Stefan Jung ist unser Wanderscout

Er läuft und läuft und läuft: Stefan Jung (43) hat zum zweiten Mal seine Stiefel geschnürt, um als Pfadfinder zehn neue Touren in Rhein-Main zu testen. Mit Reporterin Michelle Spillner sprach der FNP-Scout zum Start der neuen Wanderserie über das Wandern im Allgemeinen, seine Höhenangst im Besonderen und wie ihn sein Großvater ins Grüne brachte. Ein Pragmatiker in Wald und Flur: FNP-Scout Stefan Jung hat zehn neue Wandertouren zusammengestellt, die er bis zum 12. Oktober hier vorstellt. Foto: Spillner Ein Pragmatiker in Wald und Flur: FNP-Scout Stefan Jung hat zehn neue Wandertouren zusammengestellt, die er bis zum 12. Oktober hier vorstellt. Foto: Spillner
Stefan Jung ist eher der pragmatische Wanderer. Er sucht sich eine Strecke aus, schnappt sich sein Handy und läuft los. Wenngleich er allen anderen empfehlen würde, vielleicht einen Rucksack mit Getränk und Wegzehrung zu packen, ist er eher der Asket unter den Fußgängern. Jung beschränkt sich auf das Nötigste: Wanderstiefel, Regenzeug und eben seine mobile Allzweckwaffe mit Klingelton, die ihm zeitgleich als Diktiergerät, Schrittzähler, GPS-Gerät, Notizblock und Kamera dient.

Klar könne man eine Wanderung auch ganz anders angehen, sie generalstabsmäßig planen, sich mit Wanderstock und Fernglas rüsten. Jeder nach seinem Gusto, sagt Jung. Gerade das mache ja den Reiz des Wanderns aus. „Es gibt zwar sicher gute Tipps, die einem den Einstieg erleichtern und manchen Fehltritt verhindern. Es gibt aber kein grundsätzliches richtig oder falsch“, unterstreicht der 43-Jährige. Wenn er eines nicht will, dann aus dem Wandern eine Wissenschaft machen. Das überlässt er gerne den Experten.

Er will lieber denjenigen Mut machen, sich auf den Weg zu machen, die bislang schon nur beim Wort „Wanderung“ in Erinnerung an elend lange, unglaublich anstrengende und langweilige Schulwandertage das kalte Grausen packt.

Nichts muss, alles geht

Jung: „Wandern macht Spaß und hält fit. Nach langen Tagen im Büro bekommt man nicht nur frische Luft, sondern auch noch ein kostenloses Training.“ Gerade in seiner Heimat im Taunus könne man sich richtig auspowern. „Muss man aber nicht“, grinst der gebürtige Mainzer.

Jung ist ein bekennender Lokalpatriot. Beim Wandern erfahre er viel über seine Heimat. „Ich hatte hier schon so viele Aha-Effekte“, schwärmt er. Jüngstes Beispiel: der Frankfurter Stadtteil Höchst mit seiner wunderschönen Altstadt. „Da setzt man mit der Fähre über den Main, geht in die Schwanheimer Dünen und entdeckt etwas, das man hier nie erwartet hätte. Fantastisch.“

Mit Opa auf Tour

Seine Wandertouren sind Vorschläge, die man problemlos in einem Rutsch durchlaufen kann. Gerade wer mit Kindern unterwegs ist, kann sich jedoch auch nur für kleinere Ausflüge inspirieren lassen. „Als kleiner Junge wäre ich lange Strecken auch nicht unbedingt gelaufen“, räumt Jung ein. Sein Opa, inzwischen 88 Jahre alt, wusste aber, wie er den Sprössling motivieren konnte. „Tiere anschauen, das war immer toll“, blickt der selbst mittlerweile reichlich gereifte Enkel gerne zurück. Er erinnert sich noch immer, wie er mit seinem Opa Rehe im Wald beobachtete.

/rhein-main/wanderserie/Stefan-Jung-ist-unser-Wanderscout;art25167,644772 Damals hatte er noch regelmäßig Verpflegung dabei: eine Trinkflasche mit einem roten Marienkäfer darauf um den Hals. Und weil der Opa Konditor war, gab es zur Belohnung auch fast immer was Süßes. „Vielleicht auch etwas zu viel davon“, lacht Jung. Heute verzichtet er lieber auf diesen kalorienhaltigen Wegezoll und beschränkt sich auf den Naturgenuss.

