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Ein unterirdischer Swimming-Pool

Der Flughafen wird immer eine Baustelle bleiben. Das erfuhr die Klasse 4d der Ketteler-Francke-Schule aus Bad Homburg bei ihrem Besuch auf der Fraport-Großbaustelle des Terminals 3.
Frankfurt. 

Seit Tagen waren wir schon ganz aufgeregt. Endlich war es soweit. Wie die Großen bekamen alle aus Sicherheitsgründen einen Helm und eine Warnweste, denn wir sollten die größte Baustelle des Frankfurter Flughafens erkunden. Auf dem ehemaligen Gelände der amerikanischen Air Base entsteht das neue Terminal 3, welches im Zuge des Ausbaus bedarfsgerecht in mehreren Bauabschnitten realisiert wird und für rund 25 Millionen zusätzliche Fluggäste pro Jahr ausgelegt ist. Auch 75 neue Flugzeug-Positionen sowie zusätzliche Rollbahnen werden gebaut.

Dr. Achim Jaup, Projektleiter und Angestellter der Fraport AG, führte uns gut ausgerüstet zum höchsten Berg der riesigen Baustelle. Er besteht aus circa 300 000 Kubikmetern Material, hauptsächlich Sand und ist 20 Meter hoch, 150 Meter lang und 50 Meter breit. Von dort oben hatten wir einen tollen Ausblick über alle Baumaßnahmen. «Unser» Hügel ist der größte von vielen. Er ist entstanden, weil die spätere Höhenlage der Vorfeldfläche niedriger ist als das Urgelände. Dazu wurde der Boden abgetragen und zu dem großen Hügel aufgeschüttet. Hier wird die Erde, die fast nur aus Sand besteht, zwischengelagert. Der Sand wird zum Ausgleich der Vorfeldfläche im Westen wieder gebraucht, denn dort ist das spätere Geländeniveau höher als das Urgelände.

Dieses Umschichten des Bodens war deshalb erforderlich, weil die Flugzeuge auf möglichst horizontalen Flächen stehen müssen. Es hat gut 3 Monate gedauert, bis ihn 30 Arbeiter mit Hilfe von teilweise 20 Muldenkippern, Baggern und Raupen aufgeschüttet hatten. Nun wächst der Erdhügel nicht mehr, er ist fertig. Zum Glück gab es in dieser Zeit keinen schweren Unfall. Das alles war sehr beeindruckend. Nachdem wir den steilen Abstieg bewältigt hatten, glättete eine riesige Planierraupe unsere Spuren im Sand.

Größtes Schwimmbecken

Am Flughafen gibt es acht Regenrückhaltebecken (RHB). Sie sind dazu da, Wasser aufzufangen. Direkt unter der neuen Vorfeldfläche wird sich das größte RHB befinden, das gerade im Bau ist. Wie uns der Projektsteuerer, Wolfgang Noll, berichtete, wird es 10 Millionen Euro kosten. Unvorstellbar für uns. Es ist 100 Meter lang, 60 Meter breit und 15 Meter tief. Es besteht aus 6 Kammern und wird einmal 24 500 Kubikmeter fassen. Das Becken besteht aus 90 Zentimeter dickem Stahlbeton und ist wasserdicht. Das anfallende Wasser gelangt durch eine große Betonleitung, den sogenannten «Sammler», in das Rückhaltebecken.

Erstaunlicherweise ist das meiste am Flughafen anfallende Wasser sauberes, unbelastetes Wasser. Die Wasserqualität wird im Bereich des Einlaufs automatisch erfasst. Sauberes Wasser fließt über eine lange Leitung direkt in den Main, mittel- und schwerbelastetes Wasser wird im Flughafen-Klärwerk gereinigt. Vor allem im Winter fällt mit viel Enteisungsmitteln verunreinigtes Wasser an. Die modernen Enteisungsmittel sind jedoch biologisch abbaubar.

Bald wird man von dem Becken nicht mehr viel sehen. Wir konnten miterleben, wie mit einer der größten Betonpumpen, die es gibt, über ein 63 Meter langes Rohr die Decke des Beckens gegossen wurde. Nur über kleine Schachtzugänge wird man später Zugang zum größten unterirdischen «Swimming-Pool» des Flughafens Zugang haben.

Klasse 4d unter der Leitung von Rosemarie Kullmann

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