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Zu Fuß in die Grube Fortuna gefahren

Im Stollen der Grube Fortuna bei Solms sind es immer 13 Grad Celsius. Und an den Wänden ist viel Eisenerz, Kalk und Tropfstein zu sehen.
Marleen füllt Eisenerzbrocken mit dem Fülltrog in einen Wagen.	Fotos: Klasse 4a Bilder > Marleen füllt Eisenerzbrocken mit dem Fülltrog in einen Wagen. Fotos: Klasse 4a
Solms. 

Im Stollen der Grube Fortuna bei Solms sind es immer 13 Grad Celsius. Und an den Wänden ist viel Eisenerz, Kalk und Tropfstein zu sehen. Wir laufen durch die Gänge, wo früher das Eisenerz abgebaut wurde. Die Wände sind rot vom Eisen und überall liegen Eisenerzbrocken herum. Die Wege sind eng und niedrig. Vor dem Mundloch der Grube werden wir mit "Glück auf!" begrüßt. Das ist der Gruß der Bergleute. Das Mundloch ist der Eingang in ein Bergwerk. Nach der Begrüßung fahren wir zu Fuß in den Stollen der Grube ein. In der Bergmannssprache heißt "fahren" laufen.

Nun geht es in den Förderkorb. Dieser fährt uns 150 Meter tief unter die Erde auf die 150-Meter-Sohle. Unten gibt es eine kleine Bahn, die uns ins Abbaugebiet fährt. Rolf Georg, unser Führer, zeigt uns die Maschinen in Aktion. Selbst ausprobieren dürfen wir die Kratze und den Fülltrog und den Druckluftbohrer. Der Bohrer ist sehr laut und schüttelt uns durch. Beim Ausprobieren merkt man, wie hart die Arbeit für die Bergleute war.

Autoren: Alen, Lucas V., Thimo

Der Abbau

Ganz hinten im Abbaugebiet ist es sehr dunkel und nass. Wir sind an einem "Alten Mann" vorbeigekommen. Das ist ein Abbaugebiet, das schon abgebaut worden ist. Eine Schicht unter Tage dauert acht Stunden.

Zum Abbauen muss man sprengen, was in der Bergmannssprache "schießen" heißt. Jeden Morgen gucken die Bergleute zuerst, ob in dem Gestein Risse von der Sprengung vom Tag vorher sind. Wenn Steine lose sind, ist es sehr gefährlich. Deswegen haben die Männer das Gestein mit Ankern oder Holzbalken gestützt. "Sargdeckel" nennen die Bergleute die großen Steine, weil Arbeiter schon unter herabfallenden Steinen begraben wurden und gestorben sind.

Für ein Bohrloch bei einer Sprengung brauchen die Arbeiter acht Stunden. Für eine kleine Sprengung braucht man zwölf Bohrlöcher. Ein Bohrloch ist 40 Zentimeter lang. Es kann immer nur ein Arbeiter arbeiten, weil der Gang sehr eng ist. Für eine Sprengung musste ein Mann zirka zwölf Tage arbeiten.

Das war ganz schön hart. Es wurde früher mit Schwarzpulver und später mit TNT gesprengt. Spannend ist, wie laut so eine Sprengung ist. Rolf Georg hat es uns vorgeführt. Er hat uns auch erzählt, dass viele Bergarbeiter deswegen taub geworden sind und sich nur noch mit Zeichensprache verständigen konnten. Überhaupt war es bei der Arbeit sehr laut. Wenn die Maschinen, die die Arbeiter brauchten, liefen, konnte man sein eigenes Wort nicht verstehen. Ganz früher haben die Bergleute mit Hammer und Meißel gearbeitet. Beim Abbauen entstand immer viel roter Staub. Deswegen wurden viele Arbeiter krank und bekamen eine Staublunge.

Autoren: Lavinia, Marleen, Jannick

Der Abtransport

Durch die Sprengung liegen viele Eisenerzbrocken auf dem Boden. Die müssen abtransportiert werden. Herr Georg hat uns erklärt: "Der Abbau geht immer von unten nach oben, der Abtransport immer von oben nach unten." Mit einer Kratze (eine Art Hacke, die an beiden Seiten spitz ist) wurde früher das Eisenerz mit viel Kraft auf einen Fülltrog gezogen. Der sieht aus wie eine Schaufel, nur ohne Stiel. Wir erfahren, dass Eisenerz viel schwerer ist als normale Steine. Wir haben probiert, einen größeren Brocken zu heben. Er ist so schwer, dass wir ihn kaum hochbekamen. Der schwere Fülltrog muss nun in einen Wagen gekippt werden. Der wird dann von einem Schlepper zum Sturzturm gefahren und ausgekippt. Später werden auch Schaufellader und Schnabel-Drehkipper verwendet.

Auf der niedrigeren Sohle wird das Eisenerz in einen Förderwagen gefüllt. Der wird zum Fahrstuhl mit der Grubenbahn gefahren. Der Fahrstuhl heißt in der Bergmannssprache "Förderkorb". Er transportiert die Eisenerzbrocken nach oben. Wir sind auch damit gefahren. Der Förderkorb funktioniert nicht mit Strom, sondern mit einem Gegengewicht. Dreimal wird geklingelt und man fährt nach unten, zweimal klingeln heißt hochfahren.

Autoren: Celine, Gesine, Christian, Dawid

Die Weiterverarbeitung

Das Eisenerz wird mit Zügen zu einem Schmelzofen transportiert. Hier wird es geschmolzen. Unten läuft es in Formen hinein und kann dann weiterverarbeitet werden. Rolf Georg hat uns erklärt: "Man muss das Eisen schmieden, so lange es heiß ist." Toll ist, dass wir auch schmieden dürfen. Herr Georg hat schon glühendes Eisen für uns vorbereitet. Beim Schmieden muss man natürlich Schutzkleidung tragen: eine Art Kochschürze, große Handschuhe, eine Schutzbrille und einen Helm. Mit einem schweren Hammer kann man ein eckiges Eisen spitz hämmern.

Aus dem Eisen werden viele Dinge hergestellt, die wir jeden Tag brauchen. Das sind zum Beispiel Schienen, Ketten, Fahrradständer, Werkzeug, Büroklammern, Stahlträger, Regale, Teile vom Fahrrad, Zug, Computer und vieles mehr.

Autoren: Marcel, Denis

Ausflugtipp

Ward ihr schon einmal 150 Meter unter der Erde? Dort könnt ihr viel Eisenerz sehen. Es macht sehr viel Spaß, alles anzugucken und auszuprobieren, wie die Bergarbeiter. Ihr dürft sogar einen kleinen Brocken Eisenerz mitnehmen. Aber aufpassen! Es ist eng, laut, dunkel und manchmal rutschig. Trotzdem ist der Besuch der Grube Fortuna ein spannendes und aufregendes Erlebnis. Mehr Informationen findet ihr unter: www.geowelt-fortuna.de.

Autoren: Laura, Lucas K.

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