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Einbahnstraßensystem soll Verkehr am Bahnhof entzerren: Oberursel: Plan steht, jetzt haben Bürger das Wort

Von Die Planung, wie der Verkehr künftig am Bahnhof rollen soll, nimmt Fahrt auf. Bereits im März soll die Stadtverordnetenversammlung einen Grundsatzbeschluss hierzu fassen. Doch in den kommenden Wochen haben erst einmal die Bürger das Wort.
Oberursel. 

Zwei Ziele sind mit der Planung für das Bahnhofsareal verbunden: Die Stadt will die Verkehrsführung verbessern und ein neues Quartier schaffen. Für Letzteres ist Ersteres die Voraussetzung. Sprich, erst muss klar sein, wo Autofahrer, Radler und Fußgänger künftig unterwegs sind, bevor es an die Detail-Planung von neuen Bürobauten und Wohnhäusern geht, für die etwa vier Hektar Fläche zur Verfügung stehen.

Ein Vorschlag dazu ist ausgearbeitet. Die TZ hatte ihn im Oktober exklusiv vorgestellt. Herzstück dabei ist, die Nassauer Straße stadteinwärts von der Drei-Hasen-Brücke bis in Höhe der Feldbergstraße zur Einbahnstraße zu machen. In der Gegenrichtung geht es vom Knotenpunkt an der Feldbergstraße über eine neu zu bauende Straße, die an den S-Bahn-Gleisen entlangführt, zur Drei-Hasen-Kreuzung. Wie das genau aussieht, zeigt die oben stehende Grafik, die Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) gestern im Rathaus präsentierte.

Kreisel ist billiger

Auf dem Plan ist auch zu sehen, wie die Nassauer Straße auf der Westseite an die Weingärtenumgehung/Gablonzer Straße angebunden werden soll, nämlich über einen Kreisel. Diese Lösung wird derzeit von den Planern favorisiert. „Denn Signalanlagen sind teuer“, führte Arnold Richter, Leiter der Stadtentwicklung im Rathaus, zur Begründung an. Die Kosten fürs gesamte Projekt schätzt die Stadt auf 10 bis 11 Millionen Euro.

Info: Versammlung am 7. Dezember

Die künftige Verkehrsführung am Bahnhof – von der Weingärtenumgehung bis zur Brücke An den Drei Hasen – ist auch Thema der nächsten Bürgerversammlung am Mittwoch, 7. Dezember.

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Ebenfalls vorgesehen: Die Bushaltestellen sollen an ihrem jetzigen Standort in der Nassauer Straße (am Ärztehaus) bleiben. Zuvor hatte es Überlegungen gegeben, einen zentralen Busbahnhof in der Nähe der Unterführung einzurichten. Doch diese Idee hat die Stadt verworfen. „Weil damit Umwege für die Busse verbunden gewesen wären“, erläuterte Richter.

„Es ist nicht alles in Stein gemeißelt“, unterstrich Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD). Ob das Parkdeck neben der Unterführung am Bahnhof so groß wird, wie eingezeichnet, ob die Brücke, über die Radler von der Wiesenaustraße zum Bahnhof gelangen sollen, tatsächlich auch über die S-Bahn-Gleise führt und ob der Bahnübergang an der Frankfurter Landstraße offen bleibt oder nicht – diese Fragen sind zum Beispiel noch nicht abschließend geklärt. Außerdem haben Bürger in den kommenden Wochen Gelegenheit, sich zur Planung zu äußern. Sie sollen Ideen ein- und Kritik vorbringen. Ein erstes Forum hierfür ist die Bürgerversammlung am 7. Dezember (siehe INFO), aber auch danach können sich interessierte Oberurseler 14 Tage lang über die Homepage der Stadt (www.oberursel.de) in die Diskussion einschalten. Es gehe darum, einen Konsens zu erzielen, Grundlegendes zur Verkehrslösung festzulegen, und nicht darum, wie viel Geschosse ein Gebäude habe, stellte Parlamentschef Gerd Krämer (CDU), der die Bürgerversammlung moderieren wird, klar.

Zum Thema: Anfänge reichen in die 70er Jahre zurück

Das Bahnhofsprojekt samt Anbindung der Weingärtenumgehung an die Nassauer Straße ist seit Jahrzehnten in der politischen Diskussion. In den 70er Jahren, gab es Überlegungen für eine autobahnähnliche

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Die Stadt hat den Zeitplan eng getaktet. Bereits im März soll die Stadtverordnetenversammlung einen Grundsatzbeschluss zu den Rahmenbedingungen der Verkehrsführung fassen. Dann geht es daran, das Ganze in einen Bebauungsplan zu gießen, oder besser gesagt in zwei. Denn die Stadt will das Gebiet in eine West- und eine Ostseite aufteilen. In drei bis vier Jahren könnte dann Baubeginn sein, schätzt Brum. Ob es tatsächlich so kommt – der Rathauschef ist zu lange im kommunalpolitischen Geschäft, um seine Hand dafür ins Feuer zu legen. Weiß er doch, dass ein solches Projekt von vielen Faktoren abhängt und nicht zuletzt von der Zustimmung der Anwohner.

In einem ist er sich mit Parlamentschef Krämer schon jetzt einig. Die Planung jetzt sei besser als die Tunnellösung (siehe ZUM THEMA), die von der Stadt lange favorisiert worden war. Das wäre eine „unterirdische Rennbahn“ geworden, sagt der Rathauschef. Richter fügt hinzu: „Und wir hätten die Oberurseler Innenstadt vom Verkehr abgehängt.“

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