E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 30°C

Schere und Kleber im Tonstudio

Die Klasse 4b aus Linter recherchierte im Tonstudio im Gebäude der Kreismusikschule.
Limburg. 

Aufgeregt und gespannt begrüßen die Schüler der Klasse 4b Michael Born, Tontechniker und Instrumentalpädagoge, der sie im Gebäude der Kreismusikschule (KMS) schon erwartet. Er führt sie direkt in den Aufnahmeraum, einen großen hellen Saal. Überrascht blicken sich die Schüler um. Ein Tonstudio haben sie sich anders vorgestellt.

Michael Born hat sein mobiles Equipment aufgebaut: Mikrofon, Interface (Wandler), Computer und Lautsprecher. Das nimmt er mit, wenn er Musiker außerhalb seines Studios aufnimmt. Ein Mischpult benötigt er nicht mehr. Die Arbeit erledigt er jetzt mit dem Computer.

Im Studio hatte Michael Born schon viele Musiker und ungefähr zehn bis 20 Sänger. Er hat noch nie Sänger berühmt gemacht, weil er keine Plattenverträge abschließt. Im Tonstudio arbeitet Michael Born ganz alleine. Es gibt zwei Flügel, die die Musiker für ihre Aufnahmen benutzen können. Die anderen Instrumente bringen sie selber mit, weil sie ihre eigenen Instrumente besser kennen.

Wie kommt das Stück auf die CD? Im Mikrofon ist eine Plastikscheibe, die wie ein Trommelfell wirkt. Die Scheibe wandelt die Schallwellen in Strom um. Über Kabel werden die elektrischen Impulse zum Interface geleitet. Das Gerät wandelt die Impulse in Klänge um, die am Computer als Wellenbild dargestellt werden. Jetzt beginnt die Hauptarbeit von Michael Born: die Bearbeitung des Stückes.

Damit die Schüler sich das besser vorstellen können, spielt Julian Ramscheid auf dem Flügel ein Stück von Johann Sebastian Bach. Obwohl es kein Tonband mehr gibt, sagt der Aufnahmeleiter immer noch: «Band läuft!» Julian spielt das Stück mehrmals. Nun zeigt Michael Born, wie er ein Stück bearbeitet. Er hört sich die erste Aufnahme an. Als ein nicht so gut gespielter Takt kommt, benutzt er die Computerschere, um die Abschnitte zu trennen. Jetzt sucht er diesen Takt in der zweiten Aufnahme. Zum Glück ist der perfekt. Er wird ausgeschnitten und an die Stelle des falschen gesetzt. Dann werden die nächsten Takte abgehört. Damit an der aneinandergesetzten Stelle keine winzige Lücke entsteht, wird das Symbol «Kleber» benutzt. Dabei werden die Takte so übereinandergelegt, dass beim Abspielen kein Knistern zu hören ist. Michael Born muss sehr genau arbeiten.

Der Aufnahmeraum ist sehr trocken. Wenn man in die Hände klatscht, merkt man, dass kein langer Nachhall da ist. Michael Born unterlegt das Stück mit Nachhall. Jetzt hört es sich an, als ob Julian in einer großen Kirche spielt. Nun werden die Bässe bearbeitet. Das Stück wird immer perfekter. Born erklärt, dass eine CD erst gebrannt wird, wenn alles stimmt und kein Knistern mehr zu hören ist.

Joel Lang und Selina Hahn dürfen auch singen. Bei Sängern kann jeder Ton so lange verändert werden, bis er stimmt. Herr Born kann mit dem Computer die Stimme so verändern, dass sie ganz anders klingt. Selinas Gesang wird mit Keyboard und Rhythmusgeräten unterlegt. Es hört sich sehr professionell an. Die Schüler wissen jetzt, dass die Stücke auf einer CD nie so gespielt wurden wie sie zu hören sind.

Autoren: Leon Ahl, Cem Aslan, Luca Cikrit, Martin Ekkert, Selina Funder, Selina Hahn, Joel Lang, Miguel Millan, Amaka Okereke, Hannah Oksche, Milad Rahimi, Julian Ramscheid, Evelyn Rimer, Jana Rudi, Selimcan Sahin, Lena Schröder, Beriwan Tohum, Julia Zohner, Klassenlehrerin Annette Hinzen-Sahl

Zur Startseite Mehr aus Themen von A bis Z

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen