ausgehoben und in dem neuen Waldstück wieder eingegraben. Der größte Feind der Larven sind die Wildschweine. Damit sie nicht die leckeren Larven auffressen, bekam jede Hirschkäferlarven-Stubbe drei normale Stubben als Schutz drum herum eingepflanzt.

So einen Hirschkäfer-Umzug hatte es vorher noch nie gegeben. Um zu überprüfen, ob die Umsiedlung der Larven überhaupt gelingt, hatte man erst mal über ein Versuchsgrundstück Netze gelegt. Da konnte man dann die Hirschkäfer sehen, als sie aus ihren Kokons ausgeschlüpft sind.

Die beiden Hirschkäfer von Förster Müntze sind wirklich riesig. Wir hatten alle noch nie einen Hirschkäfer gesehen. Sie glänzen so schön braun und es sieht aus, als hätten sie ein Geweih auf dem Kopf. Man merkt gar nicht, dass es keine lebenden sind – die gibt es in dieser Jahreszeit nämlich gar nicht mehr.

Alessio, Helena, Kai, Merle, Nicolas, Simon

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