Dass er bei der Konzeption der Touren für die neue Serie bewusst nur auf Rundwanderungen gesetzt habe, sei wohlbegründet, unterstreicht der FNP-Scout. „Da weiß man, wenn man zurückkommt, wo das Auto steht oder wo der Bahnhof ist.“ Gerade, wenn man erstmals in einem Gebiet unterwegs sei, sei das von Vorteil. Er ist und bleibt eben Pragmatiker. Die Wandertipps sind außerdem dergestalt, dass jeder Anfänger sie gut bewältigen sollte. „Selbst mit einem kleinen Handicap“, grinst Jung und verweist auf seinen Fuß. Da trägt er nach einem Außenbandriss, den er sich vor wenigen Wochen zugezogen hat, eine Schiene. „Auch damit ging es voran – irgendwie“, unterstreicht der FNP-Scout, rät aber keineswegs zur Nachahmung.

Marke „Eigenbau“

Wie er auf die einzelnen Touren gekommen ist? „Die habe ich mir selbst zusammengestellt. Das kann jeder mit Hilfe einer guten Wanderkarte oder via Handy oder online mit Hilfe der FNP-Wander-App.“ Einfach entscheiden, was man gerne sehen möchte, Schlösser, Überbleibsel der Römer beispielsweise oder eben Tiere. Dann schauen, wie belastbar man ist: Möchte man mehr bergab oder mehr bergauf laufen und wie lange möchte man unterwegs sein – und schon ist die Individualtour fertig. Klingt nach einem Spaziergang. „Aber der Unterschied ist, dass man einen Spaziergang spontan am Sonntag macht und meistens auch nicht so weit kommt“, differenziert Jung.

Wandern sei da schon zeit-, aber auch erlebnisintensiver. Jung: „Es ist beeindruckend, was einem alles auf einer Tour in den Blick kommen kann, wenn man sich ein paar Stunden Zeit nimmt.“ Auch wenn es sicherlich bekanntere Wander-Reviere als Rhein-Main gebe, ist der FNP-Scout voll überzeugt von den Reizen seiner Heimat: „Welche Großstadt ist von ähnlich viel Grün eingerahmt wie Frankfurt? Dazu mit Limes und Rheintal zwei Mal Weltkulturerbe. Mal ehrlich – wir leben in einer der schönsten Ecken der Welt“, begeistert sich Jung. Und er weiß, wovon er spricht, kann vergleichen, war schon an vielen Orten der Welt, in Patagonien und im Outback, in den Regenwäldern von Uganda oder den Bergen Kirgistans. Und fast immer war er dort auch zu Fuß unterwegs.

Heimatliebe in Buchform

Dass er seine Heimatliebe mittlerweile auch in Buchform verpacken durfte, freut den „Überzeugungstäter“. Nach zwei Reiseführern mit Taunus-Kolorit ließ er im Frankfurter Societäts-Verlag zwei Wanderbücher folgen: „Wandern im Naturpark Taunus“ und zuletzt „Wandern auf dem Limeserlebnispfad“. „Da haben die acht Jahre Latein in der Schule endlich einen Sinn bekommen“, lacht Jung.

Absolut sinnfrei, gesteht der FNP-Scout, seien für ihn hingegen Aussichtstürme. Bestes Beispiel dafür sei der Turm auf dem Pferdskopf hoch über dem Weiltal. Jung: „Ich wäre so gerne hinaufgestiegen, habe es sogar probiert, bin aber auf halbem Weg immer wieder umgekehrt.“ Der Grund: Höhenangst – von der gravierenden Sorte. „Wenn die Leser mir einen Gefallen tun wollen, dann machen sie Fotos von den Aussichtsplattformen herab und schicken sie mir per E-Mail, damit ich auch mal sehen kann, wie es von dort oben aussieht“, hat er sich neckisch überlegt. Wenn das nicht noch ein weiterer guter Grund ist, auf Jungs Spuren zu wandeln.

Sie wollen unserem FNP-Scout zeigen, welche herrlichen Aussichten ihm auf seinen Touren entgangen sind? Dann mailen Sie Fotos an wandern@fnp.de .

 

Rechte Spalte Zehn Wandertouren für die ganze Familie

Von der Goldgrube im Taunus über die Kuppeln von Wiesbaden bis zum Höchster Mainufer: Unsere Herbst-Wanderserie führt zu den schönsten Orten der Region.

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Rechte Spalte Leserwanderung

Am Samstag, 12. Oktober, lädt FNP-Scout Stefan Jung alle interessierten Leser zu einer gemeinsamen Wanderung ein.

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(elle)
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Stefan Jung ist unser Wanderscout
Er läuft und läuft und läuft: Stefan Jung (43) hat zum zweiten Mal seine Stiefel geschnürt, um als Pfadfinder zehn neue Touren in Rhein-Main zu testen. Mit Reporterin Michelle Spillner sprach der FNP-Scout zum Start der neuen Wanderserie über das Wandern im Allgemeinen, seine Höhenangst im Besonderen und wie ihn sein Großvater ins Grüne brachte.
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30.09.2013
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