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Was tun bei Mobbing in der Schule ?

Die Klasse 4a der Senckenberg-Schule Runkel berichtet über die Arbeit der Polizei Weilburg.
Weilburg. 

"...zwischen Ellar und Hausen steht ein verlassenes Fahrzeug mit dem Kennzeichen (...) an einer gefährlichen Stelle. Ermittelt doch mal den Fahrzeughalter.» Diesen Funkspruch hören heute nicht nur die Beamten auf der Weilburger Polizeiwache, sondern auch die Kinder der Klasse 4a der Johann-Christian-Senckenberg-Schule in Runkel. So still ist es in der Klasse sonst selten, denn die Kinder wollen hören, wie es weitergeht.

Die Klasse 4a ist heute im Rahmen des ZING-Projektes bei der Polizei in Weilburg. Sie wird von Jens Wirbelauer in Empfang genommen. Er ist der Kontaktbeamte an 20 Schulen im Bereich Weilburg und hilft, wenn es Ärger oder Streitereien an Schulen gibt. Die Polizeistation Weilburg ist zuständig für acht Gemeinden: Weilburg, Beselich, Villmar, Weilmünster, Weinbach, Merenberg, Löhnberg und Mengerskirchen. Insgesamt arbeiten hier 50 Polizisten, die meisten von ihnen wechselweise Tag und Nacht im Schichtdienst. Die Polizeistation ist immer besetzt, eine Schicht dauert zwölf Stunden.

Akte für junge Straftäter

Die Kinder der Klasse 4a wussten gar nicht, wie viele Straftaten es an Schulen gibt. Jens Wirbelauer erklärt es ihnen. Zu den häufigsten Straftaten gehören: Körperverletzung, Diebstahl, Sachbeschädigung, Beleidigung. Strafmündig ist man erst ab 14 Jahren. Wenn man unter 14 Jahren ist, wird auch eine Akte angelegt, in der steht, was das Kind gemacht hat. Ist es dann 14 Jahre oder älter und stellt wieder etwas an, können Staatsanwalt und Richter in die Akte schauen und dann über die Strafe entscheiden.

Körperverletzung ist schon, wenn man jemanden schlägt, so dass er Schmerzen hat. Dann kann man angezeigt werden und der Täter oder die Eltern müssen für die Behandlung beim Arzt des Opfers bezahlen.

Jeder Diebstahl an Schulen kann angezeigt werden. Dabei ist es egal welchen Wert das Diebesgut hat. Beleidigung ist eine Straftat, wenn der andere sich verletzt fühlt. Wenn einer von anderen immer wieder beleidigt und gehänselt wird, spricht man auch von Mobbing. Es ist eine seelische Verletzung, die zu schlimmen Folgen führen kann. Solche Folgen sind zum Beispiel, dass man Angst hat, in die Schule zu gehen oder dass man schlechtere Noten schreibt.

Jens Wirbelauer erklärt der Klasse 4a, wie man sich bei Mobbing in der Klasse verhalten soll. Jeder soll seine eigene Meinung sagen, nicht zusehen oder weggehen und denken, zum Glück bin ich nicht das Opfer. Man soll sich mit anderen zusammen tun und Hilfe beim Lehrer, den Eltern oder der Polizei holen. Keiner soll zum Außenseiter gemacht werden!

Bei Ärger: Anrufen!

Über die Trouble-Line (trouble = Ärger, Sorge / line = Verbindung), eine Notrufnummer der Polizeistation, ist Jens Wirbelauer oder sein Anrufbeantworter immer erreichbar. Wenn ihr also Sorgen oder Probleme habt, dann wählt diese Nummer: (0 64 71) 93 86 55. Für die Polizei in ganz Hessen gibt es auch noch eine kostenlose Trouble-Line unter Telefon:  08 00 – 1 10 22 22.

Bei einer Führung durch die Polizeistation sehen sich die Kinder der Klasse 4a als erstes die beiden Arrestzellen an. Die Zellen sind bis auf ein hartes Bett ganz leer. Sie sind kalt und ungemütlich, weil sie bis zur Decke weiß gekachelt sind. Ein Gefangener darf nur bis zum nächsten Tag dort bleiben, dann muss ein Richter entscheiden, ob er ins Gefängnis kommt.

Die Wache ist der Raum, wo alle Notrufe und Funksprüche ankommen. Die Fenster sind aus kugelsicherem Glas und lassen sich nicht öffnen. Eine Kamera überwacht die gesamte Polizeistation. Am Monitor kann der Beamte alles beobachten. Über ein spezielles Computerprogramm kann der Polizeibeamte Informationen über Personen erhalten, die kontrolliert werden müssen.

Fingerabdrücke

Im Raum für die Spurensicherung werden Fotos gemacht und Fingerabdrücke genommen. Jeder Mensch hat andere Fingerabdrücke. Die Linien auf den Fingern heißen Papillarlinien. Fingerabdrücke kann man mit Magnetpulver sichtbar machen. Die Kinder der Klasse 4a dürfen es selbst ausprobieren.

Zuerst hinterlassen sie auf einem Blatt Papier ihre Fingerabdrücke, dann nehmen sie einen speziellen Magnetstift, an dem ein graues Pulver hängt. Dieses Pulver wird sanft über das Papier gestrichen, dabei werden dann die Fingerabdrücke sichtbar. Anschließend dürfen die Kinder ihre Finger auf ein besonderes Stempelkissen, dem Papillarkissen, drücken und dann auf einem Papier ihre Fingerabdrücke machen.

Autoren: Laura Beck, Lea Bittner, Marie Dorn, Luca Dort, Faiza El Maslouhi, Nick Emmerich, Christian Finke, Philipp Hassner, Isabel Heymann, Elisabeth Jopp, Lara Kahlig, Jennifer Maage, Vanessa Mehl, Nico Mendler, Dustin Nöller, Silas Oswald, Edward Plastinin, Albert Schmidt, Manuel Schmidt, Frederick Schmitz, Simon Scholz, Till Schranz, Kim Vogler, Marcel Weier, Jasmin Wengenroth, Klassenlehrerin Anna Thies

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