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Kerosin – das ist ein ganz besonderer Saft

Die Klasse 3 a und Lehrerin Alexandra Weber aus Köppern staunen nicht schlecht, als sie mit dem Bus über das Vorfeld des Frankfurter Flughafens fahren und bereits aus großer Entfernung zehn riesengroße Tanks entdecken. In Ihnen lagert also der besondere Saft, das Kerosin.
Mit dem Palettenhubwagen wird die unterschiedlichste Fracht ins Flugzeug gehoben. Mit dem Palettenhubwagen wird die unterschiedlichste Fracht ins Flugzeug gehoben.
Frankfurt. 

Der FJS (Frankfurt Jet Services) ist einer der beiden Tankdienste mit rund 80 Mitarbeitern am Flughafen Frankfurt, für den Rene Parlow seit zehn Jahren arbeitet. Er ist die meiste Zeit auf dem Vorfeld unterwegs und organisiert, wann, wo, welches Flugzeug betankt werden muss. Sein Kollege Jens Jacobi übernimmt dabei die Büroarbeit.

Die Voraussetzungen für Rene Parlows Beruf, den er als interessant und abwechslungsreich beschreibt, sind der Lkw-Führerschein, die Ausbildung zum Tankwart und die zum Speditionskaufmann. Das Team um Parlow übernimmt täglich unglaubliche 300 von insgesamt 600 Betankungen.

Kerosin ist durchsichtig bis ockerfarben und kostet ungefähr so viel wie das Super-Benzin für Autos. Auch wird es ähnlich wie Benzin aus Rohöl gewonnen und hat den Vorteil, dass es nicht gefriert. In den zehn großen Tanks lagern 186 Millionen Liter Kerosin. Mit Hilfe von 23 großen Pumpen wird es über eine 50 Kilometer lange unterirdische Pipeline verteilt.

Bei den meisten Betankungen dockt ein Dispenser – ein Tankauto –, der zwischen 200 000 und 250 000 Euro kostet, an einem Hydranten (Pitventil) an, verringert den Druck aus der Rohrleitung, filtert, prüft das Kerosin und pumpt es über zwei Schläuche in den Flugzeugtank. Damit die Schläuche an die Tragflächen eines Flugzeugs angeschlossen werden können, hat der Dispenser eine Hebebühne, die den Tankwart weit in die Höhe bringen kann. Hat ein Flugzeugparkplatz keinen Anschluss zur Pipeline, wird ein Tanklaster, der zwischen 300 000 und 500 000 Euro kostet, zum Betanken eingesetzt. Dieser kann mit etwa 60 000 Litern Kerosin beladen werden. Um den Airbus A380 zu betanken, muss ein Tankwagen mehr als fünf Mal hin- und herfahren. Durchschnittlich große Flugzeuge kommen mit wesentlich weniger Kerosin aus. Besonderen Wert legt Parlow auf Sicherheit und Schutz im Umgang mit Kerosin, denn es ist leicht entzündbar und für Tiere und Pflanzen schädlich. So tragen die Mitarbeiter eine spezielle Schutzkleidung und arbeiten sehr konzentriert. Einen Brand beim Betanken gab es bisher zum Glück noch nicht.

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