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Herrchen gesucht: Viele Tiere warten auf ein neues Zuhause

Die Klasse 4b der Theodor-Heuss-Schule Limburg berichtet aus dem Tierheim in Staffel.
Limburg. 

Lärm- und geräuschempfindlich darf man an diesem Ort nicht sein. Als die Kinder der Klasse 4b der Theodor-Heuss-Schule Limburg und ihre Lehrerin Nina Röhrig erwartungsvoll aus dem Omnibus aussteigen, schallt ihnen das laute Bellen der Hunde schon entgegen: mal kurz, mal lang, mal tief und mal hoch. Es scheint, als gäbe es im Tierheim in Staffel nur ganz, ganz viele Hunde. Stimmt das?

Die Leiterin des Tierheims, Adelheid Noble, klärt uns auf. Das Tierheim Limburg gibt es schon lange. Über 55 Jahre ist es schon alt. Anfangs war es noch in der Industriestraße in Limburg. Das Grundstück war allerdings sehr klein. Da hat das Tierheim das Angebot der Stadt gerne angenommen, in das alte Bundeswehrdepot in Staffel umzuziehen. Dort haben die Tiere mehr Platz und einen größeren Freilauf.

Es gibt sogar eine Notfallnummer, sodass das Tierheim in dringenden Fällen auch nachts erreicht werden kann. (Natürlich freuen sie sich aber, wenn sie nachts durchschlafen können.)

Derzeit sind im Tierheim über 120 Katzen, 40 Hunde, 15 bis 17 Kaninchen und Kaninchenbabys, Meerschweinchen, acht Chinchillas (kleine pelzige Nagetiere) und einige Kleintiere mehr. 1100 Tiere kommen im Jahr ungefähr ins Tierheim. Darunter sind auch Ziegen, Schafe oder Hühner. Es gab sogar schon eine Würgeschlange, eine Sandboa oder eine Königspython! Die Würgeschlange wurde auf einem Wanderparkplatz entdeckt, die Sandboa in einer Bananenkiste im Supermarkt. Diese außergewöhnlichen Tiere konnten glücklicherweise vermittelt werden und haben einen neuen Besitzer gefunden. Das ist leider nicht bei allen Tieren so! Viele Tiere wurden von ihren Herrchen geschlagen oder ausgesetzt. Ein Hund wurde sogar vor Jahren im Mülleimer gefunden! Viele von ihnen sind auch schon alt. Es gibt sogar eine ganz liebe, behinderte Rottweilerhündin: «Anka», die nur noch auf drei Beinen läuft.

Psycho – Kein Einzelfall

Ein Hund fällt uns ganz besonders auf: Psycho! Er begleitet uns ins Büro von Adelheid Noble. Sein Fell sieht komisch aus! Er beschnuppert alles und knurrt merkwürdig. Einige haben Angst! Doch sein Verhalten hat einen Grund: Psycho wurde von Menschen schlimm misshandelt und geschlagen. Er ist anderen Menschen gegenüber daher sehr unsicher und beißt auch schon mal, wenn man ihn streicheln will. Erst langsam hat er Zutrauen zu den Helfern des Tierheims gefunden. Am liebsten mag er Frau Noble, sodass er in ihrem Büro wohnen darf! Aus diesem schlimmen Fall lernen wir, dass wir Hunde nicht schlagen und misshandeln dürfen.

Wichtige Regeln

Vor allem darf man Hunde aber nicht als Kampfhunde abrichten, wie Roland Behrns uns erklärt. Denn solche Hunde greifen dann andere Tiere an und verletzen sie, weil sie brutal dazu abgerichtet wurden. Ein Hund namens Prinz ist Fremden gegenüber sehr misstrauisch. Daher wird er extra etwas abseits in einem Zwinger gehalten. Auch er wurde vermutlich vom Vorbesitzer schwer misshandelt. Nur das entfernte Vorbeigehen bringt ihn schon zum Bellen und Toben. Außerdem muss man Regeln beachten, wenn man fremde Hunde trifft.

