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Waldforscher unterwegs

Die Klasse 4a der Grundschule Beselich hat mit Försterin Nadine Ströbele viel über seltene Baumarten in Hessen gelernt. Einige dieser Bäume stellt die Klasse hier vor.
Försterin Nadine Ströbele erklärt den Schülern, wonach sie suchen müssen.	Fotos: Dietl Bilder > Försterin Nadine Ströbele erklärt den Schülern, wonach sie suchen müssen. Fotos: Dietl
Frankfurt. 

Elsbeere, Wildbirne, Speierling, Mehlbeere, Feldulme, Walnuss, Rosskastanie und Wildapfel. So heißen die seltensten Baumarten in unserer Region, wobei der am wenigsten verbreitete der Speierling ist.

In Hessen gibt es etwa 400 bis 500 Speierlingsbäume, die etwa 80 Jahre alt sind. Der Speierling war sogar vom Aussterben bedroht. Das lag unter anderem daran, dass seine Verbreitung so schwierig ist: Der Kern des Speierlings muss zuerst durch einen Vogeldarm wandern, bevor er keimen kann.

Dass man den Speierling inzwischen wieder häufiger vorfindet als noch vor zehn Jahren liegt daran, dass er 1993 von einem Kuratorium zum Baum des Jahres ernannt wurde. Jedes Jahr wird ein Baum zum Baum des Jahres ernannt und erlangt dadurch Berühmtheit. Durch die Aufmerksamkeit, die er auf diese Weise bekommt, wird er wieder öfter angepflanzt und auch vermehrt von Baumschulen angeboten.

Von Försterin Nadine Ströbele erfuhren wir, dass die Rettung der vom Aussterben bedrohten Baumarten unter anderem für die in unseren Wäldern lebenden Tiere so wichtig ist. Denn sie ernähren sich teilweise von den Früchten dieser Bäume. Weil sie so selten sind, seien ihre Früchte sozusagen regelrechte Leckerbissen für die Tiere, also eine willkommene Abwechslung auf deren Speiseplan. Auch der Mensch kann die meisten dieser Früchte essen.

Da wir die wenigsten der seltenen Bäume zuvor kannten, hatte Nadine Ströbele ein Suchspiel für uns vorbereitet. In Gruppen mussten wir jeweils zwei seltene Baumarten suchen, die sie vor unserem Besuch markiert hatte. Von jedem Baum sollten wir ein Blatt abreißen und mitbringen. Anhand dieses Blattes haben wir dann mithilfe von Bestimmungsbüchern die Namen der Bäume gesucht. Einige davon wollen wir hier nun vorstellen.

Mehlbeere

Die Mehlbeere ist ein Strauch oder Baum von fünf bis zwölf Metern Höhe. Ab August bilden sich gelb-rote bis scharlachrote Früchte. Sie sehen wie kleine Äpfel aus. Roh sind sie leicht giftig, schmecken mehlig und fad. In Notzeiten wurden sie getrocknet und gemahlen als Mehlzusatz verwendet. Die Mehlbeere ist in Mitteleuropa verbreitet, vor allem in Mittelgebirgslagen sowie an sonnigen Waldrändern, Hängen und Böschungen.

Wildbirne

Die Wildbirne ist ein fünf bis 20 Meter hoher Baum mit unregelmäßiger Krone. Ihre Blüten ähneln der der Gartenbirne, sind aber kleiner. Ihre kleinen Früchte schmecken sauer und bitter. Man findet sie vor allem in sommerwarmen, wintermilden Regionen Mitteleuropas, zerstreut in lichten Wäldern, in Feldgebüschen und an Hängen.

Elsbeere

Die Elsbeere ist ein fünf bis 20 Meter hoher Baum oder Strauch mit gelben bis rötlichen Früchten, die roh ungenießbar sind. Man verwendet die kleinen Apfelfrüchte manchmal als geschmacksabrundenden und konservierenden Zusatz für Obstweine. Die Elsbeere ist in Mitteleuropa vor allem im Süden und Südwesten in Eichenmischwäldern, an Waldrändern und in Gebüschen verbreitet.

Rosskastanie

Die Rosskastanie ist ein 15 bis 25 Meter hoher Baum mit hoch gewölbter Krone. Ihre Blätter sind handförmig. Sie ist in den Balkanländern beheimatet und wurde im 16. Jahrhundert nach Mitteleuropa gebracht. Extrakte aus den Samen der Rosskastanie werden gegen Beschwerden bei chronischen Venenleiden eingesetzt.

Speierling

Der Speierling ist etwa zehn bis 20 Meter hoch. Ab September trägt er gelbgrüne bis bräunliche kleine Apfelfrüchte. Diese sind erst genießbar, wenn sie außen braun und innen teigig werden. Sie dienen als Würze für Apfelwein.

Der Speierling kann im Wald maximale Höhen von über 30 Meter und als Einzelbaum Stammdurchmesser über 100 Zentimeter erreichen. Er kann bis zu 600 Jahre alt werden.

Der Baum des Jahres 2012 ist übrigens die Lärche.

Autoren: Klasse 4a Grundschule Beselich; Klassenlehrerin: Tatjana Dietl

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