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Wo die 7 Kräuter wachsen

Aus Oberrad kommt die echte Frankfurter Grüne Soße. Die Schüler der Klasse 3 der Berkersheimer Schule suchten und fanden ihr Geheimnis.
Frankfurt. 

Gerd-Peter Huber leitet einen alten Familienbetrieb. Die Gärtnerei besteht seit Anfang des 16. Jahrhunderts. Ihm helfen seine Tochter, die auch eine Gärtnerausbildung hat, und vier Arbeitskräfte. Früher wurden in der Gärtnerei Obst und Gemüse angebaut. Seit einigen Jahren werden speziell Kräuter angepflanzt.

Hier musste das Geheimnis zu erfahren sein! Gärtnermeister Huber erklärt: «Die Kräuter kommen ursprünglich aus Italien. Traditionell wurden sie mit Öl gemischt und zum Braten gereicht.» Im Laufe der letzten 200 Jahre hat sich bei uns die Zusammensetzung der Grünen Soße entwickelt: Sauerampfer, Kresse, Borretsch, Pimpinelle, Petersilie, Schnittlauch und Kerbel. Es sind die ersten Frühjahrskräuter. Huber: «Mit diesen sieben Kräutern ist die Grüne Soße zur Spezialität geworden.»

In den Gewächshäusern in Oberrad wachsen bis zum April unter anderem Sauerampfer, Schnittlauch und Petersilie, im Freiland Borretsch und Pimpinelle. Bei ausreichenden Außentemperaturen werden alle Kräuter bis auf die Kresse im Freiland ausgesät. Sie brauchen sandigen Boden, Feuchtigkeit und Sonne.

Die Schüler schwirrten in die Gewächshäuser aus: «Kresse schmeckt angenehm!» «Sauerampfer schmeckt wie grüner Apfel und sauer!» «Schnittlauch schmeckt nach Zwiebeln!» Das fanden sie als erstes heraus.

Auffallend sind die großen haarigen Blätter des Borretschs. Die Pimpinelle dagegen vielblättrig, klein und zart, Sauerampfer ist zu erkennen an den beiden «Ohrläppchen». Kerbel sieht der Petersilie ähnlich, fühlt sich zart an. Nur die jungen Blätter und Triebe sollten gepflückt werden.

Das Verpacken der Kräuter erfolgt in einer kleinen Halle: Sieben Holzkisten sind mit den verschiedenen Kräutern gefüllt. Es stehen sich zwei Arbeiter oder Arbeiterinnen gegenüber. Die erste Person legt drei Kräutersorten auf einen Papierbogen, die zweite gibt die vier restlichen hinzu, rollt alles in einen bedruckten Papierbogen mit der Beschriftung «Hubers Echte Frankfurter Grüne Soße» ein und verschließt die Ware.

Gerd-Peter Huber: «Es ist wichtig, dass die Kräuter frisch verpackt und kühl gelagert werden.» Er fährt jeden Morgen den Kühlwagen mit den in Kisten verpackten Päckchen zum Frischezentrum in Kalbach. Sein Arbeitstag beginnt um zwei Uhr morgens. Von Montag bis Freitag verkauft er in der Spitzenzeit vor Ostern bis zu 6000 Päckchen zu je 200 Gramm pro Tag. Im Herbst sind es nur noch 250. Ein Päckchen kostet im Geschäft 3,50 Euro und sollte zu Hause im Kühlschrank nicht länger als drei Tage aufbewahrt werden.

Das Geheimnis löste die Klasse einen Tag später als sie in der Schule ein Kräuterpäckchen zubereitete – es ist der Geschmack!

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