Wenn du einem fremden Hund begegnest, musst du ihm gegenüber sehr vorsichtig sein! Allerdings darfst du dir deine Angst nicht anmerken lassen. Du darfst auf keinen Fall schreien, wegrennen oder dich über den fremden Hund beugen. Der Hund könnte sonst vielleicht denken, du willst ihn bedrohen und er könnte dich dann vielleicht sogar beißen. Triffst du also einen fremden Hund, versuche Ruhe zu bewahren!

Eine Nacktkatze

Wir sehen ganz viele verschiedene Katzen: goldgelbe, orange, graue, braune, schwarze, getigerte, junge und alte. Hier bei den Katzen, die Roswitha Bigos versorgt und pflegt, ist es gleich viel ruhiger! Am leisesten ist es aber im Kleintierhaus, das uns Maggy zeigt. Dort wohnen die Kaninchen, Hamster, Chinchillas und viele andere mehr.

Das außergewöhnlichste Tier zeigt uns Roswitha Bigos am Schluss: «Sphinx» – Eine Nacktkatze! Das ist eine besondere Züchtung: Eine Katze, die kein Fell hat. Sphinx wurde einfach in einem Pappkarton ausgesetzt! Schlimm, wenn man bedenkt, dass die Katze ohne Fell wahnsinnig friert und sehr anfällig ist. Gut, dass Roswitha Bigos die Katze gut gepflegt hat und ein neues Zuhause für sie gefunden hat. Ein Ehepaar aus der Schweiz will sie aufnehmen, da der Mann allergisch auf Tierhaare ist. Vor Redaktionsschluss zu unserem Artikel, erfahren wir, dass er auch auf diese Katze allergisch reagierte. Aber «Grinch» hat schon wieder ein schönes liebevolles Zuhause gefunden.

Wenn auch Sie ein neues Haustier suchen, gehen Sie doch samstags nachmittags mal ins Tierheim in Staffel. Denn dann hat das Tierheim seinen Hauptvermittlungstag.

Für alte oder misshandelte Tiere ist es schwer, ein neues Zuhause zu finden. Trotzdem bleiben die Tiere gut gepflegt im Tierheim und werden nicht einfach eingeschläfert. Die sechs Festangestellten und die 25 ehrenamtlich tätigen Helfer versuchen alles zu tun, um den Tieren das Leben schön und abwechslungsreich zu machen. Sollte ein Tier trotzdem sterben, hätten sie das Gefühl, versagt zu haben und sie litten darunter, betont Adelheid Noble.

Medizinische Versorgung

Auch die medizinische Versorgung und die Behandlungen in Tierkliniken werden vom Staffeler Tierheim bezahlt. Und das ist nicht gerade günstig! Leider übersteigen bald die hohen Arzt- und Klinikrechnungen die vorhandenen Gelder des Tierheimes. Denn im letzten Jahr lagen die Arzt- und Klinikkosten bei über 80 000 Euro! Falls es dieses Jahr noch mehr werden, ist das vorhandene Geld bald aufgebraucht und das Tierheim muss schlimmstenfalls geschlossen werden! Und dann, was passiert mit den vielen Tieren? Müssten sie dann alle sterben? Unvorstellbar, wenn man die vielen goldigen Tiere und die vielen fleißigen Helfer sieht!

Das Tierheim Staffel freut sich über Spenden und über neue Mitglieder im Tierschutzverein Limburg-Weilburg e.V. Helfen auch Sie mit, den Tieren die Zukunft im Staffeler Tierheim zu sichern!

Autoren: Melissa Bäst, Camila Cordero, Sabrina Deifel, Maida Etemovic, Maximilian Gaul, Jaten Kapoor, Luisa Kraft, Lea Kühmichel, Paolo Meudt, Jelena Milanovic, Zeynap Mostafa, Burak Öcal, Salvatore Piazzese, Anton Reusch, Helena Röhricht, Mia Roost, Seyit Sahin, Lennard Schmitt, Nico Schelenberg, Joost Bennet Schneider, Hannah Wallrabenstein. Klassenlehrerin: Nina Röhrig

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