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Viel sauberer als die Schultoiletten

Am Frankfurter Flughafen sind jeden Tag rund 200 000 Menschen unterwegs: Fluggäste, Mitarbeiter, Besucher, Abholer und Touristen.
Frankfurt. 

Die Menschen laufen herum, werfen ihren Müll weg, benutzen die Toiletten und Waschbecken und hinterlassen Spuren. Wenn man da nicht dauernd putzen würde, würde es ganz schnell ganz schön schmutzig aussehen. Aber die Flughafengänge und die Toilettenräume sehen meist aus, als seien sie noch gar nicht benutzt worden. Dafür sorgen die Mitarbeiter der Firma GCS. Insgesamt arbeiten 600 Mitarbeiter beim Cleaning Service. Einer von ihnen ist Ercihan Ikbal, der seit 1981 dabei ist und sich gemeinsam mit seinen Kollegen um die etwa 150 Toiletten im Flughafengebäude kümmert. Und das ist eine ganze Menge Arbeit.

Man gewöhne sich an die Arbeit, sagt Ercihan Ikbal, der weiß, dass die meisten Menschen nicht so gerne Toiletten schrubben würden. Ercihan Ikbal erlebt, dass viele Menschen seine Arbeit durchaus wertschätzen. Das ist kein Wunder, denn so saubere Toiletten wie auf dem Frankfurter Flughafen findet man selten. Keine Schule kann da mithalten.

Wissenschaft für sich

Für soviel Reinlichkeit zu sorgen ist eine Wissenschaft für sich. Ercihan Ikbal folgt einem strengen System. Mit dem Reinigungssystemwagen geht es von Waschraum zu Waschraum. Dieser Wagen verfügt über eine sehr detaillierte Unterteilung und eine Art Fahrplan, der genau die einzelnen Schritte beschreibt, nach denen die Reinigung durchzuführen ist.

Die Eimer auf dem Wagen haben drei Fraben: Rot, Gelb und Blau. Der rote Eimer und der zugehörige rote Schwamm sind nur für die Toiletten zu gebrauchen. Der daneben stehende gelbe Eimer, zu dem außerdem der gelbe Lappen und der gelbe Schwamm gehören, sind ausschließlich für die Waschbecken, Armaturen und die Spiegel vorgesehen. Im blauen Eimer daneben sind die unterschiedlichen Reinigungsmittel verstaut, wie Glasreiniger für Spiegel oder Sanitärreiniger für Toiletten zum Beispiel. Unterhalb dieser kleinen Eimer befinden sich zwei große Eimer mit ebenfalls unterschiedlichen Farben. Der rote Eimer ist für das Dreckwasser, der blaue für das saubere Wasser, welches einen chemischen Zusatz enthält. Zudem gibt es auf dem Wagen unterschiedliche Schubladen, von denen die eine für den Mopp und die zweite für die Mülltüten ist.

Auch die Mülltüten haben unterschiedliche Farben; die schwarze Tüte ist für den Restmüll, die grüne für den Glasabfall, die gelbe Tüte für Verpackungsmaterial und die blaue für Papier und Zeitung. Außerdem gibt es eine Folienabdeckung für defekte Urinale. So kann zum Beispiel bei Verstopfung eine Toilette damit abgedeckt und somit gesperrt werden. Wichtig für die Mitarbeiter ist, dass sie neben den chemischen Reinigungsmitteln keinerlei Nahrungsmittel oder Getränke auf dem Reinigungswagen deponieren dürfen.

Handschuhe umkrempeln

Bei der Bodenreinigung ist ein chemisches Zusatzmittel unbedingt von Nöten. Dieses verhindert, dass der Flughafenfußboden kaputt geht. Der Mopp wird bei der Reinigung drei Mal in das dreckige Wasser eingetaucht, ausgewrungen und danach in das saubere Wasser einmal eingetaucht. Nach dem Auswringen wischt man den Boden, indem man mit dem Mopp eine Acht schreibt. Schwierig ist, Kaugummi und klebende Gegenstände mit dem Spachtel zu entfernt.

Bei allen Reinigungsarbeiten trägt man an den Händen Gummihandschuhe, deren Rand nach oben umgeklappt ist. Dadurch wird verhindert, dass das schmutzige Wasser in die Ärmel läuft. Bei der Toilettenreinigung wird zuerst der rote Lappen zwei Mal gefaltet. Der Reiniger wird auf Lappen und Toilette übertragen. Zuerst wird die Klobrille gereinigt, erst oben, dann unten, anschließend die Kloschüssel, und zuletzt wird der Klositz saubergemacht.

Im Anschluss daran werden die Urinale gereinigt. Nachdem dies geschehen ist, wird Duftspray in den Bodenablauf gefüllt, und der Ablauf wird mit Wasser gefüllt. Dies verhindert, dass es in den Waschräumen zu unerfreulichen Gerüchen kommt. Später werden die Waschbecken und Armaturen gereinigt und die Spiegel sauber gemacht. Der Spiegel wird zuerst mit der Rolle nass gereinigt und anschließend mit dem Abzieher trocken gerieben.

Die Mitarbeiter des Reinigungsdienstes arbeiten in drei Schichten am Tag und in der Nacht. Jede halbe Stunde werden die Toiletten gereinigt. Während der Reinigung wird für die Besucher ein gelbes Schild vor den Toiletten aufgestellt, das sie auf die mögliche Rutschgefahr hin informiert.

Jochebed Kifle, Lejla Ikanovic, Miroslav Komarcevic, Pascal Lau, Jan Weidenthaler, Oskar Traband, Camillo Carmesin, Joel Ghirmay, Simon Sony und Malaika Monin

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