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Wie lebt es sich als Senior im Taunus?

Alt werden muss kein tristes Erlebnis sein. Wir haben mit Hermann Achtnich (80) über sein Leben als Senior geplaudert – auf einer Bank im Park.

Alt werden muss kein tristes Erlebnis sein. Wir haben mit Hermann Achtnich (80) über sein Leben als Senior geplaudert – auf einer Bank im Park.

Oberursel. Als Hermann Achtnich Mitte der 60er Jahre aus Baden-Württemberg in den Taunus kam, hatte das rein berufliche Gründe. Der Allgemeinmediziner entdeckte im Ärzteblatt eine freie Praxis in Oberursel. In dem Wohnhaus in der Kumeliusstraße lebt der 80-Jährige noch heute mit seiner Frau. «Die günstige Lage zwischen der Metropole und dem Taunus gefällt mir immer noch sehr gut», sagt er.

Auch im Alter profitiert das Ehepaar sehr davon. Regelmäßig besucht er mit seiner Frau die Museumskonzerte in der Frankfurter Alten Oper. Als er 1998 in Rente gegangen ist, hat sich das Ehepaar ein Abonnement zugelegt. Damals war Hermann Achtnich 68 Jahre alt. «Ich hätte gerne als Arzt noch etwas weitergemacht», sagt er. Statt dessen folgte er dem Ruf des Kreisarchivs und wurde dort ehrenamtlicher Mitarbeiter. «Einmal in der Woche habe ich Kartensammlungen geordnet und etwa ein Verzeichnis der Bäche im Hochtaunuskreis angelegt», erinnert er sich noch gut. Als die Arbeit im Kreisarchiv 2002 beendet war, wandte er sich anderen Dingen zu.

Und davon gibt es in Oberursel eine Menge. Im Verein «Interaktiv» ist er seit vielen Jahren engagiert. «Am Anfang habe ich dort mehr gemacht, jetzt bin ich eher passives Mitglied.» Auch die Volkshochschule war eine gute Anlaufstelle. Dort hielt er kulturmedizinische Vorträge, etwa über das «Kranke Gemüt». Auch der Kirchenvorstand der Auferstehungsgemeinde ist froh, dass Achtnich dort den Monats- und Raumplan erstellt und sich um die Kasse kümmert. Info-Blätter – wie zum Beispiel über die neue Photovoltaikanlage – trägt er zu Fuß aus. «Die kurzen Wege schätze ich sehr.» Aber es gibt noch mehr, wo sich der Mediziner als älterer Taunus-Bürger einbringen kann. Mit dem Gesprächskreis der Bommersheimer Kreuzkirche trifft er sich alle vier bis sechs Wochen. Aktuelles Thema: Naturwissenschaft und Glaube.

Eine Zeit lang hat Achtnich sich intensiv mit der eigenen Familiengeschichte befasst. Dokumente und Briefe aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts abgeschrieben, gescannt und Texte über seine Eltern und Vorfahren am PC verfasst. «Damit bin ich jetzt weitgehend fertig», erzählt er. Die Sammlung ist vor allem für seine drei Kinder und sieben Enkel bestimmt. Zu den Familien besteht ein enger Kontakt. «Wir besuchen uns», erzählt Achtnich. Da laufe dauernd etwas. Jüngst erst waren sie zusammen in der Fränkischen Schweiz wandern.

Radwegenetz ist klasse

Hermann Achtnich ist mit seinen 80 Jahren fit. Kürzlich ist er mit seinem Rad bis nach Bad Vilbel gefahren. Die Anbindung ans regionale Radwegenetz findet er klasse. Zumal für ihn das Leben im Alter kaum beschwerlicher geworden ist, wie er betont. Gut, er habe seit zwei Jahren ein Hörgerät und trage eine Brille. «Im Grunde aber mache ich manches noch genauso wie vor zehn Jahren.» Er wisse aber nur zu gut, dass sich das von heute auf morgen ändern kann. Konkrete Pläne für diesen Tag hat er nicht. «Wir lassen das auf uns zukommen.» gal

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