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So kam die Fürst-Johann-Ludwig-Schule zu ihrem Namen

Die Viertklässler der Grundschule Ahlbach begaben sich im Unterricht auf die Spurensuche nach dem Mann, der der weiterführenden Schule in Hadamar ihren Namen gab: Fürst Johann Ludwig.
Limburg-Ahlbach. 

Wer war Fürst Johann Ludwig und was hat er mit Bauernhöfen in unserem Dorf Ahlbach zu tun? Zunächst stellten wir Nachforschungen an. Dazu gab uns der Lokalhistoriker Herbert Steinmann Auskünfte über den Fürsten und seine Frau. Dann hieß es:

«Auf, zum Urselthaler Hof!» Mit unseren Lehrerinnen Maria Bopp und Kerstin Lang und dem Fachmann Herbert Steinmann machten wir als erstes Halt an dessen Haus. Hatte er etwas vergessen? Nein, sein Hof war eine wichtige Spur und schon die Antwort auf unsere Frage: Das Anwesen gehörte zuerst dem Diersteiner Kloster in Diez, weshalb es «Diersteiner Hof» genannt wurde. Später kaufte es Fürst Johann Ludwig und schenkte es 1652 den Jesuiten, die in Hadamar ein Gymnasium gegründet hatten. Vom Ertrag des Hofes sollte das Kloster die Schule und ihre Lehrer bezahlen können. Wie spendabel! Als sehr viel später, nämlich 1972, daraus die Hadamarer Gesamtschule wurde, bekam sie deshalb seinen Namen!

Nach einer kleinen Wanderung erreichten wir dann den Urselthaler Hof. Er ist das letzte Überbleibsel vom Dorf Niederahlbach, das es nicht mehr gibt. Wegen Pest und Krieg starben dort fast alle Menschen, und die Häuser verfielen. Im Dreißigjährigen Krieg kaufte die Frau von Fürst Johann Ludwig mit dem Geld ihrer Eltern den Hof mit dem zurückgelassenen Land des alten Dorfes. Die Fürstin hieß Ursula und daher wurde er «Urselthaler Hof» genannt. Sie selbst lebte weiterhin mit dem Grafen im Hadamarer Schloss.

Das Gehöft gehört heute dem Land Hessen. Der jetzige Pächter ist Ralf Fellmann mit seiner Familie. Schon seine Eltern hatten den Hof gepachtet. Er wuchs hier auf und übernahm ihn im Jahr 2000. Er baut Zuckerrüben, Raps, Viehfutter und Weizen biologisch an, das heißt: ohne Gifte. Vieh gibt es nicht mehr. Wir waren auch im alten Kuhstall. Es passten 50 Kühe rein. Jetzt verkauft man dort Möbel. Schon früher als Stall hatte er diese schöne gewölbte Decke. War das nicht zu schade für das Vieh? Ralf Fellmann erklärte uns, dass man die Bögen in der Decke brauchte, damit der Stall nicht zusammenbrach.

Der Urselthaler Hof hat viele Häuser und Ställe, die wie ein «U» ganz eng zusammenstehen. Die Menschen bauten so, um sich vor Feinden und Räubern zu schützen, denn es war ja 30 Jahre lang Krieg. Die Häuser wurden nach und nach gebaut. Die ältesten sind aus Holz und Lehm. Später bauten die Leute mit Bruchsteinen aus dem Ahlbacher Steinbruch.

Wir hatten bei unserer Limburger Stadtrallye gelernt, dass Fachwerkhäuser schnell ein Opfer der Flammen werden können. Deshalb fragte eine unserer Reporterinnen, ob es hier am Urselthaler Hof schon mal ein Unglück gegeben hat. Der Landwirt Ralf Fellmann berichtete:

«Unsere Scheune ist abgebrannt als ich ein kleiner Junge war. Seht, hier steht nur noch ein kleiner Teil der Scheune ohne Wände, den wir als Unterstand für Maschinen benutzen.» An den schwarzen Balken konnten wir erkennen, dass es hier tatsächlich gebrannt hatte.

Hinter der Scheune ist ein riesiges Feld. Früher brauchte man viele, viele Arbeiter und Pferde, um es abzuernten. Auch unser Begleiter Herbert Steinmann erinnert sich, dass er als Kind mithelfen musste. Ralf Fellmann hat Maschinen (Traktor, Mähdrescher) und nur zwei bis drei Helfer. Wir entdeckten einen Traktor mit sechs Reifen, der nur auf dem Feld fahren darf, weil er für eine Straße zu breit ist. Zum Schluss kam das Beste unseres Ausflugs: Jeder von uns durfte einmal den großen Trecker fahren. Danke, Herr Fellmann!

Autoren: Klasse 4

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